
@ Dr. Franziska Giffey: Wann liefert Ihr "Runder Tisch" endlich mehr als Kaffee&Kekse-Pressefotos?
Sind Sie sich darüber bewusst, dass mit Ihrer Billigung Frauen der gesetzlich verankerte Schutz vor sexualisierten Verbrechen und der Zugang zu Recht, den sie laut nationaler und internationaler Gesetze gewährleisten müssen, verwehrt wird?
Ist Ihnen klar, dass damit, in Ihrer Verantwortung, nicht nur die nationale Gesetzgebung, aus der sich Ihr eigener Arbeitsauftrag ableitet, sondern auch die internationalen Verträge, zu deren Einhaltung sich die Bundesregierung Deutschland verpflichtet hat, verletzt werden?
23. Juni 2019 in Flensburg: Am helllichten Tag wird eine 51-jährige Frau an einer Bushaltestelle von ihrem Ex-Freund bedroht. Presseberichten zufolge hat er soll eine Pistole aus seinem Hosenbund gezogen und die Mündung in Richtung der Geschädigten gehalten. Zudem habe der Polizeibekannte sie verbal bedroht. (Schleswig-Holstein)
26. Juni 2019 in Kaiserslautern: Nach einer Auseinandersetzung die 33-jährige Mitarbeiterin eines Supermarkts einem Mann Hausverbot, dem dieser erst nach Aufforderung durch die Polizei folgt. Am Abend allerdings lauert er der Frau mit einer Gartenhacke in der Hand auf und bedroht sie. Schutzsuchend verschanzt sie sich im Supermarkt. (Rheinland-Pfalz)
28. Juni 2019 in Cottbus: Eine 36-jährige Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit wird von einem Mann bedroht, mit einem Messer attackiert und so verletzt, dass sie zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht werden muss. (Brandenburg)
29. Juni 2019 in Ludwigshafen: Ein Mann attackiert seine 52-jährige Ehefrau mit einem Messer und verletzt sie schwer. Anwohner hörten die Hilferufe und alarmieren die Polizei, die mit 16 Einsatzkräften ausrückt. Der Täter ist nur mit Hilfe eines Tasers des Spezialeinsatzkommandos zu stoppen. (Rheinland-Pfalz)
29. Juni 2019 in Bonn: Im Bereich eines Gartenhauses wird eine 43-jährige Frau gegen 13:00 Uhr schwer verletzt aufgefunden, der alarmierte Notarzt kann nur noch den Tod der Frau feststellen. Dringend tatverdächtig? Der Lebensgefährte der Mutter der Erstochenen. Mögliches Motiv? Trennungsabsichten der Mutter, der Mann sollte aus dem Haus ausziehen. (Nordrhein-Westfalen)
30. Juni 2019 in Heidenheim: Im Verlauf eines Streits wird eine 42-jährige Frau von ihrem ehemaligen Lebenspartner zu Boden gestoßen und mit Tritten gegen Kopf und Oberkörper traktiert. U.a. mit Verletzungen am Hals muss sie in einer Klinik versorgt werden. (Baden-Württemberg)
Über den Verbleib der seit 22./23. Juni vermissten, 35-jährigen Anna Smaczny aus Gelsenkirchen ist weiterhin nichts bekannt.
Trotz Menschenrechts-Charta der UN.
Trotz Istanbul-Konventionen.
Trotz Grundgesetz: 78 GEWALTOPFER.
78 † MÄDCHEN/ FRAUEN (*). MINDESTENS.
„Having been ignored as a ‚private concern‘ for too long, the recognition that violence against women and girls is a global human rights violation has created an expectation of government action and commitment to it’s elimination in the family and beyond“ (**)
@ Dr. Franziska Giffey: Was motiviert Sie, Frau, Mutter und Ministerin dazu, von einem Gesamtetat in Höhe von 10,45 Milliarden lediglich knappe 0,06% für den so dringend notwendigen Schutz von Frauen zu bereit zu stellen?
In Anbetracht von 78 gewaltsam Getöteten ♀: Wie schaffen Sie es, das eigene Gewissen ruhig zu halten?
SHAME -SHAME- SHAME!
(*) Stand 29.06.2019
(**) http://www.unwomen.org/-/media/headquarters/attachments/sections/library/publications/2019/progress-of-the-worlds-women-2019-2020-en.pdf?la=en&vs=3512 Abschnitt 6.5. CONCLUSION, S. 193
Leider wird auch diese Petition regelmäßig zur Multiplikation destruktiver Parolen verschiedener Reichsbürger*innen und/oder AfDler*innen und/oder anderer Trolle, missbraucht. Die Namen derer, die sich hier auf unterstem Stammtisch-Niveau negativ auslassen wiederholen sich, die populistischen Inhalte bleiben gleich. Dazu erneut:
Nahezu jede bundesdeutsche Familie hat in ihrer Biographie eine Fluchtgeschichte, sei es auf Basis religiöser (Hugenotten), politischer (Weltkriege), sexueller (Homophobie) oder anderer Umstände. Es ist ein, sehr häufig passiv erworbenes, Privileg, in einem Land leben zu dürfen, dass es sich leisten kann, Bedürftigen Platz und Schutz anzubieten.
Insofern appelliere ich dringend an Alle, noch einmal sehr genau zu überlegen, ob man selbst, bzw. die eigene Familie vom o.g. Schutz, der hier wieder und wieder, qua rechtspopulistisch-hetzenden Kommentaren, per se in Frage gestellt wird, profitierte, bevor ein weiterer, gesellschaftsspaltender und in Bezug auf das Petitionsthema völlig deplatzierter Kommentar abgelassen wird.
#saveXX richtet sich in die diametral gegenteilige Richtung aus: Der o.g. Schutz möge endlich effizient auf die Gruppe der bedrohten, gefährdeten und bereits misshandelten Frauen ausgeweitet werden! So, wie es den Anforderungen des Grundgesetzes, der Istanbul-Konventionen und auch der UN-Menschenrechtscharta entspricht.
Für den fortwährenden Versuch, das Petitionsthema durch Zerfasern aufzuweichen, indem:
1.) Die Schuld pauschal "den Flüchtlingen/ Immigranten/ Ausländern" zugeschoben wird
2.) daraufhin festgestellt wird, damit sei die verbleibende Zahl der Tötungen so gering, dass
3.) kein Handlungsbedarf bestehe, weil es kein relevantes Thema mehr gäbe, bietet diese Petition keinen Raum.
Im Rahmen dieser Petition werden keine „wichtigen Informationen“ (Nationalität) unterschlagen/ verschwiegen: Die Gewaltexzesse sind das Corpus Delicti, nicht der Pass.
Dem Grundsatz „don’t feed the Troll“ folgend, werde ich meine Energie nicht weiter auf das Kommentieren der sich kontinuierlich wiederholenden, abstrusen Entgleisungen verschwenden, sondern auf das Ziel einer messbar effizienten Reduktion der Gewaltverbrechen an Frauen fokussiert blieben.