Kinderwunsch nach Krebsbehandlung: Kostenübernahme durch die Krankenkassen!

Das Problem

Vor knapp einem Jahr, im Alter von 25, erhielt ich die Diagnose Krebs. Die Behandlung bestand aus einer Chemotherapie, die mich psychisch und körperlich an meine Grenzen gebracht hat. Als Folge kann ich sehr wahrscheinlich keine Kinder mehr bekommen. Meine Fruchtbarkeit ist zumindest stark beeinträchtigt [1, 2]. Der potentielle Verlust hat mich sehr belastet.

Es gibt Maßnahmen, um die Folgen der Chemotherapeutika zu umgehen, sodass ich doch noch eine Chance auf Kinder in meiner Zukunft habe. Alle liegen zeitlich vor Beginn der Chemotherapie. Mir wurde zu einer Eizellentnahme und Kryokonservierung geraten. [3] Allerdings: Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der Maßnahmen nicht. Knapp 3000 Euro kostet die gesamte Behandlung. Geld, das wenige in meinem Alter haben.

Ich kenne viele Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überlebt haben. Nach der schweren Behandlung freuen wir uns alle auf ein normales Leben und träumen z.T. jetzt schon von Kindern. Die Möglichkeit, trotz allem später Kinder bekommen zu können, hat mich enorm entlastet und hilft mir bei der Verarbeitung der Erkrankung.

Ich fordere deshalb eine Verpflichtung der Krankenkassen per Bundesgesetz zu einer Kostenübernahme für alle Betroffenen, unabhängig von Geschlecht, finanzieller Situation oder familiärem Status, in Anlehnung an das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 07.11.2006 (BVerwG 2. Senat; 2 C 11/06):

"Ist bei einer ärztlich geboten Operation mit hoher Wahrscheinlichkeit mit schweren und unumkehrbaren Nebenwirkungen zu rechnen, so dienen auch solche Maßnahmen der Heilung und Linderung von Leiden bzw. dem Ausgleich einer durch die Behandlung erworbenen körperlichen Beeinträchtigung, die darauf gerichtet sind, diese Nebenwirkungen zu vermeiden oder bei Unvermeidbarkeit jedenfalls deren Folgen zu minimieren.".

Bitte unterstütze die Petition durch deine Unterschrift!

Joana

[1] Barton et al., Lancet 2013, 14, 873-881

[2] Green et al., J. Clin. Oncol. 2009, 27, 16, 2677-2685

[3] GPOH-Leitlinie "Beeinträchtigung der Gonadenfunktion nach Krebs im Kindesalter", 03/2015

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Joana G.Petitionsstarter*in
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Das Problem

Vor knapp einem Jahr, im Alter von 25, erhielt ich die Diagnose Krebs. Die Behandlung bestand aus einer Chemotherapie, die mich psychisch und körperlich an meine Grenzen gebracht hat. Als Folge kann ich sehr wahrscheinlich keine Kinder mehr bekommen. Meine Fruchtbarkeit ist zumindest stark beeinträchtigt [1, 2]. Der potentielle Verlust hat mich sehr belastet.

Es gibt Maßnahmen, um die Folgen der Chemotherapeutika zu umgehen, sodass ich doch noch eine Chance auf Kinder in meiner Zukunft habe. Alle liegen zeitlich vor Beginn der Chemotherapie. Mir wurde zu einer Eizellentnahme und Kryokonservierung geraten. [3] Allerdings: Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der Maßnahmen nicht. Knapp 3000 Euro kostet die gesamte Behandlung. Geld, das wenige in meinem Alter haben.

Ich kenne viele Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überlebt haben. Nach der schweren Behandlung freuen wir uns alle auf ein normales Leben und träumen z.T. jetzt schon von Kindern. Die Möglichkeit, trotz allem später Kinder bekommen zu können, hat mich enorm entlastet und hilft mir bei der Verarbeitung der Erkrankung.

Ich fordere deshalb eine Verpflichtung der Krankenkassen per Bundesgesetz zu einer Kostenübernahme für alle Betroffenen, unabhängig von Geschlecht, finanzieller Situation oder familiärem Status, in Anlehnung an das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 07.11.2006 (BVerwG 2. Senat; 2 C 11/06):

"Ist bei einer ärztlich geboten Operation mit hoher Wahrscheinlichkeit mit schweren und unumkehrbaren Nebenwirkungen zu rechnen, so dienen auch solche Maßnahmen der Heilung und Linderung von Leiden bzw. dem Ausgleich einer durch die Behandlung erworbenen körperlichen Beeinträchtigung, die darauf gerichtet sind, diese Nebenwirkungen zu vermeiden oder bei Unvermeidbarkeit jedenfalls deren Folgen zu minimieren.".

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Joana

[1] Barton et al., Lancet 2013, 14, 873-881

[2] Green et al., J. Clin. Oncol. 2009, 27, 16, 2677-2685

[3] GPOH-Leitlinie "Beeinträchtigung der Gonadenfunktion nach Krebs im Kindesalter", 03/2015

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Joana G.Petitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Jens Spahn
Bundesminister für Gesundheit
Dr. Franziska Giffey
Ehem. Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2018-2021)
GKV-Spitzenverband
GKV-Spitzenverband
Gemeinsamer Bundesausschuss
Gemeinsamer Bundesausschuss

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