
Deutschland hat den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat. „Deutschland ist es ein Kernanliegen, sexuelle Gewalt weltweit noch gezielter und umfassender zu verhindern, zu bekämpfen und aufzuarbeiten.“ (**)
@ Dr. Franziska Giffey, @ Christine Lambrecht:
WELTWEIT, ABER NICHT IN DEUTSCHLAND?
27. Juni 2019 in Knüllwald: Polizeiermittlungen zufolge hat ein Mann im Verlauf eines Streits ein Messer gezückt und seiner ehemaligen, 31-jährigen Freundin über den Hals gezogen, d.h. ihr so fast die Kehle durchgeschnitten. Der Frau gelingt es, trotz der blutenden Verletzung einen Rettungswagen zu rufen. (Hessen)
29. Juni 2019 in Hanau: Eine Frau wird nach dem Besuch eines Festes auf den Heimweg Uhr am Nordbahnhof von zwei Männern angesprochen. Die beiden Männer verschleppen sie gegen ihren Willen zu einer Wohnung und vergewaltigen sie dort. Polizeiangaben zufolge wurde sie möglicherweise bereits im Vorfeld ausgespäht und verfolgt. (Hessen)
30. Juni 2019 in Idar-Oberstein: Eine junge Frau wird von einem Unbekannten angegriffen und verletzt. Der Täter verfolgt die 18-jährige Frau und, als sie eine Abkürzung über einen Waldweg nimmt, zieht er sie an den Haaren zu Boden. Dann verletzt er sie mit einem Messer, schlägt sie und nimmt gegen Ihren Willen sexuelle Übergriffe vor, so die Polizei. Erst als ein Fahrzeug in Tatortnähe wendet, lässt er Täter von ihr ab und flüchtet. (Rheinland-Pfalz)
30. Juni 2019 in Mannheim: Im Villenviertel verfolgt ein Unbekannter einer 39-jährige Frau auf ihrem Nachhauseweg, um sie, direkt vor ihrem Hauseingang, von hinten zu Boden zu reißen. Mit der Hand hält er ihren Mund zu und kniet sich mit der Drohung „Be silent“ („Sei still“) auf sie. Pressemeldungen zufolge versucht er zeitgleich, ihre Kleidung vom Körper zu reißen und sie zu vergewaltigen. (Baden-Württemberg)
03. Juli 2019 in Ingolstadt: Weil ein Vater mit der Beziehung seiner 16-jährigen Tochter nicht einverstanden ist, fährt er sie vor den Augen ihrer Mutter und ihres Freundes an. Er steuert seinen Wagen gezielt auf den Gehweg, auf dem die beiden laufen, fährt direkt auf seine Tochter zu und erfasst sie mit dem Auto. Dadurch wird sie auf die Fahrbahn geschleudert und schwer verletzt. Damit nicht genug: Der Vater steigt aus, zerrt die Schülerin an den Haaren auf die Rückbank seines Autos und fährt mit ihr davon. Die Tochter selbst verständigt über Handy die Rettungskräfte und wird in ein Krankenhaus gebracht. (Bayern)
03. Juli 2019 in Gießen: Ein Mann schlägt einer 45-jährigen Frau zwei Mal mit der Faust in‘s Gesicht, so die Polizei. Motiv? Die Frau hatte sich zuvor mit ihrem Auto vor den Wagen des Angreifers eingefädelt. Sobald der Verkehr daraufhin zum Stehen kam, stieg der Mann aus und schlug zu. (Hessen)
03. Juli 2019 in Merl: Die Leiche einer 90-jährigen Frau wird mit einer Stichverletzung am Oberkörper in der Wohnung gefunden, die die Seniorin gemeinsam mit ihrem Sohn bewohnte. Unter dringendem Tatverdacht wird der Sohn festgenommen. (Nordrhein-Westfalen)
03. Juli 2019 in Aurich/Wittmund: In einem Wohnhaus wird eine 38-jährige Frau mit einer lebensbedrohlichen Kopfverletzung aufgefunden, zudem die Leiche eines Mannes. Ersten Ermittlungen zufolge wollte der Mann sich und seiner Lebensgefährtin mit einer Schusswaffe das Leben nehmen. Die verletzte Frau musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden, sie schwebt derzeit in Lebensgefahr. (Niedersachsen)
Trotz Menschenrechts-Charta der UN.
Trotz Istanbul-Konventionen.
Trotz Grundgesetz: 80 GEWALTSAM GETÖTETE ♀.
80 FEMIZIDE: SHAME -SHAME- SHAME!
(*) Stand 03.07.2019
(**) https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/frauen-frieden-und-sicherheit-1583610
Leider wird auch diese Petition regelmäßig zur Multiplikation destruktiver Parolen verschiedener Reichsbürger*innen und/oder AfDler*innen und/oder anderer Trolle, missbraucht. Die Namen derer, die sich hier auf unterstem Stammtisch-Niveau negativ auslassen wiederholen sich, die populistischen Inhalte bleiben gleich. Dazu erneut:
Nahezu jede bundesdeutsche Familie hat in ihrer Biographie eine Fluchtgeschichte, sei es auf Basis religiöser (Hugenotten), politischer (Weltkriege), sexueller (Homophobie) oder anderer Umstände. Es ist ein, sehr häufig passiv erworbenes, Privileg, in einem Land leben zu dürfen, dass es sich leisten kann, Bedürftigen Platz und Schutz anzubieten.
Insofern appelliere ich dringend an Alle, noch einmal sehr genau zu überlegen, ob man selbst, bzw. die eigene Familie vom o.g. Schutz, der hier wieder und wieder, qua rechtspopulistisch-hetzenden Kommentaren, per se in Frage gestellt wird, profitierte, bevor ein weiterer, gesellschaftsspaltender und, auch in Bezug auf das Petitionsthema, völlig deplatzierter Kommentar abgelassen wird.
#saveXX richtet sich in die diametral gegenteilige Richtung aus: Der o.g. Schutz möge endlich effizient auf die Gruppe der bedrohten, gefährdeten und bereits misshandelten Frauen ausgeweitet werden! So, wie es den Anforderungen des Grundgesetzes, der Istanbul-Konventionen und auch der UN-Menschenrechtscharta entspricht.
Für den fortwährenden Versuch, das Petitionsthema durch Zerfasern aufzuweichen, indem:
1.) Die Schuld pauschal "den Flüchtlingen/ Immigranten/ Ausländern" zugeschoben wird
2.) daraufhin festgestellt wird, damit sei die verbleibende Zahl der Tötungen so gering, dass
3.) kein Handlungsbedarf bestehe, weil es kein relevantes Thema mehr gäbe, bietet diese Petition keinen Raum.
Im Rahmen dieser Petition werden keine „wichtigen Informationen“ (Nationalität) unterschlagen/ verschwiegen: Die Gewaltexzesse sind das Corpus Delicti, nicht der Pass.
Dem Grundsatz „don’t feed the Troll“ folgend, werde ich meine Energie nicht weiter auf das Kommentieren der sich kontinuierlich wiederholenden, abstrusen Entgleisungen verschwenden, sondern auf das Ziel einer messbar effizienten Reduktion der Gewaltverbrechen an Frauen fokussiert blieben.