Kastrierte Streuner sind durch einen Chip äußerlich nicht erkennbar!

2.209

Das Problem

Sehr geehrte Streunerkatzenfreunde!

Das Land Niederösterreich fördert ein Projekt zur Unterstützung der Kastration von Streunerkatzen. Die anfallenden Kosten werden unter Einhaltung bestimmter Anforderungen in einer Drittelregelung aufgeteilt und übernommen. Das ist für Vereine wie auch im Katzenschutz engagierte Privatpersonen eine sehr große finanzielle Erleichterung. Eine der neuen Anforderungen wird (heuer im Jahr 2022 testweise als Übergangsregelung) künftig die Kennzeichnung einer kastrierten Streunerkatze mittels implantierten Mikrochip statt der bislang etablierten Ohrspitzen-Markierung (auch “ear tipping” genannt) sein. Darunter versteht man das Absetzen einer feinen, geraden Spitze des linken Ohres in der Narkose während der Kastration. Diese Methode ist international anerkannt und wird auch von der Tierschutz-Rechtsexpertin der Vet.Med. Uni Wien Frau DDr. Regina Binder befürwortet. Der Eingriff ist natürlich völlig schmerzfrei, da er ja wie bereits erwähnt, unter Narkose vorgenommen wird und ist somit lt. § 5 (3) Zif. 1 TSchG als zulässig einzustufen.

Der große Vorteil des "getippten" Ohres ist, dass das Tier somit äußerlich SICHTBAR gekennzeichnet ist, und es auch schon aus der Entfernung mit freiem Auge direkt als “bereits kastriert” erkannt werden kann. Das Chippen hingegen bereitet nicht nur den FängerInnen sehr viel Mehrarbeit, sondern setzt auch die Katzen enormen Stress- und Angstzuständen beim Einfangen aus, die mit einer Ohrspitzen-Markierung vermieden werden könnten.

Zur Kontrolle von Streunerkatzenpopulationen werden oft Wildkameras eingesetzt, um zu beobachten, welche Tiere bereits kastriert sind, bzw. ob es unter Umständen unkastrierte Neuzugänge gibt.

Einen implantierten Chip kann man schlichtweg auf einer Wildkamera nicht sehen. 

Unsere Vereinsmitglieder aber auch Privatpersonen sitzen oft etliche Stunden oder sogar Tage bei einer Falle, um nur eine Katze fangen zu können. Das Einfangen ist für eine scheue Katze, die nicht oder kaum an Menschen gewöhnt ist natürlich sehr stressig. Um dann einen Chip ablesen zu können, muss man sehr nahe an die Katze heran kommen. Meist sitzen die Katzen in ausbruchsicheren Metallkäfigen und alleine dieses Handling ist bei ängstlichen und/oder aggressiven Katzen ohne Narkose kaum machbar. Und wenn es sich dann um eine bereits kastrierte Katze handelt, bleibt man dann zudem auf den entstandenen Tierarztkosten sitzen.
Zusätzlich sind Narkosen natürlich auch immer ein Risiko für die Vierbeiner und diese würden durch den äußerlich nicht ersichtlichen Chip viel öfter vorkommen.

Mit Ihrer Unterschrift können Sie den Streunerkatzen helfen, und ihnen ein ruhiges Katzenleben ohne zusätzlichen Stress durch unnötiges Einfangen gewähren. Daher bitten wir, der Verein Pfötchenhilfe, Sie dringend um Ihre Unterstützung mittels Ihrer Unterschrift, dass diese Förderung auch weiterhin mit der Anforderung der Ohrspitzen-Markierung aufrecht erhalten wird. Die Kosten dürfen nicht auf Vereine oder engagierte Privatpersonen abgewälzt werden. Vielen Dank für Ihre Hilfe!

https://www.tieranwalt.at/fxdata/tieranwalt/prod/media/files/Kastrationsaktionen_Ear_tipping.pdf

https://www.wtm.at/smart_users/ssi/user94/explorer/43/WTM/Archiv/2016/WTM_34_2016/WTM_03042016_Artikel_5_Art.1532.pdf

https://www.netap.ch/images/Projekte/Kastrationen/Identifikationsmethoden_bei_verwilderten_Katzen__Ohrschnitt__NetAP_Juni_2015_2.pdf


Zusammenfassung:

Die Ohrspitzen-Markierung hat für kastrierte Streunerkatzen hat im Vergleich zu anderen Markierungsmethoden viele wichtige Vorteile:

  • die Markierung ist permanent, und sie verblasst nicht (wie z.B. eine Tätowierung).
  • sie ist von weitem auch für Laien sichtbar.
  • auf keinen Fall kann sie mit einer Kampfverletzung verwechselt werden, denn diese verursacht keinen geraden Schnitt an der Ohrspitze.
  • der kleine Eingriff erfolgt unter Narkose und ist für das Tier nicht mit Schmerzen verbunden.
  • eine fachgerechte Ausführung führt weder zu Nachblutungen noch zu Infektionen.
  • internationales Zeichen für kastrierte Tiere.
  • sichtbar in der Dämmerung und auf der Wildkamera
  • effiziente Populationskontrolle, weil bei Beständen sofort auffällt, wenn Neuzugänge zu verzeichnen sind.
  • dennoch eingefangene Tiere werden nicht unnötig nochmals narkotisiert, um den  Chip auszulesen. Es reicht ein Blick auf das Ohr.
  • kann für das Tier lebensrettend sein, weil Jäger die Katzen aus kontrollierten Kolonien vom Abschuss ausschließen.

Grundlage: https://noe.orf.at/stories/3133478/?fbclid=IwAR1kCeKVBMC5K9fDMMp0fvN4nbuTZY0CiJUmjcNdWNfI5kZO7q8vhqeV4g8

avatar of the starter
Verein PfötchenhilfePetitionsstarter*inWir sind ein eingetragener Katzenschutzverein. Wir kümmern uns vorrangig um Streunerkatzenpopulationen im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich und betreuen in diesem Sinne rund 240 Katzen an 365 Tagen im Jahr.

Die Entscheidungsträger*innen

NÖ Landesregierung
NÖ Landesregierung
NÖ Tierärztekammer
NÖ Tierärztekammer

Neuigkeiten zur Petition