IC-Verbindung Amsterdam-NRW: Halte in Emmerich und Wesel sichern
IC-Verbindung Amsterdam-NRW: Halte in Emmerich und Wesel sichern
Das Problem
Forderung:
Die Landesregierung NRW möge sich politisch bei der Deutschen Bahn (DB) und den Nederlandse Spoorwegen (NS) dafür einzusetzen, dass die ab 2028 neu eingerichtete InterCity-Verbindung zwischen Amsterdam und NRW (Endstation Köln oder Dortmund) Zwischenhalte in Emmerich und Wesel vorsieht.
Darüber hinaus wird die Landesregierung gebeten, den verkehrlichen und wirtschaftlichen Nutzen dieser Halte für die Region Niederrhein zu ermitteln, um ggf. eine Subventionierung der Halte beschließen zu können.
Begründung:
Die geplante internationale IC-Linie Amsterdam–Köln stellt eine bedeutende Verbesserung der grenzüberschreitenden Mobilität zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden dar und ergänzt die bisherige ICE-Verbindung zu einem Stundentakt. Da die ICEs leider keinen Halt am Niederrhein machen, bietet die neue Linie die Chance, den Niederrhein stärker in das internationale Fernverkehrsnetz einzubinden, indem die Halte in Emmerich und Wesel eingerichtet werden.
Die Städte Emmerich und Wesel verfügen über eine wichtige Funktion im regionalen Schienenverkehr. Insbesondere Emmerich bildet als erster größerer Bahnhof auf deutscher Seite mit zahlreichen städteübergreifenden Buslinien einen natürlichen Zugangspunkt für den grenzüberschreitenden Verkehr. Wesel wiederum ist ein bedeutender Bahnumsteigeknoten mit zusätzlichen Busverbindungen in den gesamten Niederrhein sowie in das westliche Ruhrgebiet.
Die wichtigsten Argumente im Überblick:
1) Historische Abkopplung des Niederrheins beenden: Aktuell gibt es keinen einzigen Halt eines Fernverkehrszuges für die ca. 770.000 Bewohner in den gesamten Klever und Weseler Kreisgebieten – und das war lange Zeit anders! Bereits vor mehr als hundert Jahren war bspw. Kleve über die linksrheinische Strecke noch mit Städten wie Nimwegen, Hoek van Holland, Köln, Koblenz und per Kurswagen sogar mit Venedig auf direktem Wege verbunden. Heute fährt dort lediglich der RE10, der durch regelmäßige Unzuverlässigkeit von sich Reden macht und die Passagiere nach ca. einer Stunde Fahrt überhaupt erst zum nächsten Knotenpunkt (Krefeld Hbf.) bringt, wobei die ersten Fernverkehrszüge tagsüber lediglich im anderthalb Stunden entfernten Düsseldorf erreicht werden können. Auch von Emmerich aus ist ein historisch noch nie dagewesen begrenzter Radius an Orten zu erreichen, indem der dort verkehrende RE19 lediglich zwischen Arnheim und Düsseldorf pendelt. Dabei war Emmerich noch bis in die 2000er Jahre ein Halt für Euro-City Züge (EC) zwischen Amsterdam und der Schweiz, und bis ins Jahr 2015 hielt der CityNightLiner (CNL) in Emmerich, welcher als Nachtzug von Amsterdam nach Warschau und Prag sowie in Gegenrichtung fuhr.
Diese Einschränkungen (lediglich Regionalverkehr mit geringer Reichweite und sehr vielen Zwischenhalten bzw. langer Reisedauer) machen das Bahnfahren am Niederrhein sehr unattraktiv. Die wesentlichen Faktoren zur Steigerung des Personenaufkommens im Bahnverkehr sind Zeitersparnis, günstige Preise und Reisekomfort. Durch einen Intercity-Halt könnte also eine Zeitersparnis bewirkt werden, da nicht mehr in die langsamen Regionalexpress-Züge eingestiegen werden muss. Außerdem steigt der Reisekomfort, da die Umstiege in Krefeld, Düsseldorf, Arnheim oder sonst wo entfallen und weiter entfernte Destinationen umsteigefrei erreicht werden können. Zuletzt könnten auch die Preise sogar attraktiver werden, da keine teuren Einzelfahrten im Regionalverkehr gekauft werden müssen, sondern durch SuperSparPreise und andere Angebote zum Teil erschwingliche Fahrten im Fernverkehr denkbar sind.
2) Standort „Niederrhein“ stärken: Der Niederrhein hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, wenn man an den Tourismus denkt. Der Tourismus – ein Wirtschaftssektor mit bedeutendem Multiplikatoreffekt auf benachbarte Wirtschaftszweige wie Gastronomie – zeigt zuletzt 2025 einen starken Anstieg hinsichtlich der Ankünfte. Die bessere Erreichbarkeit des Niederrheins durch einen InterCity könnte aus vorher genannten Gründen dazu führen, dass Personen sich eher dazu entscheiden, ihren Urlaub am Niederrhein zu verbringen. Ungefähre Prognosen müssten bspw. durch vergleichbare Orte ermittelt werden, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass der IC-Halt dem Tourismus und somit weiten Bereichen der Wirtschaft am Niederrhein zuträglich sein wird. Um diesen Effekt zu verstärken, muss der Bahnhof in Emmerich gut per Bus erreichbar sein, wobei die Buslinie SB58 (Nimwegen-Kranenburg-Kleve-Emmerich) sowie weitere Linien bereits für eine direkte Verbindung in benachbarte Städte sorgt.
Ein weiterer Punkt ist die Hochschule Rhein-Waal in Kleve, deren Studierendenzahl weiterhin steigt. Studierende fragen Wohnraum nach, beleben das Stadtbild, sorgen mit ihrer zusätzlichen Kaufkraft ebenso für einen wirtschaftlichen Effekt im Bereich des alltäglichen Konsums und bleiben im Idealfall der Region erhalten – prägen also das Know-How einer Region. Mehr als die Hälfte der Studierenden der Hochschule RheinWaal stammen nicht aus Deutschland und selbst unter den Deutschen stammen viele von ihnen aus anderen Regionen der Republik. Für diese Menschen wäre es eine große Erleichterung, wenn sie schneller an größere Flughäfen wie Amsterdam oder Düsseldorf angebunden wären, da sie so einen besseren Kontakt zu ihrer Heimat pflegen könnten. Ich persönlich habe in den letzten Jahren sogar eine Reihe von Personen kennengelernt, die sich bewusst gegen das Studium in Kleve entschieden haben, weil die Region so abgelegen sei – und das im Herzen Europas. Die IC-Verbindung könnte dafür sorgen, dass dieser Missstand etwas gelindert wird und sich womöglich mehr junge Leute für den Hochschulstandort am Niederrhein entscheiden, was zu allen obengenannten Vorteilen führen kann.
3) Alternativen für Einheimische schaffen: Ein letztes größeres Argument, sind die konkreten Vorteile für die einheimische Bevölkerung sowie deren Angehörigen. Zu nennen sind bspw. geschäftliche und touristische Reisen, die vereinfacht werden. So könnten wichtige Unternehmenstreffen oder ein einfacher Wochenendausflug nach Köln oder Amsterdam deutlich angenehmer und umweltfreundlicher geplant werden. Zudem sind die Flughäfen Düsseldorf und Amsterdam in einer voraussichtlich reduzierten Reisezeit zu erreichen, sodass man an dieser Stelle nicht mehr auf das Auto angewiesen ist. Insgesamt könnte die Abhängigkeit vom Auto reduziert und somit Klimaschutz betrieben werden.
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner bitten den Landtag Nordrhein-Westfalen, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger des Niederrheins zu unterstützen und sich für die Aufnahme der Bahnhöfe Emmerich und Wesel in das Haltekonzept der geplanten internationalen IC-Verbindung Amsterdam–Köln einzusetzen.
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Das Problem
Forderung:
Die Landesregierung NRW möge sich politisch bei der Deutschen Bahn (DB) und den Nederlandse Spoorwegen (NS) dafür einzusetzen, dass die ab 2028 neu eingerichtete InterCity-Verbindung zwischen Amsterdam und NRW (Endstation Köln oder Dortmund) Zwischenhalte in Emmerich und Wesel vorsieht.
Darüber hinaus wird die Landesregierung gebeten, den verkehrlichen und wirtschaftlichen Nutzen dieser Halte für die Region Niederrhein zu ermitteln, um ggf. eine Subventionierung der Halte beschließen zu können.
Begründung:
Die geplante internationale IC-Linie Amsterdam–Köln stellt eine bedeutende Verbesserung der grenzüberschreitenden Mobilität zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden dar und ergänzt die bisherige ICE-Verbindung zu einem Stundentakt. Da die ICEs leider keinen Halt am Niederrhein machen, bietet die neue Linie die Chance, den Niederrhein stärker in das internationale Fernverkehrsnetz einzubinden, indem die Halte in Emmerich und Wesel eingerichtet werden.
Die Städte Emmerich und Wesel verfügen über eine wichtige Funktion im regionalen Schienenverkehr. Insbesondere Emmerich bildet als erster größerer Bahnhof auf deutscher Seite mit zahlreichen städteübergreifenden Buslinien einen natürlichen Zugangspunkt für den grenzüberschreitenden Verkehr. Wesel wiederum ist ein bedeutender Bahnumsteigeknoten mit zusätzlichen Busverbindungen in den gesamten Niederrhein sowie in das westliche Ruhrgebiet.
Die wichtigsten Argumente im Überblick:
1) Historische Abkopplung des Niederrheins beenden: Aktuell gibt es keinen einzigen Halt eines Fernverkehrszuges für die ca. 770.000 Bewohner in den gesamten Klever und Weseler Kreisgebieten – und das war lange Zeit anders! Bereits vor mehr als hundert Jahren war bspw. Kleve über die linksrheinische Strecke noch mit Städten wie Nimwegen, Hoek van Holland, Köln, Koblenz und per Kurswagen sogar mit Venedig auf direktem Wege verbunden. Heute fährt dort lediglich der RE10, der durch regelmäßige Unzuverlässigkeit von sich Reden macht und die Passagiere nach ca. einer Stunde Fahrt überhaupt erst zum nächsten Knotenpunkt (Krefeld Hbf.) bringt, wobei die ersten Fernverkehrszüge tagsüber lediglich im anderthalb Stunden entfernten Düsseldorf erreicht werden können. Auch von Emmerich aus ist ein historisch noch nie dagewesen begrenzter Radius an Orten zu erreichen, indem der dort verkehrende RE19 lediglich zwischen Arnheim und Düsseldorf pendelt. Dabei war Emmerich noch bis in die 2000er Jahre ein Halt für Euro-City Züge (EC) zwischen Amsterdam und der Schweiz, und bis ins Jahr 2015 hielt der CityNightLiner (CNL) in Emmerich, welcher als Nachtzug von Amsterdam nach Warschau und Prag sowie in Gegenrichtung fuhr.
Diese Einschränkungen (lediglich Regionalverkehr mit geringer Reichweite und sehr vielen Zwischenhalten bzw. langer Reisedauer) machen das Bahnfahren am Niederrhein sehr unattraktiv. Die wesentlichen Faktoren zur Steigerung des Personenaufkommens im Bahnverkehr sind Zeitersparnis, günstige Preise und Reisekomfort. Durch einen Intercity-Halt könnte also eine Zeitersparnis bewirkt werden, da nicht mehr in die langsamen Regionalexpress-Züge eingestiegen werden muss. Außerdem steigt der Reisekomfort, da die Umstiege in Krefeld, Düsseldorf, Arnheim oder sonst wo entfallen und weiter entfernte Destinationen umsteigefrei erreicht werden können. Zuletzt könnten auch die Preise sogar attraktiver werden, da keine teuren Einzelfahrten im Regionalverkehr gekauft werden müssen, sondern durch SuperSparPreise und andere Angebote zum Teil erschwingliche Fahrten im Fernverkehr denkbar sind.
2) Standort „Niederrhein“ stärken: Der Niederrhein hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, wenn man an den Tourismus denkt. Der Tourismus – ein Wirtschaftssektor mit bedeutendem Multiplikatoreffekt auf benachbarte Wirtschaftszweige wie Gastronomie – zeigt zuletzt 2025 einen starken Anstieg hinsichtlich der Ankünfte. Die bessere Erreichbarkeit des Niederrheins durch einen InterCity könnte aus vorher genannten Gründen dazu führen, dass Personen sich eher dazu entscheiden, ihren Urlaub am Niederrhein zu verbringen. Ungefähre Prognosen müssten bspw. durch vergleichbare Orte ermittelt werden, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass der IC-Halt dem Tourismus und somit weiten Bereichen der Wirtschaft am Niederrhein zuträglich sein wird. Um diesen Effekt zu verstärken, muss der Bahnhof in Emmerich gut per Bus erreichbar sein, wobei die Buslinie SB58 (Nimwegen-Kranenburg-Kleve-Emmerich) sowie weitere Linien bereits für eine direkte Verbindung in benachbarte Städte sorgt.
Ein weiterer Punkt ist die Hochschule Rhein-Waal in Kleve, deren Studierendenzahl weiterhin steigt. Studierende fragen Wohnraum nach, beleben das Stadtbild, sorgen mit ihrer zusätzlichen Kaufkraft ebenso für einen wirtschaftlichen Effekt im Bereich des alltäglichen Konsums und bleiben im Idealfall der Region erhalten – prägen also das Know-How einer Region. Mehr als die Hälfte der Studierenden der Hochschule RheinWaal stammen nicht aus Deutschland und selbst unter den Deutschen stammen viele von ihnen aus anderen Regionen der Republik. Für diese Menschen wäre es eine große Erleichterung, wenn sie schneller an größere Flughäfen wie Amsterdam oder Düsseldorf angebunden wären, da sie so einen besseren Kontakt zu ihrer Heimat pflegen könnten. Ich persönlich habe in den letzten Jahren sogar eine Reihe von Personen kennengelernt, die sich bewusst gegen das Studium in Kleve entschieden haben, weil die Region so abgelegen sei – und das im Herzen Europas. Die IC-Verbindung könnte dafür sorgen, dass dieser Missstand etwas gelindert wird und sich womöglich mehr junge Leute für den Hochschulstandort am Niederrhein entscheiden, was zu allen obengenannten Vorteilen führen kann.
3) Alternativen für Einheimische schaffen: Ein letztes größeres Argument, sind die konkreten Vorteile für die einheimische Bevölkerung sowie deren Angehörigen. Zu nennen sind bspw. geschäftliche und touristische Reisen, die vereinfacht werden. So könnten wichtige Unternehmenstreffen oder ein einfacher Wochenendausflug nach Köln oder Amsterdam deutlich angenehmer und umweltfreundlicher geplant werden. Zudem sind die Flughäfen Düsseldorf und Amsterdam in einer voraussichtlich reduzierten Reisezeit zu erreichen, sodass man an dieser Stelle nicht mehr auf das Auto angewiesen ist. Insgesamt könnte die Abhängigkeit vom Auto reduziert und somit Klimaschutz betrieben werden.
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner bitten den Landtag Nordrhein-Westfalen, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger des Niederrheins zu unterstützen und sich für die Aufnahme der Bahnhöfe Emmerich und Wesel in das Haltekonzept der geplanten internationalen IC-Verbindung Amsterdam–Köln einzusetzen.
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Petition am 18. Juni 2026 erstellt