ABI 2020 in Sachsen VERSCHIEBEN - Bessere Kommunikation mit Abiturient*innen notwendig!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 1.000.


In zwei Wochen, ab dem 22.4., soll das Abitur im Freistaat Sachsen geschrieben werden. Aktuell ist nicht klar: Wie? ,Wo? und Wann?

Dazu erreichte uns am 27. März ein Schreiben des Kultusministeriums (PM: https://www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/2020/03/27/kultusminister-wirbt-bei-abiturienten-um-vertrauen/ Der Tenor: Wir verstehen eure Situation, aber es ändert nichts am geplanten Termin. Man solle die aktuelle Lage nutzen, um „Wissen und Kompetenzen weiter zu vervollständigen“.

Auf 4 Seiten wird Mitleid und Verständnis formuliert, doch betrachtet man die Lage in der Praxis, fernab vom Papier, verkennt das sächsische Kultusministerium, dass eine konzentrierte Vorbereitung auf Abiturprüfungen, die in 2 Wochen stattfinden sollen, aktuell nicht möglich ist.

Denn wir sind nicht nur Abiturient*innen, sondern vor allem Menschen, denen die momentane Krise auch an vielen anderen Stellen abseits der Schule und des Lernens (Unterstützung der Familie, Unterstützung Hilfsbedürftiger, Angst vor der wirklichen Gefahr der Krankheit) eine Menge abverlangt.

Die aktuelle Situation ist geprägt von Unsicherheit, Benachteiligung und dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Denn trotz all dieser Probleme, beschwichtigt uns das Kultusministerium mit Durchhalteparolen und hält an der Durchführung des Abiturs 2020 zum geplanten Termin fest.

Was fehlt ist jedoch ein Plan, wie das ablaufen soll. Fragen, wie die folgenden, scheint das Kultusministerium, 2 Wochen (!!!) vor dem geplanten Termin, nicht beantworten zu können.

Wie kann für zehntausende sächsische Abiturienten ein sicheres Präsenzabitur gewährleistet werden? Wie sollen Schüler*innen vor, während und nach dem Schreiben des Abiturs vor Ansteckung und Verbreitung des Virus geschützt werden? Werden durch „Homeschooling“ entstandene, teils erhebliche, Nachteile beim Abitur berücksichtigt? Wie wird mit Schüler*innen, die keinen gesicherten Internetzugang oder keinen eigenen Computer haben, verfahren? Ist auch Stoff prüfungsrelevant, der zu Hause erarbeitet werden musste? Werden Schüler*innen mit einer oder keiner einzigen Note bzw. fehlendem Vorabi zum Abitur zugelassen? Wie kann die Abiturvorbereitung, inklusive Vorbereitungswoche und Konsultationen, ersetzt werden?

Für diese und weitere dringliche Fragen, auf diese wir für eine sorgenfreie und effiziente  Vorbereitung auf unser Abitur Antworten benötigen, hat das Kultusministerium 2 Wochen vor Beginn der Prüfungen keine Antworten parat.
Wir verstehen, dass es in der aktuellen Situation schwer ist, einen konkreten Zeitplan zu entwickeln. Weiter abzuwarten und zu hoffen, ist aber keine Lösung. Andere Bundesländer haben sich hier entschieden und die Abiturprüfungen bereits verschoben.

Wir haben Verständnis, dass zu diesem Zeitpunkt nicht jede Frage beantwortet werden kann. Da allerdings oben aufgeführte Punkte vor dem Schreiben des Abiturs geklärt werden müssen, um den Abiturjahrgang 2020 nicht zum „Chaosjahrgang“ werden zu lassen, scheint der aktuell geplante Termin für das Abitur für alle Beteiligten zu früh zu kommen.

Daher fordern wir auch vom Freistaat Sachsen, das Abitur 2020 nach hinten zu verschieben, denn unter den momentanen Bedingungen wäre die Durchführung des Abiturs ab Mitte April unfair, fahrlässig und verantwortungslos.

Wir sind ebenfalls der Meinung, dass auch unser Jahrgang Abiturprüfungen ablegen sollte. Eine Lösung dafür wäre, die Prüfungen zeitnah auf den 1. Nachschreibetermin (ab dem 13.5.2020) zu verschieben. Dadurch würde man Zeit gewinnen, um in enger Absprache mit Behörden, Schulen und Abiturient*Innen einen Plan für eine sichere und faire Durchführung zu erarbeiten und diesen frühzeitig zu kommunizieren.

Das würde mehr Planungssicherheit und ein deutlich besseres Gefühl in dieser, für alle Beteiligten schwierigen Situation garantieren. Und das wäre nur fair.

Kontakt zu den Initiator*innen dieser Petition: petition-abi2020@gmx.de