Michael GMünster, Germany
Jun 20, 2021

Liebe Unterstützer*innen, wir haben eure Stimmen dem Vorsitzenden der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Frank Werneke übergeben und folgende Antwort erhalten:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

122.000 Pflegepersonen haben die Petition „Pflegenotstand“ unterschrieben. Das ist ein wichtiges Signal. Es steht jedoch zu befürchten, dass Petitionen alleine die Arbeitsbedingungen in der Pflege nicht verbessern. Und auch unsere vielen guten Argumente, die wir seit Jahren faktenreich anführen und mit öffentlichkeitswirksamen und kreativen betrieblichen Aktionen begleiten, haben bisher keine spürbaren nachhaltigen Verbesserungen gebracht. Höchste Zeit, dass sich die Beschäftigten im Gesundheitswesen insgesamt und besonders auch die Pflegepersonen auf die eigene Kraft besinnen, sich gewerkschaftlich organisieren und sich holen, was ihnen zusteht: Ausreichend Personal, damit man bei der Arbeit vor Dauerstress nicht selbst krank wird und eine bessere Bezahlung für die verantwortungsvolle und oft auch belastende Tätigkeit.

Im Oktober starten die Tarifverhandlungen mit den Ländern. Am 26. August, entscheiden die Mitglieder in der Bundestarifkommission öffentlicher Dienst, die in den Betrieben und Dienststellen von den ver.di-Mitgliedern demokratisch gewählt wurden, über die Forderungen. Für die Kliniken ist eine Sonderforderung in der Diskussion, eine überproportionale Entgeltsteigerung. Allerdings werden wir dabei berücksichtigen, wie bis dahin der gewerkschaftliche Organisationsgrad und die Durchsetzungsfähigkeit ist. Schließlich ist bei Tarifverhandlungen am Ende entscheidend, was die Beschäftigten mit ihrer Gewerkschaft ver.di durchsetzen können und nicht, was gefordert wird.

Und die Tarifrunde in diesem Jahr ist auch ein Stärketest für alle Uni-Kliniken, deren Belegschaften sich aufmachen wollen, die Personalausstattung per Tarifvertrag durchzusetzen.

Gemeinsam können wir viel erreichen. Gut, dass immer mehr Beschäftigte im Gesundheitswesen erkennen, wie wichtig es ist, sich zusammenzuschließen und entschlossen für die eigenen Belange einzutreten. Wenn es drauf ankommt, bis zum Streik.

Bei Gesetzen sind wir auf die Einsicht von Politiker*innen angewiesen. Tarifverträge können wir selbst durchsetzen. Deshalb: macht mit! Macht euch stark!

Mit solidarischen Grüßen

Frank Werneke (Vorsitzender)                                                              Sylvia Bühler (Bundesvorstandsmitglied)

verdi.de

 

Bildquelle: verdi.de

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