Krank Kränker Krankenhaus – MENSCHENwürdige Arbeitsbedingungen für Pfleger*innen, jetzt!

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Die Coronakrise zeigt uns tagtäglich, wie sehr wir im Gesundheitssystem an den Grenzen des Möglichen arbeiten – und darüber hinaus. Spätestens jetzt sollte jedem Menschen klargeworden sein, dass wir Pfleger*innen mehr verdienen als gut gemeintes Applaudieren. Kliniken werden zunehmend auf Profit getrimmt. Die jahrelange "Kaputt"-Sparpolitik der Bundesregierung hat neben zahlreichen Insolvenzen vor allem Krankenhäuser geschaffen, in denen kaum noch jemand arbeiten, geschweige denn als Patient*in behandelt werden möchte. So kann es nicht weitergehen!

Wir fordern MENSCHENwürdige Arbeitsbedingungen und eine flächendeckende, einheitliche Gehaltserhöhung für Pfleger*innen um 33%!

Wir, das sind Joanne, Annika, Peter und Michael. Seit Jahren sind wir in der Pflege tätig. Für uns ist es normal geworden, keine Pause und massenhaft Überstunden zu machen, den Ausfall unserer Kolleg*innen zu kompensieren sowie gering entlohnt und wertgeschätzt zu werden. Wir haben prekäre Verhältnisse in den Kliniken! In diesem Jahr gibt es endlich eine Chance für Veränderung: Im September diesen Jahres werden Tarifverhandlungen für die Pflegeberufe stattfinden! Daher appellieren wir eindringlich an die Verhandlungskommission der Ver.Di, im September 2021 im Interesse aller Beteiligten (auch der Patient*innen) MENSCHENwürdige Arbeitsbedingungen und eine unserer Leistung entsprechende Entlohnung auszuhandeln!

Die letzten Tarifverhandlungen (zum TVöD und TV-L) haben gezeigt, dass die Verantwortlichen der Bundesregierung sowie der Länder noch immer nicht verstanden haben, dass ein Systemwechsel im Gesundheitswesen - angelehnt an das Konzept der öffentlichen Daseinsvorsorge () - unumgänglich ist. Da sich die Bundesregierung, insbesondere Gesundheitsminister Jens Spahn, als Meister darin erweist, ressorteigene Probleme diplomatisch zu zerreden, wenden wir uns direkt an unsere gewerkschaftliche Arbeitnehmer-Vertretung, die Ver.Di, uns persistent bei den kommenden Tarifverhandlungen zu vertreten.

Unsere konkreten Forderungen für die kommenden Tarifverhandlungen (Sept. 2021) für den TV-L (Tarifvertrag Länder) sind…

  • Flächendeckend signifikante Gehaltserhöhung für Krankenpflege und Altenpflege um 33%  (Details dazu s.u.)
  • Entsprechende Nachverhandlung aller Tarifverträge wie des TVöD (öffentlicher Dienst)
  • Entlastung der Krankenhäuser: Sämtliche (auch bestehende) Personalkosten werden über das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz () zu 100% von Bund/ Ländern refinanziert  (Details dazu s.u.)
  • Aufstocken des Pflegepersonals gemessen am tatsächlichen Bedarf, mindestens im Verhältnis 1:5
  • Erhöhen des Zuschlags für Nachtdienste auf 50%
  • Tarifverträge über maximal 2 Jahre
  • 100%iger Angleich Ostlöhne an Westlöhne
  • Ratifizierung der Ergebnisse der Verhandlungen über Befragung der Basis

Laut Gesundheitssystemforscher Prof. Dr. Michael Simon fehlen in deutschen Allgemeinkrankenhäusern aktuell gut 100.000 Vollzeitstellen für Pfleger*innen () – ein Trend, der sich ungebremst fortsetzt, wenn jetzt nicht gehandelt wird! ().  

Rahmenbedingungen wie chronische Unterbesetzung und zunehmende Arbeitsdichte führen zu wachsender Unzufriedenheit und psychischer/ physischer Dauerbelastung bis hin zum Burnout. Immer mehr Pfleger*innen kehren ihrem Beruf den Rücken zu. Durch die anhaltende Corona-Pandemie habe sich die bestehenden Probleme noch massiv verschärft!

Es muss deutlich spürbare Veränderungen geben. Und zwar jetzt!

Wir bitten euch, unsere Petition mit allen Freund*innen und Bekannten zu teilen – insbesondere mit allen, die ihr aus der Pflege kennt. Helft uns bei der Verbreitung über sämtliche Social-Media-Kanäle wie WhatsApp↗, Facebook↗, Instagram, Twitter↗...     

Joanne, Annika, Peter & Michael
#KrankKraenkerKrankenhaus #Pflege #Gesundheit #Pflegepetition

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Was hat zur chronischen Unterbesetzung und Pflegenotstand geführt?

Seit 2003 erfolgt die Abrechnung der Krankenhauskosten über an Diagnosen geknüpfte Fallpauschalen. Ziel des Ganzen: Begrenzung und Kontrolle der Gesamtausgaben für Krankenhausbehandlungen (). Kliniken wurden zunehmend auf Rentabilität und Profit getrimmt. Um Kosten einzusparen, wurden bis 2018 massiv Pflegestellen abgebaut. Eine tiefgreifende Gesundheitsreform basierend auf dem Konzept der öffentlichen Daseinsvorsorge () muss her.

 

Wieso reichen der Pflege bisherige Lohnerhöhungen nicht annähernd?

Bei der letzten Tarifverhandlung zum TV-L (2019) hat die Ver.Di Gehaltserhöhungen um die 3% ausverhandelt (). Wenn jedoch die jeweilige Inflationsrate sowie die erhöhte Steuerabgabe () berücksichtigt werden, bleibt einer Pflegekraft von der Gehaltserhöhung real so gut wie nichts übrig.

 

Warum gleich 33% mehr Gehalt?

Wir haben uns einmal in Europa umgeschaut, wie viel eine Pflegekraft eigentlich durchschnittlich verdienen sollte (). In der Schweiz bspw. liegt der Bruttojahresverdienst um 33% höher als in Deutschland. Den in der Schweiz vorliegenden hohen Lebenshaltungskosten stehen eine erheblich geringere Belastung über Steuern und Sozialabgaben () entgegen. Zudem betreut eine Pfleger*in in der Schweiz mit 7.9 etwa halb so viele Patient*innen wie eine in Deutschland. Des Weiteren wollen wir über einen hohen Verhandlungs-Anker direkt klarmachen, dass Ergebnisse wie die aus vergangenen Tarifverhandlungen nicht mehr zeitgemäß sind. Pfleger*innen machen einen hervorragenden Job – sie sollten endlich die falsche Bescheidenheit ablegen und selbstbewusst demonstrieren, dass ihre Arbeit mindestens 33% mehr wert ist.

 

Stereotypes La­men­tie­ren: Bund und Länder haben kein Geld!

Sämtliche (auch bestehende) Personalkosten müssen über das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz () vom Bund refinanziert werden. Das dürfte absolut kein Problem sein. Während der Bund die letzten Jahre massiv beim Gesundheitshaushalt gespart () hat, schmeißt er das Geld an anderer Stelle mit vollen Händen aus dem Fenster: Über Steueroasen, Minderbesteuerung von Großkonzernen (starke Lobby), Schwarzarbeit, die Bankenkrise sowie hausgemachte Misswirtschaft (Maut, Berliner Flughafen…) entgehen dem Bund jährlich Milliarden (, ). Würde die Bundesregierung ihre Hausarbeiten machen und das Hauptaugenmerk einmal auf ihre eigentliche Klientel, die Bundesbürger*in, richten, würde die feststellen, dass ausreichend Geld da ist!

 

 

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