Machen Sie Trauerbegleitung zu einer Kassenleistung

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Sabine Waldmann und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Als professionelle Trauerbegleiterin erlebe ich tagtäglich, dass Menschen in ihrer Trauer nicht die Unterstützung erhalten, die sie so dringend benötigen.

Angesichts finanzieller Engpässe können viele Betroffene keine Trauerbegleitung in Anspruch nehmen (z.B. wenn der Ehepartner verstorben ist und die Rente noch nicht errechnet wurde, oder das Einkommen bzw. die Rente einfach zu niedrig ist). Gerade dann ist eine solche Begleitung in akuter Trauer von entscheidender Bedeutung. Professionelle, schnelle Unterstützung kann Arbeitsunfähigkeit, Depression und weitere schwere chronische Erkrankungen bis hin zu Suizid verhindern.

Und somit erleichtert sie das gesamte Gesundheitssystem. 

Derzeit wird auf Psychotherapie zurückgegriffen. Doch viele Trauernde lehnen dies ab. Sie fühlen sich nicht psychisch krank und benötigen einen anderen individuelleren Ansatz für ihre persönliche Heilung und Bewältigung dieser schweren emotionalen Phase. Zudem müssen sie zurzeit mit langen Wartezeiten rechnen. Jeden Tag erzählen Betroffene, dass sie bis zu 9 Monate auf einen Termin bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten warten müssen. Das ist für einen von erschwerter Trauer betroffenen Menschen unzumutbar.

Wenn keine schnelle Hilfe durch professionelle Trauerbegleitung genutzt werden kann, kommt es immer wieder zu schweren psychischen Beeinträchtigungen. 

Grundsätzlich ist Trauer ein gesunder Prozess. Jedoch gibt es auch besonders schwere Fälle von Trauer, wie z.B. nach Gewaltverbrechen, Suizid, Tod eines Kindes, nach langer schwerer Krankheit oder auch bei plötzlich und unerwarteten Todesfällen. Auch kann es sein, dass Trauernde im Vorfeld bereits eine erschwerte Lebenssituation hatten, und der Todesfall nun eine unlösbare Situation darstellt. Hier benötigen die Trauernden schnelle Hilfe, um das Erleben in einen gesunden Prozess umzuwandeln. Dieses ist mit einer schnellen und praktischen Trauerbegleitung sehr gut möglich. 

Trauerbegleiter arbeiten sehr viel im Ehrenamt, da diese Tätigkeit eine Herzenssache ist. Doch da viele Trauerbegleiter ihre Tätigkeit aufgrund des hohen Bedarfs inzwischen immer häufiger im Haupterwerb anbieten, sollte dies auch entsprechend honoriert werden. Ehrenamtliche Trauercafés und Treffen sind sehr wohl wichtig, doch können sie keine Einzelgespräche und individuelle Begleitungen ersetzen. Trauernde benötigen in Akutsituationen eine professionelle Begleitung von einem ausgebildeten Trauerbegleiter. 

Tragischerweise bleibt diese Art von Unterstützung für viele unerreichbar, da sie nicht von den Krankenkassen gedeckt ist. Deshalb fordern wir, dass Trauerbegleitung als Kassenleistung anerkannt wird. Damit kann jeder, unabhängig von seiner finanziellen Lage, Zugang zu Trauerbegleitung erhalten.

So wie zu Recht die Geburtsvorbereitung vor der Geburt eines Menschen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und unterstützt wird, sollte auch die Begleitung der Hinterbliebenen bezahlt und unterstützt werden, wenn ein Mensch verstirbt.

In beiden Fällen bedeutet das eine große Veränderung im persönlichen Umfeld. Überforderung und Unsicherheit kann mit guter Begleitung abgefangen werden. Wenn ein Mensch frisch auf die Welt kommt, ist diese Begleitung nicht mehr wegzudenken. So sollte es auch in den Fällen selbstverständlich sein, wenn ein Mensch diese Erde wieder verlässt. 

Qualifizierte Trauerbegleiter, die über die Berufsverbände zertifiziert sind, sollten anerkannt werden. Sie haben sich in intensiven Ausbildungen auf das Thema Trauer spezialisiert und können mit den Hausärzten sehr gut kooperieren. 

Je schneller in dem jeweiligen Fall reagiert wird, umso besser kann die Trauer in das Leben gesund integriert werden. In der Regel vermitteln die Hausärzte eine Trauerbegleitung. Und sie sollte keine Frage des Geldes sein. 

Bitte unterzeichnen Sie diese Petition und setzen Sie sich dafür ein, dass alle Menschen das Recht auf die Unterstützung erhalten, die sie in ihrer Trauer brauchen. 

Herzlichen Dank!

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Gundula EngelsPetitionsstarter*in

44.463

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Als professionelle Trauerbegleiterin erlebe ich tagtäglich, dass Menschen in ihrer Trauer nicht die Unterstützung erhalten, die sie so dringend benötigen.

Angesichts finanzieller Engpässe können viele Betroffene keine Trauerbegleitung in Anspruch nehmen (z.B. wenn der Ehepartner verstorben ist und die Rente noch nicht errechnet wurde, oder das Einkommen bzw. die Rente einfach zu niedrig ist). Gerade dann ist eine solche Begleitung in akuter Trauer von entscheidender Bedeutung. Professionelle, schnelle Unterstützung kann Arbeitsunfähigkeit, Depression und weitere schwere chronische Erkrankungen bis hin zu Suizid verhindern.

Und somit erleichtert sie das gesamte Gesundheitssystem. 

Derzeit wird auf Psychotherapie zurückgegriffen. Doch viele Trauernde lehnen dies ab. Sie fühlen sich nicht psychisch krank und benötigen einen anderen individuelleren Ansatz für ihre persönliche Heilung und Bewältigung dieser schweren emotionalen Phase. Zudem müssen sie zurzeit mit langen Wartezeiten rechnen. Jeden Tag erzählen Betroffene, dass sie bis zu 9 Monate auf einen Termin bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten warten müssen. Das ist für einen von erschwerter Trauer betroffenen Menschen unzumutbar.

Wenn keine schnelle Hilfe durch professionelle Trauerbegleitung genutzt werden kann, kommt es immer wieder zu schweren psychischen Beeinträchtigungen. 

Grundsätzlich ist Trauer ein gesunder Prozess. Jedoch gibt es auch besonders schwere Fälle von Trauer, wie z.B. nach Gewaltverbrechen, Suizid, Tod eines Kindes, nach langer schwerer Krankheit oder auch bei plötzlich und unerwarteten Todesfällen. Auch kann es sein, dass Trauernde im Vorfeld bereits eine erschwerte Lebenssituation hatten, und der Todesfall nun eine unlösbare Situation darstellt. Hier benötigen die Trauernden schnelle Hilfe, um das Erleben in einen gesunden Prozess umzuwandeln. Dieses ist mit einer schnellen und praktischen Trauerbegleitung sehr gut möglich. 

Trauerbegleiter arbeiten sehr viel im Ehrenamt, da diese Tätigkeit eine Herzenssache ist. Doch da viele Trauerbegleiter ihre Tätigkeit aufgrund des hohen Bedarfs inzwischen immer häufiger im Haupterwerb anbieten, sollte dies auch entsprechend honoriert werden. Ehrenamtliche Trauercafés und Treffen sind sehr wohl wichtig, doch können sie keine Einzelgespräche und individuelle Begleitungen ersetzen. Trauernde benötigen in Akutsituationen eine professionelle Begleitung von einem ausgebildeten Trauerbegleiter. 

Tragischerweise bleibt diese Art von Unterstützung für viele unerreichbar, da sie nicht von den Krankenkassen gedeckt ist. Deshalb fordern wir, dass Trauerbegleitung als Kassenleistung anerkannt wird. Damit kann jeder, unabhängig von seiner finanziellen Lage, Zugang zu Trauerbegleitung erhalten.

So wie zu Recht die Geburtsvorbereitung vor der Geburt eines Menschen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und unterstützt wird, sollte auch die Begleitung der Hinterbliebenen bezahlt und unterstützt werden, wenn ein Mensch verstirbt.

In beiden Fällen bedeutet das eine große Veränderung im persönlichen Umfeld. Überforderung und Unsicherheit kann mit guter Begleitung abgefangen werden. Wenn ein Mensch frisch auf die Welt kommt, ist diese Begleitung nicht mehr wegzudenken. So sollte es auch in den Fällen selbstverständlich sein, wenn ein Mensch diese Erde wieder verlässt. 

Qualifizierte Trauerbegleiter, die über die Berufsverbände zertifiziert sind, sollten anerkannt werden. Sie haben sich in intensiven Ausbildungen auf das Thema Trauer spezialisiert und können mit den Hausärzten sehr gut kooperieren. 

Je schneller in dem jeweiligen Fall reagiert wird, umso besser kann die Trauer in das Leben gesund integriert werden. In der Regel vermitteln die Hausärzte eine Trauerbegleitung. Und sie sollte keine Frage des Geldes sein. 

Bitte unterzeichnen Sie diese Petition und setzen Sie sich dafür ein, dass alle Menschen das Recht auf die Unterstützung erhalten, die sie in ihrer Trauer brauchen. 

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Petition am 24. Juni 2024 erstellt