Stoppt Gewinnmaximierung in der Altenpflege! Jetzt!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 1.000.


Nicht nur, dass in der aktuellen Corona-Krise die Schutzausrüstungen fehlen, Mangel am Nötigsten besteht aufgrund der Gewinnmaximierung in der Altenpflege seit langem. Woran liegt das? Weil niemand kontrolliert!

Wir sind so wütend! Pflegeheimbewohner sterben wie die Fliegen!

Wir sind zwei Frauen, beide 57 Jahre alt und arbeiten zum Teil seit über 20 Jahren als examinierte Altenpflegerin und als Führungskraft in der Altenpflege. Wir lieben die Altenpflege, die Bewohnerinnen und Bewohner und wir schätzen unsere Kolleginnen und Kollegen.

Und wir haben alles gesehen:

  • BMIs von 17 aufgrund von Mangelernährung...
  • 14 Tage alten Kot im Bett, an der Wand, unter den Fingernägeln...
  • einen Inkontinenzartikel, der für zwei Tage reichen musste...
  • verwahrloste demenziell veränderte Bewohner...
  • Dekubiti an jeder Stelle des Körpers, bis auf die Knochen...
  • Tütenkartoffelbrei mit Pulvercremspeise als Mahlzeit...
  • verzweifelte Angehörige, die sich nicht getraut haben etwas zu sagen, weil sie Angst hatten, dass ihre Liebsten es büßen müssten, sobald sie wieder allein wären...
  • Bewohner, die mit Kopfkissenbezügen abgetrocknet werden mussten, weil es keine Handtücher gab... die falsche Medikation von Helfern bekamen, weil es keine Fachkräfte gab...

Und alles das gab es bereits vor CORONA!

Die aktuelle Corona-Krise zeigt nun uns allen, dass einige der Alten- und Pflegeheime äußerst schlecht aufgestellt sind, wenn es darum geht die Bewohner und die Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen.

Es gibt Pflegeheime, die werden mit den Herausforderungen dieser Krise fertig und es gibt die „Anderen“.

Warum ist das so? Warum sterben Bewohner in einigen Häusern in so hoher Anzahl?

Die Privatisierung und die damit einhergehende "Selbstverwaltung in der Pflege" hat das Verhalten der Pflegeheimbetreiber intransparent und unkontrollierbar werden lassen. Denn seit Jahrzehnten steht die Gewinnmaximierung und die damit verbundenen hohen Renditen in der Pflegewirtschaft im Vordergrund, der oftmals auch aus dem Ausland handelnden Investoren.

Das rächt sich jetzt bitterlich.

Wenn uns diese Pandemie heute eins zeigt, dann ist es wie viel schon seit Jahrzehnten in unserem Gesundheitssystem versäumt wurde und dass falsche Prioritäten gesetzt wurden. Diese falschen Prioritäten führen jetzt zum Tod von Großeltern, Eltern und Partner, außerdem zur Traumatisierung der Pflegekräfte.

Covid19 ist nur ein Virus, die Ursachen der Katastrophe liegen woanders!

Herr Minister Spahn, die Bewohner müssen überall und zu jeder Zeit qualitativ gut versorgt werden!

Die „Selbstverwaltung der Pflege“ arbeitet im Verborgenen und generiert über unsere Gelder aus der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung unkontrolliert exorbitant hohe Renditen, bis zu 15%!

Renditen, die an die Investoren weitergegeben werden und nicht den Bewohnern und den Pflegekräften zugutekommen.

Es muss jetzt gehandelt werden!

Viele Bewohner werden aus Kostengründen schlecht ernährt.

Der Rohverpflegungssatz, also der Betrag, der einem Altenpflegeheimbewohner für alle Mahlzeiten und Getränke täglich zur Verfügung steht, beträgt in einigen Konzernen 2,65 €. Diesen Satz darf die Küchenleitung allerhöchstens verbrauchen. Bei Überschreitung dieser Tagespauschale für die Mahlzeiten muss sie mit Kündigung rechnen.

Frühstück, Mittagessen, Nachmittagskaffee, Abendbrot und Zwischenmahlzeit für 2,65 € am Tag – pro Bewohner! Dass damit keine vernünftige Ernährung stattfinden kann, die alle essentiellen Nahrungsbestandteile enthält, versteht sich von selbst.

Zum Vergleich: Selbst bei HarzIV beträgt der Satz pro Tag 4,85 €, und dieser Satz ist nachgewiesen schon zu niedrig für eine gesunde Ernährung.

Durch Nichteinstellung von Pflegepersonal, nicht einhalten der Fachkraftquote, unverschämt niedrige Löhne und Unterlassung von Fort und Weiterbildung werden die Personalkosten künstlich niedrig gehalten.

Angehörige und auch die Bewohner haben das Recht auf den ersten Blick zu erkennen, ob in der Einrichtung:

genug gut ausgebildetes und zufriedenes Personal
genug nahrhaftes und gesundes Essen
gute Pflegequalität

geboten wird, bevor wir den Heimvertrag unterschreiben!

Betrieblichen Kennzahlen machen solche Missstände sofort deutlich. Diese Kennzahlen liegen den Unternehmen vor, werden aber unter dem Deckmantel des „Betriebsgeheimnisses“ unter Verschluss gehalten. Das Handeln der Pflegeheimbetreiber muss endlich für die Öffentlichkeit transparent werden. Denn sie erwirtschaften ihre Gewinne über unsere Gelder aus Rentenversicherung, Kranken- und Pflegekassen.

Das muss nach der Corona-Krise anders werden!

Und dies zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger, auch mit Blick auf die kommende Babyboomer Generation.

Herr Minister, wir fordern Sie auf, den Missständen in der stationären Altenpflege endlich schnellstmöglich entgegenzuwirken, die

die Sicherheit der in den stationären Einrichtungen lebenden Senioren gefährden,

die ordnungsgemäße Durchführung der Pflegemaßnamen beeinträchtigt oder

erhebliche Nachteile für die Mitarbeiter oder Senioren nach sich ziehen.

Deshalb fordern wir:

Um die Bewohner zu schützen, muss jedes Fehlen von Personal einen sofortigen Aufnahmestopp zusätzlicher Bewohner in einer Einrichtung zur Folge haben, bis die Anzahl des Personals wieder dem Personalschlüssel entspricht.

Jedes Auftreten von Qualitätsmängeln in der Bewohnerversorgung muss einen sofortigen Aufnahmestopp zusätzlicher Bewohner zur Folge haben, bis nachgewiesene Maßnahmen zu einer dauerhaften Abhilfe bzw. Beseitigung der Qualitätsmängel geführt haben.

Um die Sicherheit der Bewohner in einem Pflegeheim zu überwachen und die Gesundheit der Pflegekräfte zu gewährleisten, fordern wir für jede Bürgerin und jeden Bürger öffentlich einsehbar deshalb die Meldepflicht und Veröffentlichung folgender Kennzahlen zu jedem Jahresabschluss:

  • Umsatzrendite in %
  • Täglicher Rohverpflegungssatz in €
  • Personalkosten in %
  • Personalfort- und Weiterbildungskosten in %
  • Fachkraftquote in %
  • Personalschlüssel in Personal pro Bewohner
  • Personalfluktuation in %
  • Krankenstand in %
  • Anzahl der Überlastungsanzeigen
  • Anzahl der anlassbezogenen Heimaufsichts- und MDK Begehungen
  • Angabe, ob es eine Mitarbeitervertretung bzw. einen Betriebsrat in der Einrichtung gibt.

Es muss sich etwas grundlegend ändern, damit zukünftig alle Bewohner in Altenpflegeheimen gut versorgt werden und damit wir Babyboomer in einigen Jahren nicht in einem Pflegeheimzimmer in unserem Kot liegend verhungern müssen.

Teile die Petition! Unterschreibe! Sei solidarisch! Gemeinsam sind wir stärker! Denn früher oder später wirst Du auch von der Pflege betroffen sein.