Gleiche Bildungschancen für Kinder mit Legasthenie wie Kinder mit Migrationshintergrund


Gleiche Bildungschancen für Kinder mit Legasthenie wie Kinder mit Migrationshintergrund
Das Problem
Legasthenie gilt nach dem Stand der medizinischen Forschung als lebenslange Beeinträchtigung.
Die schulische Versorgung (sofern es so genannt werden kann) von Kindern und Jugendlichen mit Legasthenie besteht darin, ihnen „Individuelle Unterstützung“ und je nach Art und Grad der Beeinträchtigung, „Nachteilsausgleich“ und „Notenschutz“ zu gewähren. In der Broschüre „Individuelle Unterstützung Nachteilsausgleich Notenschutz“ (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 2019), befinden sich weitere Informationen.
Die schulische Versorgung von Kindern mit Migrationshintergrund, sieht ganz anders aus (LehrplanPlus, 2014): Sie haben einen eigenen Fachlehrplan, eigene Materialien, eigene Hausaufgaben, eigene Benotung. Ihre Leistungen in der Schule werden gewürdigt. Sie werden während der Regelzeit entweder einzeln, in kleinen Gruppen oder in speziellen Deutschklassen gefördert, damit auf ihren persönlichen Lernstand eingegangen werden kann. Der Unterricht findet nach pädagogischen Prinzipien statt (ISB): Z.B. ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen, sensible Fehlerkorrektur usw. Sie werden im klassischen Sinne Input und nicht Output orientiert unterrichtet. Für den Übertritt ins Gymnasium „kann bis zu einer Gesamtdurchschnittsnote von 3,33 die Eignung festgestellt werden, wenn dies auf Schwächen in der deutschen Sprache zurückzuführen ist“.
Damit bekommen sie nicht nur optimale Bildungschancen in der Schule durch den auf ihre Bedürfnisse maßgeschneiderten Unterricht, sondern auch beste Voraussetzungen für eine ungestörte psychische Entwicklung.
Es ist selbstverständlich eine große Notwendigkeit, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu ermöglichen, die deutsche Sprache zu erlernen. Da ich selber einen Migrationshintergrund habe, weiß ich wie wichtig das Sprechen und Verstehen der deutschen Sprache ist.
Aber das Erlernen der Schriftsprache in der Schule ist für Kinder und Jugendlichen mit Legasthenie genauso wichtig. Sie brauchen die gleiche schulische Versorgung und die gleichen Bildungschancen in der Schule wie Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Auch sie brauchen eine Zeitlang einen eigenen Fachlehrplan, eigene Benotung, eigene didaktisch-pädagogische Materialien, eigene Aufgaben, an denen sie wachsen können. Momentan sind Kinder und Jugendliche mit Legasthenie mit Schule und Therapie oder Förderung sogar doppelbelastet. Eine kaum zu bewältigende Aufgabe.
Sehr erschwerend kommt hinzu, dass viele von ihnen oder sogar die meisten von ihnen eine eigene Blicksteuerung mit eigener Blickrichtung aufweisen. Diese Blicksteuerung ist seit fast hundert Jahren bekannt und wissenschaftlich vielmals belegt. Dieser Fakt ist unbestritten.
Leider wurde diese Blicksteuerung in der von der BMBF finanzierten empirischen Forschung „Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ (ESF) nicht untersucht, obwohl es Pflicht der empirischen Forschung ist, die gegebenen Tatsachen, nämlich die Wirklichkeit, zu erforschen.
In der Broschüre „Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten ERGEBNISSE UND NUTZUNGSPOTENTIALE DES FORSCHUNGSSCHWERPUNKTS“ sind die Ergebnisse dieser 13 Forschungsvorhaben beschrieben. Keines dieser Forschungsvorhaben hat sich mit dieser Tatsache auseinander gesetzt und somit wurden auch keine entsprechenden Bildungsmittel entwickelt, die dieser Veranlagung Rechnung tragen.
Allerdings werden als Symptome einer Lesestörung in der gleichen Broschüre „das Verdrehen von Buchstaben“ (S.6), einer Rechtschreibstörung „Verdrehung… von Buchstaben“ (S.7) und einer Rechenstörung „Zahlendrehern“ (S.7) genannt, damit zeigt sich praktisch das linksläufige Schreiben (Spiegelschrift), Lesen und Rechnen.
Das Verdrehen von Buchstaben ist aber eine Tatsache, mit der sowohl Lernende als auch Lehrende Tag für Tag und Stunde für Stunde zu kämpfen haben und resultiert aus der persönlichen Wahrnehmung, die wiederum mit der Blicksteuerung zusammenhängen. Menschen mit dieser Blicksteuerung können mit einer Fixation STATT 12 cm wie beim normal Lesenden, NUR 1-2 cm erfassen!!! Somit können sie nicht einmal ein Wort zusammenhängend lesen, geschweige die strukturgebende Elemente der Sprache, wie Betonung oder Sprachmelodie, erfassen. Sie können nur Buchstaben aneinander reihen, ohne jegliche Struktur. Viele von ihnen schreiben einzelnen Zeichen oder ganze Sätze spiegelverkehrt. Wenn diese Menschen, nach einem Richtungstraining Materialien bekommen, die ihre Wahrnehmung entsprechen (d.h. in diesem Fall, spiegelverkehrt geschriebenes Material), beginnen sie Sinn zu konstruieren. Auch wenn es ihnen am Anfang evtl. schwer fällt, weil sie mehr Buchstaben mit einem Blick erfassen.
Die linksläufige Schreibrichtung ist die Ursprüngliche in der lateinischen Schrift. Später wurde Bustrophedon (mit abwechselnden Schreibrichtung) geschrieben und erst im 3. Jahrhundert vor Chr. wurde die Schreibrichtung nach rechts festgelegt. Seitdem wird ein Teil der Menschen vom Lesen, Schreiben, Rechnen und klassisch Musizieren ausgeschlossen!
Aus diesem Grund appelliere ich/ appellieren wir die vorhin erwähnten Fakten nicht weiter zu ignorieren und sie in der PÄDAGOGISCHEN WIRKLICHKEIT - in der Schule - zu ÜBERPRÜFEN:
- Die linksläufige Schreibrichtung (Spiegelschrift) nicht weiter zu diskriminieren und ein Konzept zu entwickeln, das dieser Veranlagung Rechnung trägt, damit diese Gruppe sich später problemlos an die Norm halten kann.
Mit modernsten bildgebenden Verfahren zeigt die Studie des Neurologen Dr. Ilg. (2008) die Fähigkeit des Gehirns, in beide Schreibrichtungen das Lesen zu erlernen. Dies gelingt aber nur, wenn die zuerst gelernte Schreibrichtung der persönlichen Wahrnehmung entspricht.
Haben Kinder und Jugendliche mit Legasthenie nicht sogar den grundgesetzlichen Anspruch darauf, ihre Potentiale zu entwickeln und auf das nicht „Benachteiligt-werden“?
- zuerst eine Modellschule einzurichten, in der die Gruppe der Kinder und Jugendlichen nach eigenem Lehrplan in der Schule, ähnlich dem Fachlehrplan „Deutsch als Zweitsprache“ unterrichtet werden, damit dies später auf alle andere Schulen übertragen werden kann, denn:
ALLE GRUPPEN MÜSSEN IN DER SCHULE DIE GLEICHEN BILDUNGSCHANCEN BEKOMMEN
Bitte unterschreibt & teilt diese Petition! Vielen Dank!
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Das Problem
Legasthenie gilt nach dem Stand der medizinischen Forschung als lebenslange Beeinträchtigung.
Die schulische Versorgung (sofern es so genannt werden kann) von Kindern und Jugendlichen mit Legasthenie besteht darin, ihnen „Individuelle Unterstützung“ und je nach Art und Grad der Beeinträchtigung, „Nachteilsausgleich“ und „Notenschutz“ zu gewähren. In der Broschüre „Individuelle Unterstützung Nachteilsausgleich Notenschutz“ (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 2019), befinden sich weitere Informationen.
Die schulische Versorgung von Kindern mit Migrationshintergrund, sieht ganz anders aus (LehrplanPlus, 2014): Sie haben einen eigenen Fachlehrplan, eigene Materialien, eigene Hausaufgaben, eigene Benotung. Ihre Leistungen in der Schule werden gewürdigt. Sie werden während der Regelzeit entweder einzeln, in kleinen Gruppen oder in speziellen Deutschklassen gefördert, damit auf ihren persönlichen Lernstand eingegangen werden kann. Der Unterricht findet nach pädagogischen Prinzipien statt (ISB): Z.B. ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen, sensible Fehlerkorrektur usw. Sie werden im klassischen Sinne Input und nicht Output orientiert unterrichtet. Für den Übertritt ins Gymnasium „kann bis zu einer Gesamtdurchschnittsnote von 3,33 die Eignung festgestellt werden, wenn dies auf Schwächen in der deutschen Sprache zurückzuführen ist“.
Damit bekommen sie nicht nur optimale Bildungschancen in der Schule durch den auf ihre Bedürfnisse maßgeschneiderten Unterricht, sondern auch beste Voraussetzungen für eine ungestörte psychische Entwicklung.
Es ist selbstverständlich eine große Notwendigkeit, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu ermöglichen, die deutsche Sprache zu erlernen. Da ich selber einen Migrationshintergrund habe, weiß ich wie wichtig das Sprechen und Verstehen der deutschen Sprache ist.
Aber das Erlernen der Schriftsprache in der Schule ist für Kinder und Jugendlichen mit Legasthenie genauso wichtig. Sie brauchen die gleiche schulische Versorgung und die gleichen Bildungschancen in der Schule wie Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Auch sie brauchen eine Zeitlang einen eigenen Fachlehrplan, eigene Benotung, eigene didaktisch-pädagogische Materialien, eigene Aufgaben, an denen sie wachsen können. Momentan sind Kinder und Jugendliche mit Legasthenie mit Schule und Therapie oder Förderung sogar doppelbelastet. Eine kaum zu bewältigende Aufgabe.
Sehr erschwerend kommt hinzu, dass viele von ihnen oder sogar die meisten von ihnen eine eigene Blicksteuerung mit eigener Blickrichtung aufweisen. Diese Blicksteuerung ist seit fast hundert Jahren bekannt und wissenschaftlich vielmals belegt. Dieser Fakt ist unbestritten.
Leider wurde diese Blicksteuerung in der von der BMBF finanzierten empirischen Forschung „Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ (ESF) nicht untersucht, obwohl es Pflicht der empirischen Forschung ist, die gegebenen Tatsachen, nämlich die Wirklichkeit, zu erforschen.
In der Broschüre „Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten ERGEBNISSE UND NUTZUNGSPOTENTIALE DES FORSCHUNGSSCHWERPUNKTS“ sind die Ergebnisse dieser 13 Forschungsvorhaben beschrieben. Keines dieser Forschungsvorhaben hat sich mit dieser Tatsache auseinander gesetzt und somit wurden auch keine entsprechenden Bildungsmittel entwickelt, die dieser Veranlagung Rechnung tragen.
Allerdings werden als Symptome einer Lesestörung in der gleichen Broschüre „das Verdrehen von Buchstaben“ (S.6), einer Rechtschreibstörung „Verdrehung… von Buchstaben“ (S.7) und einer Rechenstörung „Zahlendrehern“ (S.7) genannt, damit zeigt sich praktisch das linksläufige Schreiben (Spiegelschrift), Lesen und Rechnen.
Das Verdrehen von Buchstaben ist aber eine Tatsache, mit der sowohl Lernende als auch Lehrende Tag für Tag und Stunde für Stunde zu kämpfen haben und resultiert aus der persönlichen Wahrnehmung, die wiederum mit der Blicksteuerung zusammenhängen. Menschen mit dieser Blicksteuerung können mit einer Fixation STATT 12 cm wie beim normal Lesenden, NUR 1-2 cm erfassen!!! Somit können sie nicht einmal ein Wort zusammenhängend lesen, geschweige die strukturgebende Elemente der Sprache, wie Betonung oder Sprachmelodie, erfassen. Sie können nur Buchstaben aneinander reihen, ohne jegliche Struktur. Viele von ihnen schreiben einzelnen Zeichen oder ganze Sätze spiegelverkehrt. Wenn diese Menschen, nach einem Richtungstraining Materialien bekommen, die ihre Wahrnehmung entsprechen (d.h. in diesem Fall, spiegelverkehrt geschriebenes Material), beginnen sie Sinn zu konstruieren. Auch wenn es ihnen am Anfang evtl. schwer fällt, weil sie mehr Buchstaben mit einem Blick erfassen.
Die linksläufige Schreibrichtung ist die Ursprüngliche in der lateinischen Schrift. Später wurde Bustrophedon (mit abwechselnden Schreibrichtung) geschrieben und erst im 3. Jahrhundert vor Chr. wurde die Schreibrichtung nach rechts festgelegt. Seitdem wird ein Teil der Menschen vom Lesen, Schreiben, Rechnen und klassisch Musizieren ausgeschlossen!
Aus diesem Grund appelliere ich/ appellieren wir die vorhin erwähnten Fakten nicht weiter zu ignorieren und sie in der PÄDAGOGISCHEN WIRKLICHKEIT - in der Schule - zu ÜBERPRÜFEN:
- Die linksläufige Schreibrichtung (Spiegelschrift) nicht weiter zu diskriminieren und ein Konzept zu entwickeln, das dieser Veranlagung Rechnung trägt, damit diese Gruppe sich später problemlos an die Norm halten kann.
Mit modernsten bildgebenden Verfahren zeigt die Studie des Neurologen Dr. Ilg. (2008) die Fähigkeit des Gehirns, in beide Schreibrichtungen das Lesen zu erlernen. Dies gelingt aber nur, wenn die zuerst gelernte Schreibrichtung der persönlichen Wahrnehmung entspricht.
Haben Kinder und Jugendliche mit Legasthenie nicht sogar den grundgesetzlichen Anspruch darauf, ihre Potentiale zu entwickeln und auf das nicht „Benachteiligt-werden“?
- zuerst eine Modellschule einzurichten, in der die Gruppe der Kinder und Jugendlichen nach eigenem Lehrplan in der Schule, ähnlich dem Fachlehrplan „Deutsch als Zweitsprache“ unterrichtet werden, damit dies später auf alle andere Schulen übertragen werden kann, denn:
ALLE GRUPPEN MÜSSEN IN DER SCHULE DIE GLEICHEN BILDUNGSCHANCEN BEKOMMEN
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Die Entscheidungsträger*innen
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Petition am 23. September 2021 erstellt