Matura 2020 Umdenken: Durchschnittsmatura

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Schwierige Zeiten erfordern moderne Problemlösungen

In wenigen Wochen sollen etwa 40.000 SchülerInnen österreichweit ihre Matura absolvieren. Das finden wir aus drei Gründen falsch:

1. Gesundheitlich: Mit Bus und Bahn zur Prüfung und dann mehrere Leute für fünf Stunden in einen Raum packen und hoffen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet? Virologen und Virologinnen konnten bereits beweisen, dass das Virus SARS-Covid 19 mehrere Tage auf Oberflächen überleben kann, und immer noch übertragbar ist. Ein ausgetauschter Stift, ein Berühren des Nachbartisches, die Benutzung der Toiletten könnte reichen, um die Epidemie fortschreiten zu lassen.
Hinzu kommt, dass Experten und Expertinnen sagen, dass eine frühe Öffnung der Schulen Mitte Mai zu einem erneuten drastischen Anstieg der Infektionen führt. Es wird doch allles dafür getan, dass die Bevölkerung gesund bleibt. Für SchülerInnen gilt hier anscheinend ein Freizeichnungsklausel. 

2. Psychologisch: Viele von uns haben Angst. Unsere Familien geraten in Existenznot und wir mit unseren Prüfungsvorbereitungen mittendrin. Es herrschen Schlafprobleme. Nichts ist wie zuvor. Abgesagte Diplomarbeits- und VWA-Präsentationen, chaotischer Onlineunterricht, Computer müssen mit Geschwistern und Eltern geteilt werden und der fehlende Austausch mit Mitschülern und Mitschülerinnen. Manche SchülerInnen haben nicht einmal einen PC oder Laptop, mit dem sie sich am Online-Learning beteiligen können. Ebenso wurde in vielen Schulen noch nicht einmal der Maturastoff durchgenommen, da es anfangs geheißen hat, man solle nur wiederholen.

Hinzu kommt die Ungewissheit, wann die Matura nun endlich stattfinden sollte. Eine Verlautbarung der Termine 4 Wochen vor der Durchführung betrachten wir als äußert zögerlich. Wie sollen wir uns denn vorbereiten, wenn wir nicht einmal die Daten wissen?

3. Gesellschaftlich: Viele von uns leisten gerade zu Hause einen Beitrag. Wir beschäftigen kleinere Geschwister, facetimen mit den Großeltern, gehen einkaufen, organisieren Dinge und unterstützen unsere Eltern und Nachbarschaften. Wenn 40.000 kluge Köpfe neben diesen Aufgaben Zeit für couragierte Tätigkeiten hätten - beispielsweise Nachbarschaftshilfe und allem, was daraus folgt - dann nützt das der Gesellschaft in dieser Situation mehr, als Maturaprüfungen.

Uns haben sehr viele bewegende Aussagen von MaturantInnen und auch von Eltern erreicht, warum eine Matura unter jetzigen Umständen nicht möglich ist. Sei es die psychische Belastung, die fehlende Vorbereitungszeit, welche mit zwei Wochen übrigens viel zu kurz angesetzt ist oder die Unsicherheit sich beim Abhalten der Matura anzustecken und somit Familienangehörige in Gefahr zu bringen. 

Reife ≠ Momentaufnahme
SchülerInnen, die es bis zur Matura geschafft haben, haben ohnehin bereits ihre "Reife" bewiesen. Es ist wichtig in dieser Situation umzudenken und aufgrund von diesen Umständen muss die Matura dieses Jahr anders abgewickelt werden. Das derzeitige Schulsystem, welches auf Momentaufnahmen basiert, muss überdacht werden, denn im Moment - und dieser wird noch einige Monate andauern - haben SchülerInnen wesentlich andere Sorgen. Jetzt ist die Chance, dieses System der Benotung generell zu überdenken und neue Wege zu gehen. 
Die Aussage von Frau Uzodike, dass MaturantInnen die Matura jedenfalls abhalten wollen, ist leider fernab jeglicher Realität. Man werfe nur einen Blick auf die Petition und die Gründe, warum SchülerInnen diese unterzeichnen. 
Wir fordern eine Durchschnittsmatura - und nein, wir haben nicht das Gefühl, dass wir die Matura geschenkt bekommen, da wir ohnehin 4 beziehungsweise 5 Jahrgänge stets versucht haben, die bestmöglichen Noten zu ergattern. Weiters wird in einigen Jahren das Jahr 2020 wahrscheinlich nicht mit der Durchschnittsmatura in Verbindung gebracht, sondern damit, dass wir Corona überlebt haben. 

Wir fordern: Keine Matura-Klausuren in 2020! 

UNSERE LÖSUNG:
Jede Schülerin und jeder Schüler (österreichweit) erhält in diesem Jahr eine sogenannte Durchschnittsmatura. Hierfür wird ein Durchschnitt der einzubringenden ~30 Semesterergebnisse der letzten 4 Semester (sofern dieses Fach 4 Semester unterrichtet wurde, andernfalls wird der Durschnitt jener Semester herbeigezogen, in denen dieses Fach unterrichtet wurde) errechnet und als Maturanote festgelegt. Bei einer erwünschten Verbesserung der Note, kann eine mündliche Leistung in einem der vier bereits gewählten Prüfungsfächer erbracht werden (zum Beispiel per Online-Videocall) und wie in den Vorjahren als mündliche Prüfung mit einberechnet werden.

Anmerkung:
Eine Matura wird es geben - sie basiert lediglich auf einer anderen Beurteilungsgrundlage. Ebenso wird sie nicht weniger oder mehr "gültig" sein und auch nicht negative Auswirkungen auf zukünftige Jobaussichten haben. Da wir die Durchschnittsmatura generalisieren wollen, werden auch zukünftige MaturantInnen diese Art der Matura erhalten und somit mit den MaturantInnen aus 2020 gleichgesetzt sein.

Da Universitäten meist ohnehin Aufnahmeprüfungen vorsehen, haben MaturantInnen auch keinen Nachteil.

Presseanfragen:
matura2020umdenken@gmail.com

Instagram:
@durchschnittsmatura

PS:
Sie können auch anonym unterzeichnen, sodass Ihr Name nicht öffentlich erscheint. Jede Stimme und jedes Teilen hilft! Wichtig ist: Sie müssen die Unterzeichnung der Petition in Ihrer Mailbox bestätigen.