Hör auf, Pässe wegzunehmen! Schützen Sie ausländische Mitarbeiter in Japan


Hör auf, Pässe wegzunehmen! Schützen Sie ausländische Mitarbeiter in Japan
署名活動の主旨
Die NPO „Posse Foreign Labour Support Center“, befasst sich mit Problemen der Arbeits- und Lebenswelt von ausländischen Arbeitnehmern in Japan. Freiwillige, vor allem Oberschüler und Studenten, arbeiten an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für ausländische Arbeitnehmer durch Beratung vor Ort, Outreach-Maßnahmen, oder auch durch Kommunikation mit der Gesellschaft.
Diesmal möchten wir Sie bitten, für eine gesetzliche Regulierung zu unterschreiben, die es Unternehmen verbietet Ausweispapiere, wie Reisepässe oder Abschlusszeugnisse, von ausländischen Arbeitnehmern in Japan abzunehmen.
Tatsächlich ist in Japan Zwangsarbeit möglich, wenn Unternehmen die Pässe ausländischer Arbeitnehmer einziehen. Dies ist den Unternehmen gesetzlich nicht verboten. POSSE selbst hat sechs Anfragen zum Thema: „weggenommene Ausweispapiere“, erhalten. Um die Menschenrechte ausländischer Arbeitnehmer in Japan zu schützen, ist eine gesetzliche Regelung notwendig.
● „Help me“ als Nachricht an POSSE – Der Beispielfall einer philippinischen Arbeitnehmerin
Drei Jahre nach Ihrer Ankunft in Japan, wurde die aus den Philippinen kommende Brenda (Pseudonym), im Mai 2019 an der Verwaltungsstelle „アドバンスコンサル“ (Advance Consul) (Repräsentant: Takahiro Komine), in Yokohama als Übersetzerin eingestellt. Als sie eingestellt wurde, sagte das Unternehmen Brenda, sie solle ihren Reisepass, sowie ihren originalen Universitätsabschluss vorlegen, unter dem Vorwand diese Dokumente seien nötig, um ihren Aufenthaltsstatus zu verlängern. Natürlich dachte Brenda, dass sie ihren Pass und andere Dokumente zurückerhalten würde, nachdem ihr Aufenthaltsstatus verlängert wurde.
Zwei Monate später wurde Ihr Aufenthaltsstatus dann erfolgreich erneuert, jedoch wurden Ihre Dokumente, welche sie dem Unternehmen anvertraut hatte, aus ihr nicht verständlichen Gründen, nicht zurückgegeben. Daraufhin wurde Brenda besorgt und fragte bei dem Unternehmen nach: „Kann ich meinen Pass zurückbekommen?“, welches daraufhin antwortete: „der Pass bleibt jetzt bei uns in der Verwaltungsstelle. Wenn wir ihn dir zurückgeben, würdest du bestimmt weglaufen, oder?“. Das Unternehmen weigerte sich den Pass zurückzugeben.
Tatsächlich schloss sie, als sie in die Firma eintrat, einen Vertrag „über die Verwaltung des Reisepasses“ ab. Brenda, die kein schwieriges Japanisch lesen kann, hat daher zunächst nicht, sondern erst später herausgefunden, was im Vertrag stand: „Das Unternehmen wird entscheiden, wie der Pass zu verwalten ist.“ und „Die Pässe werden auch nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen von diesem behalten.“, als ein Volunteer von POSSE Brenda den Inhalt des Vertrags näher erklärte.
Die sich unwohl fühlende Brenda schickte dann über Facebook die Nachricht: „Help me“, an die NPO Posse, wodurch sich das Gespräch mit ihr in eine Konsultation entwickelte. Später trat Brenda dann in die Gewerkschaft von POSSE (General Support Union) ein und bat das Unternehmen mehrmals um Tarifverhandlungen, doch das Unternehmen weigerte sich, so wie es sich auch weiterhin weigerte, ihren Pass zurückzugeben. Mit der Unterstützung von POSSE reichte Brenda dann am 16. Januar 2020 beim Bezirksgericht Yokohama eine Zivilklage gegen Herrn Komine, den Vertreter von Advance Consul, ein und forderte die Rückgabe ihres Reisepasses und die Zahlung von Entschädigungen.
(Ihre Dokumente, wie ihr Pass und ihr Universitätsabschluss, wurden schließlich am Tag der Gerichtsverhandlung, dem 25. August dieses Jahres, zu Brenda zurückgeschickt. Das Unternehmen hat jedoch sein Fehlverhalten nicht eingestanden und das Gerichtsverfahren zur Beantragung von Entschädigungen wird momentan fortgesetzt.)
● Zwangsarbeit ist möglich, indem der Pass ausländischer Arbeitnehmer zurückgehalten wird
Wenn ein in Japan arbeitender Ausländer von einem Unternehmen seines Passes oder Hochschuldiploms beraubt wird, wird er nicht in sein Heimatland zurückkehren können und es wird schwierig für ihn sein, seinen Arbeitsplatz zu einem anderen Unternehmen zu wechseln. POSSE hat insgesamt sechs solcher Konsultationen von Praktikanten und anderen erhalten, aber dies ist nur die Spitze des Eisbergs.
Warum reißen diese Unternehmen aber überhaupt ausländische Pässe an sich? So soll verhindert werden, dass ausländische Arbeitskräfte aus einem schlechten Arbeitsumfeld entkommen können. Es ist Teil der Strategie, dass in Unternehmen, die bei niedrigen Löhnen lange Arbeitszeiten fordern, nicht der Lohn erhöht wird, um die Arbeiter am Arbeitsplatz zu halten, sondern dass ihnen ihre Pässe abgenommen werden, um einen Arbeitsplatzwechsel zu verhindern.
Es ist global allgemein bekannt, dass Arbeitnehmer gezwungen werden können, zu arbeiten, wenn Unternehmen ihre Pässe behalten. Daher erklärten die Vereinten Nationen, dass „es illegal ist, zu versuchen, ein Identifizierungsdokument zu beschlagnahmen, zu zerstören oder zu vernichten…“ („Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen (1990)“). Weiterführend ist in den Vereinigten Staaten sowie in Brasilien, das Einziehen von Reisepässen für Unternehmen illegal.
Obwohl es in Japan für Unternehmen illegal ist, die Pässe von technischen Praktikanten einzuziehen, gibt es im Hinblick auf andere in Japan residierende Ausländer (beispielsweise Langzeitbewohner, ausländische Studierende, ausländische Arbeitnehmer, welche sich im Rahmen eines regulären Arbeitsvisums in Japan aufhalten, usw.), keine Vorschriften was das Einziehen von Reisepässen durch Unternehmen betrifft.
Weltweit wird anerkannt, dass der Akt der Unternehmen, die Pässe aufbewahren, Zwangsarbeit ist und verboten werden sollte. Wir führen in Japan diese Kampagne durch, um ähnliche Vorschriften zu fordern. Bitte stimmen Sie zu!
Posse Foreign Labour Support Center
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Die NPO „Posse Foreign Labour Support Center“, befasst sich mit Problemen der Arbeits- und Lebenswelt von ausländischen Arbeitnehmern in Japan. Freiwillige, vor allem Oberschüler und Studenten, arbeiten an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für ausländische Arbeitnehmer durch Beratung vor Ort, Outreach-Maßnahmen, oder auch durch Kommunikation mit der Gesellschaft.
Diesmal möchten wir Sie bitten, für eine gesetzliche Regulierung zu unterschreiben, die es Unternehmen verbietet Ausweispapiere, wie Reisepässe oder Abschlusszeugnisse, von ausländischen Arbeitnehmern in Japan abzunehmen.
Tatsächlich ist in Japan Zwangsarbeit möglich, wenn Unternehmen die Pässe ausländischer Arbeitnehmer einziehen. Dies ist den Unternehmen gesetzlich nicht verboten. POSSE selbst hat sechs Anfragen zum Thema: „weggenommene Ausweispapiere“, erhalten. Um die Menschenrechte ausländischer Arbeitnehmer in Japan zu schützen, ist eine gesetzliche Regelung notwendig.
● „Help me“ als Nachricht an POSSE – Der Beispielfall einer philippinischen Arbeitnehmerin
Drei Jahre nach Ihrer Ankunft in Japan, wurde die aus den Philippinen kommende Brenda (Pseudonym), im Mai 2019 an der Verwaltungsstelle „アドバンスコンサル“ (Advance Consul) (Repräsentant: Takahiro Komine), in Yokohama als Übersetzerin eingestellt. Als sie eingestellt wurde, sagte das Unternehmen Brenda, sie solle ihren Reisepass, sowie ihren originalen Universitätsabschluss vorlegen, unter dem Vorwand diese Dokumente seien nötig, um ihren Aufenthaltsstatus zu verlängern. Natürlich dachte Brenda, dass sie ihren Pass und andere Dokumente zurückerhalten würde, nachdem ihr Aufenthaltsstatus verlängert wurde.
Zwei Monate später wurde Ihr Aufenthaltsstatus dann erfolgreich erneuert, jedoch wurden Ihre Dokumente, welche sie dem Unternehmen anvertraut hatte, aus ihr nicht verständlichen Gründen, nicht zurückgegeben. Daraufhin wurde Brenda besorgt und fragte bei dem Unternehmen nach: „Kann ich meinen Pass zurückbekommen?“, welches daraufhin antwortete: „der Pass bleibt jetzt bei uns in der Verwaltungsstelle. Wenn wir ihn dir zurückgeben, würdest du bestimmt weglaufen, oder?“. Das Unternehmen weigerte sich den Pass zurückzugeben.
Tatsächlich schloss sie, als sie in die Firma eintrat, einen Vertrag „über die Verwaltung des Reisepasses“ ab. Brenda, die kein schwieriges Japanisch lesen kann, hat daher zunächst nicht, sondern erst später herausgefunden, was im Vertrag stand: „Das Unternehmen wird entscheiden, wie der Pass zu verwalten ist.“ und „Die Pässe werden auch nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen von diesem behalten.“, als ein Volunteer von POSSE Brenda den Inhalt des Vertrags näher erklärte.
Die sich unwohl fühlende Brenda schickte dann über Facebook die Nachricht: „Help me“, an die NPO Posse, wodurch sich das Gespräch mit ihr in eine Konsultation entwickelte. Später trat Brenda dann in die Gewerkschaft von POSSE (General Support Union) ein und bat das Unternehmen mehrmals um Tarifverhandlungen, doch das Unternehmen weigerte sich, so wie es sich auch weiterhin weigerte, ihren Pass zurückzugeben. Mit der Unterstützung von POSSE reichte Brenda dann am 16. Januar 2020 beim Bezirksgericht Yokohama eine Zivilklage gegen Herrn Komine, den Vertreter von Advance Consul, ein und forderte die Rückgabe ihres Reisepasses und die Zahlung von Entschädigungen.
(Ihre Dokumente, wie ihr Pass und ihr Universitätsabschluss, wurden schließlich am Tag der Gerichtsverhandlung, dem 25. August dieses Jahres, zu Brenda zurückgeschickt. Das Unternehmen hat jedoch sein Fehlverhalten nicht eingestanden und das Gerichtsverfahren zur Beantragung von Entschädigungen wird momentan fortgesetzt.)
● Zwangsarbeit ist möglich, indem der Pass ausländischer Arbeitnehmer zurückgehalten wird
Wenn ein in Japan arbeitender Ausländer von einem Unternehmen seines Passes oder Hochschuldiploms beraubt wird, wird er nicht in sein Heimatland zurückkehren können und es wird schwierig für ihn sein, seinen Arbeitsplatz zu einem anderen Unternehmen zu wechseln. POSSE hat insgesamt sechs solcher Konsultationen von Praktikanten und anderen erhalten, aber dies ist nur die Spitze des Eisbergs.
Warum reißen diese Unternehmen aber überhaupt ausländische Pässe an sich? So soll verhindert werden, dass ausländische Arbeitskräfte aus einem schlechten Arbeitsumfeld entkommen können. Es ist Teil der Strategie, dass in Unternehmen, die bei niedrigen Löhnen lange Arbeitszeiten fordern, nicht der Lohn erhöht wird, um die Arbeiter am Arbeitsplatz zu halten, sondern dass ihnen ihre Pässe abgenommen werden, um einen Arbeitsplatzwechsel zu verhindern.
Es ist global allgemein bekannt, dass Arbeitnehmer gezwungen werden können, zu arbeiten, wenn Unternehmen ihre Pässe behalten. Daher erklärten die Vereinten Nationen, dass „es illegal ist, zu versuchen, ein Identifizierungsdokument zu beschlagnahmen, zu zerstören oder zu vernichten…“ („Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen (1990)“). Weiterführend ist in den Vereinigten Staaten sowie in Brasilien, das Einziehen von Reisepässen für Unternehmen illegal.
Obwohl es in Japan für Unternehmen illegal ist, die Pässe von technischen Praktikanten einzuziehen, gibt es im Hinblick auf andere in Japan residierende Ausländer (beispielsweise Langzeitbewohner, ausländische Studierende, ausländische Arbeitnehmer, welche sich im Rahmen eines regulären Arbeitsvisums in Japan aufhalten, usw.), keine Vorschriften was das Einziehen von Reisepässen durch Unternehmen betrifft.
Weltweit wird anerkannt, dass der Akt der Unternehmen, die Pässe aufbewahren, Zwangsarbeit ist und verboten werden sollte. Wir führen in Japan diese Kampagne durch, um ähnliche Vorschriften zu fordern. Bitte stimmen Sie zu!
Posse Foreign Labour Support Center
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2020年11月11日に作成されたオンライン署名