Petition updateKeine Rechtsbeugung für Flächenverbrauch im Landkreis Heilbronn

Bad Friedrichshall: Grenzen des Wachstums gilt auch für LIDL

Matthias BöhringerPfaffenhofen, Germany
May 20, 2018
Wenn im Landkreis Heilbronn die Schwarz-Gruppe ruft, springen die Kommunalpolitiker wie auf Kommando auf. Nun soll auf einem Acker bei Kochendorf eine 8-Hektar große IT-Zentrale mit Option für weitere 8 Hektar entstehen. Für so einen Käse wie "Kunden scannen ihre Ware mit dem Handy" soll wertvolle Ackerfläche vernichtet und verschwendet werden. Der BUND RV Heilbronn-Franken hat zu diesen LIDL-Plänen folgende Pressemitteilung veröffentlicht: Grenzen des Wachstums sind im Neckarraum erreicht Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Heilbronn-Franken, wendet sich gegen die Planung der Stadt Bad Friedrichshall, bei Kochendorf ein Gewerbegebiet von 25 ha Fläche, davon 16 ha für den IT-Bereich von LIDL, zu errichten. Der Umweltverband hat im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung Einwendungen gegen den Bebauungsplan „Obere Fundel“ vorgebracht. Das geplante Baugebiet ist nach Auffassung des BUND wegen des enormen Flächenverbrauchs unzumutbar. „Im bereits hochbelasteten Neckarraum sind die Grenzen des Wachstums erreicht“, schreibt der BUND in der von Regionalgeschäftsführer Gottfried May-Stürmer unterzeichneten Stellungnahme, „Anstatt der Neuausweisung riesiger Baugebiete, sobald ein Investor einen Wunsch äußert, braucht die Region eine Diskussion darüber, wie qualitatives Wachstum ohne weiteren Flächenverbrauch möglich ist“. Durch das neue Gewerbegebiet würden die Siedlungsbereiche von Neckarsulm und Bad Friedrichshall noch enger aufeinander zu rücken und ein durchgehender Siedlungsbrei von Horkheim bis Jagstfeld entstehen, mahnt der BUND. Die Naturschützer kritisieren, dass der landesweite Biotopverbundplan in der Begründung zum Bebabuungsplan nicht erwähnt wird, obwohl Kernflächen, Kernräume und Suchräume dieses Plans betroffen sind. Das Naturschutzgesetz verpflichtet die öffentlichen Planungsträger, den Biotopverbund bei ihren Planungen zu berücksichtigen und den Biotopverbund in den Flächennutzungsplänen zu sichern. Schließlich weist der BUND darauf hin, dass die überplante Fläche für die Kaltluftentstehung und damit für die Siedlungsbelüftung der benachbarten Wohngebiete von Bedeutung ist. Er fordert, diese Zusammenhänge im Umweltbericht zu untersuchen.
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