Zwar darf seit Ende Mai kein Gift mehr über Brandenburgs Wäldern versprüht werden, aber so richtig entspannen können wir uns trotzdem nicht. Wir fragen uns, welche Konsequenzen die Forstverwaltung und die Landesregierung aus dieser Auseinandersetzung ziehen werden. Werden Sie den Waldumbau in Zukunft verstärkt betreiben? Werden sie alles daran setzen, die Brandenburger Wälder fit für den Klimawandel zu machen? Oder setzen sie auch nächstes Jahr wieder auf den Giftgroßeinsatz?
Derzeit streifen wir durch die Wälder und versuchen so viel Material wie möglich zu sammeln, um für etwaige Auseinandersetzungen in der Zukunft gerüstet zu sein. Sofern auch Sie uns Fotos und Augenzeugenberichte liefern können, wäre das toll. Bitte entweder an tempelwald.de oder an den NABU Brandenburg senden.
Nach wie vor ist auch nicht ganz klar, wo genau nun gesprüht wurde und wo nicht. Vor Ort hätte die Forstverwaltung drei Wochen lang mit Warnschildern an den Waldwegen warnen müssen. Aber es hingen z.B. keine Schilder an der Wegkreuzung Kemnitzer Weg/Straße Nettgendorf-Zülichendorf. Dagegen wunderten sich die Anwohner über Warnschilder am Pekenberg, außerhalb des offiziellen Bekämpfungsgebietes.
Dies wäre auch vor dem Hintergrund der immer wieder auftretenden Waldbrände äußerst wichtig zu wissen. Durch den Einsatz von Karate Forst flüssig können bei Waldbränden auch Dioxine entstehen. Wie hoch die Konzentration ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darüber streiten die WissenschaftlerInnen. Ab ob nun sehr geringen bis zu hochproblematischen Konzentrationen – Die Feuerwehrleute vor Ort sind stark gefährdet und sie sollten erfahren, dass in den betroffenen Wäldern auch Dioxine entstehen können! Soweit wir wissen, misst die Forstverwaltung nicht, was bei Bränden alles aus Karate entstehen kann
Auch die Gewässer sind gefährdet: neben Dürreperioden mit Waldbränden erleben wir derzeit in Brandenburg teilweise Starkregen mit bis zu 40 Litern pro qm. Mit den vielen Kiefernadeln, die wegen des heftigen Regens auf den Boden fallen, gelangt Karate von den Baumkronen auf die Erde. Von da sickert das Gift in das Grundwasser oder gelangt in die Nahrungskreisläufe, auch über Ableitungen und Kanäle in die Oberflächengewässer. Wird das gemessen? Werden Wanderer, Anwohner und Angler gewarnt? Und dabei sind Brandenburgs Gewässer sowieso schon schwer mit Giften belastet.
Und wichtiger denn je: „Nur erfolgreicher Natur-, Umwelt- und Klimaschutz schafft die Voraussetzungen für dauerhaft erfolgreiches Wirtschaften." Ein eindrucksvoller Kommentar von Christian Schwägerl

