Keine Schiefergasgewinnung in Deutschland

The Issue

In den vergangenen Wochen positionierten sich mit dem Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V. (BDG) und der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung e. V. (DGGV) zwei geowissenschaftliche Verbände über Pressemitteilungen positiv gegenüber der Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in Deutschland durch Fracking [1,2]. Die Pressemitteilung der DGGV vom 9.11.2022 impliziert, dass es sich dabei um eine unter Geowissenschaftler*innen weit verbreitete Position oder sogar um einen Konsens handele. Die Darstellung des BDG vom 3.11.2022 wurde auch medial aufgegriffen [3], mit Formulierungen wie “Lindner [will] Fracking in Deutschland - Geologen gefällt das!” [4].

Mit dieser offenen Gegendarstellung machen wir deutlich, dass dies nicht zutreffend ist. Die Unterzeichner*innen positionieren sich gegen die Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in Deutschland. Moderne Methoden der unkonventionellen Erdgasförderung mögen aufgrund von technischen Weiterentwicklungen und hohen Umweltstandards in Deutschland mit vergleichsweise geringen Risiken verbunden sein. Werden darüber hinaus allerdings klimapolitische, -ökonomische, raumplanerische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigt, zeigt sich klar, dass die Forderungen von BDG und DGGV nicht haltbar sind. 

Klimapolitik und -ökonomie

Die geforderte Etablierung unkonventioneller Erdgasförderung in Deutschland ist nicht mit politischen Zielsetzungen vereinbar, die strikte Maßnahmen zur Verringerung anthropogener Treibhausgasemissionen vorsehen. Dies sind in erster Linie das jüngst auf der COP27 bekräftigte Übereinkommen von Paris mit dem 1,5-Grad-Ziel sowie das 2021 erneuerte Bundes-Klimaschutzgesetz, welches eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 65 % gegenüber 1990 bis 2030 sowie die Treibhausgasneutralität Deutschlands bis 2045 vorsieht. Wie auf der COP27 deutlich wurde, strebt die EU eine noch schnellere Emissionsminderung an [5].

Erdgasinfrastruktur hat eine technische Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten. Wenn die global bereits installierte Erdgasinfrastruktur bis an das Ende ihrer erwarteten Lebensdauer genutzt wird, übersteigen die daraus entstehenden CO2-Emissionen bereits das für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels zur Verfügung stehende Treibhausgasbudget [6,7]. Um Klimaschutzziele einzuhalten, muss ein Teil der aktuell vorhandenen Gasinfrastruktur also vor dem Ende ihrer erwarteten Lebensdauer stillgelegt werden. Jede weitere Investition in Gas ist entsprechend ökonomisch extrem riskant bis nicht zu rechtfertigen.

Erdgas als Brückentechnologie?

Das Verständnis von Erdgas als Brückentechnologie stammt aus den 1970er-Jahren und ist inzwischen ein deutliches Hindernis für die Weiterentwicklung nachhaltiger Energieversorgungssysteme [8]. So würde die Verstärkung heimischer Erdgasförderung Investitionsanreize im Zusammenhang mit fossilen Energieträgern setzen, etwa um den Methanverlust entlang der Wertschöpfungskette zu verringern. Damit wären allerdings finanzielle Ressourcen gebunden, die für die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien, den Ausbau des Stromnetzes innerhalb Europas, die Installation von Speichertechnologien und die Etablierung von Laststeuerungskonzepten dringend benötigt werden. Eine neuerliche unkonventionelle Erdgasförderung provoziert zudem gesellschaftliche Rebound-Effekte, da vermeintlich “umweltfreundliches” Erdgas [9] die Anreize für einen klimafreundlichen Lebensstil verringert.

Potenzielle Nutzungskonflikte

Im Jahr 2014 hat das Umweltbundesamt die Anzahl an Bohrlöchern, die für die vollständige Förderung der Schiefergasvorkommen in Deutschland notwendig wären, auf 17.778 oder 48.148 geschätzt [10], abhängig von der angenommenen technisch gewinnbaren Menge Erdgas. Durch die Weiterentwicklung von Richtbohrverfahren ist anzunehmen, dass diese Zahlen inzwischen geringer ausfallen. Nichtsdestotrotz befindet sich die überwiegende Mehrheit der deutschen Erdgasvorkommen in Niedersachsen, sodass die potenziellen Bohrstandorte samt Infrastruktur auf einem geographisch begrenzten Gebiet innerhalb kurzer Zeit errichtet werden müssten. Entsprechend sind Nutzungskonflikte absehbar [11]. Da weite Teile Niedersachsens zudem für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Frage kommen, ergeben sich auch im Untergrund potenzielle Nutzungskonkurrenzen [12]. Theoretisch können Bohrlöcher aus unkonventioneller Erdgasförderung anschließend für Tiefe Geothermie nachgenutzt werden. Dies ist aber nur bedingt möglich, da aus Gründen der Energieeffizienz Wärmeabnehmer in unmittelbarer Nähe vorhanden sein müssen [13].

Gesellschaftliche Akzeptanz

Ob berechtigt oder nicht: “Fracking” ist ein Begriff von gesellschaftlicher Brisanz. Auch mit umfangreichen Beteiligungsverfahren und bestmöglicher Wissenschaftskommunikation ist nicht davon auszugehen, dass der geforderte Einsatz dieser Methode zur Erdgasgewinnung hierzulande je auf gesellschaftliche Akzeptanz treffen könnte. Bereits Projektvorschläge zur klimafreundlichen Untergrundnutzung – wie etwa die Tiefe Geothermie, die untertägige Speicherung von Wasserstoff oder Carbon Capture and Storage – treffen in der Öffentlichkeit oft auf Unverständnis, Ängste und Ablehnung [14,15,16]. (Geo)wissenschaftliche Beiträge zur öffentlichen Debatte sind daher bei denjenigen Technologien, die für den nachhaltigen Umbau unseres Energiesystems unverzichtbar sind, wesentlich zielführender als beim Versuch, ein gesellschaftlich derart belastetes Konzept wie Fracking zu forcieren. 

Außenwirkung der Geowissenschaften

Äußerungen wie die Pressemitteilungen des BDG und der DGGV zementieren eine gesellschaftlich weit verbreitete Vorstellung, dass sich die Geowissenschaften einzig und allein mit Rohstoffgewinnung beschäftigen würden und damit eher zu gesellschaftlichen Problemen als zu deren Lösung beitragen. Diese Vorstellung ist aber nicht zutreffend.

Geowissenschaftler*innen haben durch ihr tiefgreifendes Verständnis des Systems Erde und dessen Entwicklung in Raum und Zeit eine außergewöhnliche Expertise für die Bewältigung globaler Herausforderungen unserer Zeit. Konkret ist geowissenschaftliche Kompetenz etwa für die Gewinnung von Rohstoffen für die Energiewende (Wind- und Solarenergieanlagen, Akkus und Netzausbau), die Nutzung von Geothermie, die Etablierung unterirdischer Energiespeicher und die Anwendung von CO2-Minderungsmaßnahmen wie Carbon Capture and Storage unerlässlich. Um unser aller Zukunft nachhaltig zu gestalten, ist allerdings eine Auseinandersetzung innerhalb von Fachdisziplinen, zwischen verschiedenen Disziplinen sowie zwischen Wissenschaft und Gesellschaft unabdingbar. Nur durch eine Vielfalt an Perspektiven und damit die Fähigkeit zur Selbstreflektion und Selbstkorrektur können Voreingenommenheiten ausgeglichen und bedeutungsvolle Beiträge zur Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme erarbeitet werden.

Autor*innen: 
Thora Schubert (M.Sc. Georessourcenmanagement, Freiberufliche Wissenschaftsjournalistin)
Dominic Hildebrandt (Student im M.Sc. Earth Sciences)
Simon Fuhrmann (Student im M.Sc. Geowissenschaften, Pressesprecher Students for Future Deutschland)
Bryce Carr (Student im M.Sc. Angewandte Geowissenschaften)

Kontakt: geosforfuture@gmail.com

 

Erstunterzeichner*innen:

Prof. Dr. Anke Friedrich (München)

Prof. Dr. Nikolaus Froitzheim (Institut für Geowissenschaften, Universität Bonn)

Prof. Dr. Wolfgang Kießling (GeoZentrum Nordbayern, FAU Erlangen-Nürnberg)

Prof. Dr. Jörn Kruhl (TU München)

Prof. Dr. Reinhold Leinfelder (Institut für Geologische Wissenschaften, FU Berlin)

Prof. Dr. Horst R. Marschall (im Vorstand von DMG und DVGeo)

Prof. Dr. Christian März

Christian Masurenko

Prof. Dr. Hans-O. Pörtner

Prof. Dr. Kira Rehfeld

Prof. Dr. Bettina Reichenbacher

Prof. Dr. Christoph Schneider

Dr. Bernhard Steinberger (GFZ Potsdam)

Prof. Dr. Lucie Tajcmanova (Universität Heidelberg)

Prof. Dr. Michael Tatzel

Prof. Dr. Kamil Ustaszewski (Institut für Geowissenschaften, FSU Jena)

Prof. Dr. Kirsten von Elverfeldt (Institut für Geographie und Regionalforschung, Universität Klagenfurt)

 

Quellen:
[1] https://geoberuf.de/presse/pressemitteilungen/mitteilung/unabhaengige-geowissenschaftler-unterstuetzen-den-lindner-vorstoss-zum-fracking-und-fordern-spd-und-gruene-auf-ihre-blockade-aufzugeben
[2] https://www.dggv.de/geowissenschaftlerinnen-und-geowissenschaftler-der-dggv-unterstuetzen-umweltfreundliche-erdgasgewinnung-in-deutschland-unter-einsatz-des-fracking-verfahrens/
[3] https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/geologen-wollen-deutsches-fracking-gas-wir-sollten-es-nicht-in-den-usa-kaufen-li.283567#Echobox=1667850231
[4] https://twitter.com/berlinerzeitung/status/1589716973310644226
[5] https://www.tagesschau.de/wissen/klima/beschluesse-cop27-klimakonferenz-101.html
[6] https://www.nature.com/articles/s41586-019-1364-3
[7] https://www.nature.com/articles/s41467-018-07999-w
[8] https://www.nature.com/articles/s41560-022-01060-3
[9] https://www.linkedin.com/posts/deutsche-geologische-gesellschaft-german-geological-society-63a96282_dggv-germangeologicalsociety-deutschegeologischegesellschaft-activity-6996057529524842496-Z1rG
[10] https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_53_2014_umweltauswirkungen_von_fracking_0.pdf
[11] https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Energie/Downloads/Abschlussbericht_13MB_Schieferoelgaspotenzial_Deutschland_2016.pdf?__blob=publicationFile&v=5
[12] https://experience.arcgis.com/experience/b8ec642296ef48a19afc9759d4b757ee/ 
[13] https://www.lbeg.niedersachsen.de/download/115995 
[14] https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-19528-0_14 
[15] https://www.geothermie.de/bibliothek/lexikon-der-geothermie/a/akzeptanz.html 
[16] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0012825217301125

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The Issue

In den vergangenen Wochen positionierten sich mit dem Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V. (BDG) und der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung e. V. (DGGV) zwei geowissenschaftliche Verbände über Pressemitteilungen positiv gegenüber der Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in Deutschland durch Fracking [1,2]. Die Pressemitteilung der DGGV vom 9.11.2022 impliziert, dass es sich dabei um eine unter Geowissenschaftler*innen weit verbreitete Position oder sogar um einen Konsens handele. Die Darstellung des BDG vom 3.11.2022 wurde auch medial aufgegriffen [3], mit Formulierungen wie “Lindner [will] Fracking in Deutschland - Geologen gefällt das!” [4].

Mit dieser offenen Gegendarstellung machen wir deutlich, dass dies nicht zutreffend ist. Die Unterzeichner*innen positionieren sich gegen die Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in Deutschland. Moderne Methoden der unkonventionellen Erdgasförderung mögen aufgrund von technischen Weiterentwicklungen und hohen Umweltstandards in Deutschland mit vergleichsweise geringen Risiken verbunden sein. Werden darüber hinaus allerdings klimapolitische, -ökonomische, raumplanerische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigt, zeigt sich klar, dass die Forderungen von BDG und DGGV nicht haltbar sind. 

Klimapolitik und -ökonomie

Die geforderte Etablierung unkonventioneller Erdgasförderung in Deutschland ist nicht mit politischen Zielsetzungen vereinbar, die strikte Maßnahmen zur Verringerung anthropogener Treibhausgasemissionen vorsehen. Dies sind in erster Linie das jüngst auf der COP27 bekräftigte Übereinkommen von Paris mit dem 1,5-Grad-Ziel sowie das 2021 erneuerte Bundes-Klimaschutzgesetz, welches eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 65 % gegenüber 1990 bis 2030 sowie die Treibhausgasneutralität Deutschlands bis 2045 vorsieht. Wie auf der COP27 deutlich wurde, strebt die EU eine noch schnellere Emissionsminderung an [5].

Erdgasinfrastruktur hat eine technische Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten. Wenn die global bereits installierte Erdgasinfrastruktur bis an das Ende ihrer erwarteten Lebensdauer genutzt wird, übersteigen die daraus entstehenden CO2-Emissionen bereits das für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels zur Verfügung stehende Treibhausgasbudget [6,7]. Um Klimaschutzziele einzuhalten, muss ein Teil der aktuell vorhandenen Gasinfrastruktur also vor dem Ende ihrer erwarteten Lebensdauer stillgelegt werden. Jede weitere Investition in Gas ist entsprechend ökonomisch extrem riskant bis nicht zu rechtfertigen.

Erdgas als Brückentechnologie?

Das Verständnis von Erdgas als Brückentechnologie stammt aus den 1970er-Jahren und ist inzwischen ein deutliches Hindernis für die Weiterentwicklung nachhaltiger Energieversorgungssysteme [8]. So würde die Verstärkung heimischer Erdgasförderung Investitionsanreize im Zusammenhang mit fossilen Energieträgern setzen, etwa um den Methanverlust entlang der Wertschöpfungskette zu verringern. Damit wären allerdings finanzielle Ressourcen gebunden, die für die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien, den Ausbau des Stromnetzes innerhalb Europas, die Installation von Speichertechnologien und die Etablierung von Laststeuerungskonzepten dringend benötigt werden. Eine neuerliche unkonventionelle Erdgasförderung provoziert zudem gesellschaftliche Rebound-Effekte, da vermeintlich “umweltfreundliches” Erdgas [9] die Anreize für einen klimafreundlichen Lebensstil verringert.

Potenzielle Nutzungskonflikte

Im Jahr 2014 hat das Umweltbundesamt die Anzahl an Bohrlöchern, die für die vollständige Förderung der Schiefergasvorkommen in Deutschland notwendig wären, auf 17.778 oder 48.148 geschätzt [10], abhängig von der angenommenen technisch gewinnbaren Menge Erdgas. Durch die Weiterentwicklung von Richtbohrverfahren ist anzunehmen, dass diese Zahlen inzwischen geringer ausfallen. Nichtsdestotrotz befindet sich die überwiegende Mehrheit der deutschen Erdgasvorkommen in Niedersachsen, sodass die potenziellen Bohrstandorte samt Infrastruktur auf einem geographisch begrenzten Gebiet innerhalb kurzer Zeit errichtet werden müssten. Entsprechend sind Nutzungskonflikte absehbar [11]. Da weite Teile Niedersachsens zudem für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Frage kommen, ergeben sich auch im Untergrund potenzielle Nutzungskonkurrenzen [12]. Theoretisch können Bohrlöcher aus unkonventioneller Erdgasförderung anschließend für Tiefe Geothermie nachgenutzt werden. Dies ist aber nur bedingt möglich, da aus Gründen der Energieeffizienz Wärmeabnehmer in unmittelbarer Nähe vorhanden sein müssen [13].

Gesellschaftliche Akzeptanz

Ob berechtigt oder nicht: “Fracking” ist ein Begriff von gesellschaftlicher Brisanz. Auch mit umfangreichen Beteiligungsverfahren und bestmöglicher Wissenschaftskommunikation ist nicht davon auszugehen, dass der geforderte Einsatz dieser Methode zur Erdgasgewinnung hierzulande je auf gesellschaftliche Akzeptanz treffen könnte. Bereits Projektvorschläge zur klimafreundlichen Untergrundnutzung – wie etwa die Tiefe Geothermie, die untertägige Speicherung von Wasserstoff oder Carbon Capture and Storage – treffen in der Öffentlichkeit oft auf Unverständnis, Ängste und Ablehnung [14,15,16]. (Geo)wissenschaftliche Beiträge zur öffentlichen Debatte sind daher bei denjenigen Technologien, die für den nachhaltigen Umbau unseres Energiesystems unverzichtbar sind, wesentlich zielführender als beim Versuch, ein gesellschaftlich derart belastetes Konzept wie Fracking zu forcieren. 

Außenwirkung der Geowissenschaften

Äußerungen wie die Pressemitteilungen des BDG und der DGGV zementieren eine gesellschaftlich weit verbreitete Vorstellung, dass sich die Geowissenschaften einzig und allein mit Rohstoffgewinnung beschäftigen würden und damit eher zu gesellschaftlichen Problemen als zu deren Lösung beitragen. Diese Vorstellung ist aber nicht zutreffend.

Geowissenschaftler*innen haben durch ihr tiefgreifendes Verständnis des Systems Erde und dessen Entwicklung in Raum und Zeit eine außergewöhnliche Expertise für die Bewältigung globaler Herausforderungen unserer Zeit. Konkret ist geowissenschaftliche Kompetenz etwa für die Gewinnung von Rohstoffen für die Energiewende (Wind- und Solarenergieanlagen, Akkus und Netzausbau), die Nutzung von Geothermie, die Etablierung unterirdischer Energiespeicher und die Anwendung von CO2-Minderungsmaßnahmen wie Carbon Capture and Storage unerlässlich. Um unser aller Zukunft nachhaltig zu gestalten, ist allerdings eine Auseinandersetzung innerhalb von Fachdisziplinen, zwischen verschiedenen Disziplinen sowie zwischen Wissenschaft und Gesellschaft unabdingbar. Nur durch eine Vielfalt an Perspektiven und damit die Fähigkeit zur Selbstreflektion und Selbstkorrektur können Voreingenommenheiten ausgeglichen und bedeutungsvolle Beiträge zur Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme erarbeitet werden.

Autor*innen: 
Thora Schubert (M.Sc. Georessourcenmanagement, Freiberufliche Wissenschaftsjournalistin)
Dominic Hildebrandt (Student im M.Sc. Earth Sciences)
Simon Fuhrmann (Student im M.Sc. Geowissenschaften, Pressesprecher Students for Future Deutschland)
Bryce Carr (Student im M.Sc. Angewandte Geowissenschaften)

Kontakt: geosforfuture@gmail.com

 

Erstunterzeichner*innen:

Prof. Dr. Anke Friedrich (München)

Prof. Dr. Nikolaus Froitzheim (Institut für Geowissenschaften, Universität Bonn)

Prof. Dr. Wolfgang Kießling (GeoZentrum Nordbayern, FAU Erlangen-Nürnberg)

Prof. Dr. Jörn Kruhl (TU München)

Prof. Dr. Reinhold Leinfelder (Institut für Geologische Wissenschaften, FU Berlin)

Prof. Dr. Horst R. Marschall (im Vorstand von DMG und DVGeo)

Prof. Dr. Christian März

Christian Masurenko

Prof. Dr. Hans-O. Pörtner

Prof. Dr. Kira Rehfeld

Prof. Dr. Bettina Reichenbacher

Prof. Dr. Christoph Schneider

Dr. Bernhard Steinberger (GFZ Potsdam)

Prof. Dr. Lucie Tajcmanova (Universität Heidelberg)

Prof. Dr. Michael Tatzel

Prof. Dr. Kamil Ustaszewski (Institut für Geowissenschaften, FSU Jena)

Prof. Dr. Kirsten von Elverfeldt (Institut für Geographie und Regionalforschung, Universität Klagenfurt)

 

Quellen:
[1] https://geoberuf.de/presse/pressemitteilungen/mitteilung/unabhaengige-geowissenschaftler-unterstuetzen-den-lindner-vorstoss-zum-fracking-und-fordern-spd-und-gruene-auf-ihre-blockade-aufzugeben
[2] https://www.dggv.de/geowissenschaftlerinnen-und-geowissenschaftler-der-dggv-unterstuetzen-umweltfreundliche-erdgasgewinnung-in-deutschland-unter-einsatz-des-fracking-verfahrens/
[3] https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/geologen-wollen-deutsches-fracking-gas-wir-sollten-es-nicht-in-den-usa-kaufen-li.283567#Echobox=1667850231
[4] https://twitter.com/berlinerzeitung/status/1589716973310644226
[5] https://www.tagesschau.de/wissen/klima/beschluesse-cop27-klimakonferenz-101.html
[6] https://www.nature.com/articles/s41586-019-1364-3
[7] https://www.nature.com/articles/s41467-018-07999-w
[8] https://www.nature.com/articles/s41560-022-01060-3
[9] https://www.linkedin.com/posts/deutsche-geologische-gesellschaft-german-geological-society-63a96282_dggv-germangeologicalsociety-deutschegeologischegesellschaft-activity-6996057529524842496-Z1rG
[10] https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_53_2014_umweltauswirkungen_von_fracking_0.pdf
[11] https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Energie/Downloads/Abschlussbericht_13MB_Schieferoelgaspotenzial_Deutschland_2016.pdf?__blob=publicationFile&v=5
[12] https://experience.arcgis.com/experience/b8ec642296ef48a19afc9759d4b757ee/ 
[13] https://www.lbeg.niedersachsen.de/download/115995 
[14] https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-19528-0_14 
[15] https://www.geothermie.de/bibliothek/lexikon-der-geothermie/a/akzeptanz.html 
[16] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0012825217301125

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Petition created on December 3, 2022