Keine zweite Eissporthalle in der Frischluftschneise in Kassel

Keine zweite Eissporthalle in der Frischluftschneise in Kassel

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Oliver Claves hat diese Petition gestartet

Jetzt ist nicht die Zeit für teure energieintensive Prestigeprojekte! Wir fordern Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle und alle Stadtverordneten auf, dieses Projekt sofort zu stoppen!

Die Stadt Kassel plant bei den Sportplätzen zwischen der Damaschkestraße und der Straße „Am Sportzentrum“ den Bau einer Eissport-Trainingshalle. Der Standort wird im Landschaftsplan als Teil eines überörtlich bedeutsamen flussbegleitenden Grünzugs und Rückgrat des Freiraumsystems innerhalb des Kasseler Beckens beschrieben. Laut Klimafunktionskarte der Stadt Kassel gehört der Bereich zur wichtigen Luftleitbahn und fungiert auch zur Kaltluftentstehung.

Daher hat auch das Regierungspräsidium Kassel in seiner Stellungnahme Bedenken geäußert: „Eine hier realisierte Eissporthalle stünde im Widerspruch zu § 1 Abs. 3 BNatSchG, wonach insbesondere Flächen mit günstigen klimatischer Wirkung wie Kaltluftentstehungsgebiete bzw. Luftaustauschbahnen zu schützen, d.h. zu erhalten sind. Die Realisierung dieser Planung steht zudem auch dem von der Stadt Kassel verfolgtem Ziel einer klimawandelgerechten Stadtentwicklung entgegen, wonach angesichts der prognostizierten Folgen des Klimawandels mit vermehrter Wärmebelastung und Starkniederschlagsereignissen zu rechnen ist und demnach Kaltluftentstehungsgebiete und Kaltluftleitbahnen mit einem hohen Sicherungsgrad eingestuft wurden.“

Wir wollen keine Eissporthalle in der Frischluftschneise!

  • Dem Bau der Eissport-Trainingshalle und der geplanten Parkflächen fallen laut Umweltbericht u.a. zum Opfer:
  • Baumhecken und 79 Laubbaum-Hochstämme, darunter 16 denkmalgeschützte Beuys-Bäume
  • Rasenflächen unter dem bewaldeten Bedarfsparkplatz und wiesenartige Grünflächen
  • Lebensraum für Fledermäuse und Vögel
  • eine Sportplatzfläche mit Flutlichtanlage und einem Gebäude mit Umkleideräumen, Lagermöglichkeiten
  • große Flächen mit besonderer Klimafunktionen (Kalt-/Frischluftentstehung, Teil einer innerstädtischen Luftleitbahn)

Das erstellte Klimagutachten basiert laut dem BUND Kreisverband Kassel teilweise auf veralteten Daten und Studien und bezieht relevante ortsbezogene Studien nicht ein. Bei den Analysen werden zudem die großen Bauvorhaben, ehemaliges Kinderkrankenhaus Park Schönfeld, Jägerkasernen, die am Rand der Frischluftschneisen liegen, nicht berücksichtigt. In der Summe verengen die Neubauten die Frischluftschneise dabei deutlich und wirken sich nachteilig auf größere Teile des Stadtgebiets aus.

Wir brauchen nicht zwingend eine zweite Eisfläche! Wir brauchen kühle Frischluft in der Klimakrise.

In der Begründung wird behauptet, der Neubau diene dem Ziel, die Förderung des Nachwuchssportes zu betreiben, ein hochwertiges Freizeit- und kulturelles Angebot für breite Bevölkerungsschichten bereitzuhalten sowie diese den modernen Ansprüchen der Stadtgesellschaft entsprechend weiter auszubauen. Aber:

  • Die Eisfläche steht nur für den vereinsgebundenen Sport zur Verfügung, nicht für öffentliches Eislaufen und auch nicht für kulturelle Veranstaltungen, wie in ersten Planungen angedacht.
  • Der Eishockeysport verdrängt an dieser Stelle das bestehende günstigere und breiten Bevölkerungsschichten zugängliche Sportangebot.
  • Die angegebenen Synergieeffekte (technische Kooperation mit der ersten Eissporthalle, Verbindung zum Sportzentrum und zum schienengebundenen ÖPNV und Radnetz) wären am ursprünglich vorgesehenen Standort direkt neben der ersten Eissporthalle möglich, für die jetzt geplanten Stelle ist das unglaubwürdig.
  • Der Neubau stützt nicht, sondern gefährdet die bestehenden Angebote der kommerziell geführten Eissporthalle, da dort wichtige Mieteinnahmen wegbrechen.

Das Jugendamt Kassel schreibt in seiner Stellungnahme zum Bebauungsplan:  Es „besteht bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein großer Bedarf an nichtvereinsgebundenen Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sowie Freizeitflächen, der in Kassel bei weitem nicht gedeckt wird. Insofern wird der Bau einer weiteren nicht-öffentlichen Sportfläche mit Blick auf Flächenmangel und Investition seitens der Kinder- und Jugendförderung sehr kritisch gesehen.“

Wir brauchen keine Eissport-Trainingshalle um jeden Preis!

Insbesondere kein Neubau, für den es

  • keine konkrete Bedarfsanalyse und keine Auslastungsprognose gibt,
  • noch keine transparente Kostenübersicht für den Bau, den Betrieb und die Instandhaltung gibt,
  • noch kein geprüftes Energiekonzept gibt und damit offen bleibt, ob es als Null-THG-Emissionsgebäude gebaut bzw. finanziert werden kann.

Jetzt ist nicht die Zeit für teure energieintensive Prestigeprojekte! Jetzt ist Zeit für Klimaschutz!

Im Luftreinhalteplan für den Ballungsraum Kassel, steht: „(Bau-)Planungsrechtliche Projekte, die zu einer Verschlechterung der Durchlüftung führen oder neue Emissionsquellen beinhalten, können im Rahmen der Luftreinhalteplanung nicht berücksichtigt werden. […] Vor allem in Planfeststellungsverfahren werden negative Auswirkungen von Vorhaben den positiven Auswirkungen gegenübergestellt und eine Abwägung vorgenommen. In der Vergangenheit hat das häufig dazu geführt, dass die mit der Umsetzung des Vorhabens zu erwartende hohe Schadstoffbelastung in Kauf genommen wurde. Deren Verbesserung sollte dann im Rahmen einer Luftreinhalteplanung erfolgen, was häufig nicht mehr möglich ist, da die Voraussetzungen dafür nicht mehr gegeben sind“ (Luftreinhalteplan für den Ballungsraum Kassel, 2. Fortschreibung, Stand 2019, S. 43f.).

Wir wollen Wohn- und Lebensqualität in Kassel sichern! – Nicht bauen und dann schauen.

Wir fordern Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle und alle Stadtverordneten auf, das Bauvorhaben „Eissport-Trainingshalle“ in der Kasseler Südstadt sofort zu stoppen!

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