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Vergleich Freizeitkarte Zabergäu 2007 mit google Maps 2017

Matthias BöhringerPfaffenhofen, Germany
Jul 1, 2017
Ein Vergleich der Ausgabe der Freizeitkarte 1 : 35.000 des Neckar-Zaber-Tourismus e. V. aus dem Jahre 2007 mit google Maps von heute in 2017 offenbart, wie innerhalb von 10 Jahren die als "Toskana", "harmonisch", "besinnlich" und "idyllisch" beworbene Landschaft von Industrie- und Gewerbegebieten durchsetzt wurde. Im folgenden Link ist ein Screenshot von google-Maps in den selben Maßstab gebracht worden wie ein Ausschnitt aus der Freizeitkarte 177dpi. http://www.plaudereckle.de/nachhaltigkeit/stadtentwicklung/gmaps-zkarte2007-zusammen177dpi.jpg Der Ausschnitt enthält den Zabergäu-Weg (in der Karte "Za" in grün) zwischen Pfaffenhofen und Botenheim. Der beliebte Radweg zieht längs durch das ganze Zabertal und in Verbindung mit Radwegen im Stromberg und im Heuchelberg lassen sich schöne Radtouren machen. Anno 2007 wurde man nur am Ausgang Pfaffenhofen und in Güglingen durch die Talstraße mit Industrie- und Gewerbegebieten konfrontiert. Die großen Parkplatzflächen mit früherem Schlecker (heute NKD), Lidl und Edeka gab es noch nicht, in der Ortsmitte Güglingen gab es dafür einen Supermarkt. Ansonsten glänzte der Radweg mit offener Landschaft und Abgerücktheit von schachtelförmigen Zweckbauten. Der hellblauen Pfeile zeigen auf die Felder, die nach und nach in Siedlungsfläche umgewandelt wurden. Von links nach rechts: 1. "Plant 2" von Layher (2009 fertiggestellt) 2. Gewerbegebiet Lüssen südlich der Umgehungsstraße Güglingen (Spatenstich 2015) 3. diverse periphere Discounter und Supermärkte 4. interkommunales Gewerbegebiet Langwiesen III Bauabschnitt 3 mit dem Logistikzentrum Taxis (2016 fertiggestellt) 5. interkommunales Gewerbegebiet Langwiesen III. 2013 wurden hier die letzten freien Flächen geschoben, bevor 2014 der Sprung über den Radweg für den Bauabschnitt 3 angegangen wurde. Das interkommunale Gewerbegebiet Langwiesen wurde in den 1970er Jahren in den Flächennutzungsplan aufgenommen, lange vor der Konferenz von Rio 1992 für Umwelt und Entwicklung. Inzwischen ist das Insektizid DDT verboten, alle Ortschaften haben Kläranlagen. Doch die Bauleitpläne aus dieser Zeit werden mit aller Strenge umgesetzt. Bei Plänen zu Ausgleichsmaßnahmen, Biotopvernetzung, Hecken, Grünzäsuren und landschaftlicher Entwicklung ist man nachsichtiger. Güglingen ist ein Lehrbeispiel dafür, dass interkommunale Gewerbegebiete keine Entlastung für die Natur bringen. Gebaut wird trotzdem weiter innerhalb des Gemeindegebiets. Es wird als Drama bewertet, wenn ein Betrieb auf ein anderes Gemeindegebiet geht. Die Städtchen und Dörfer im Zabergäu müssen sich ihrer Struktur und ihrem Kontext zur Landschaft bewußt werden. Ortskerne und Einwohnerzahl passen nicht zu einem Industriegebiet im großstädtischen Ausmaß. Das wäre der Endausbau, wenn das Zabergäu als letzter Zipfel des Wirtschaftsraum Stuttgart entwickelt wird. Realpolitisch müssen aber die Unternehmen ihre Wirtschaftsweise an den Naturraum anpassen, statt immer mehr zu fordern. Die Kommunen müssen sich von der Sucht des Flächenwachstums zu Lösung etwaiger Finanzprobleme lösen. Wie mit jedem Suchtmittel ist der Effekt nur von kurzer Dauer.
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