

Liebe Unterstützer*innen,
erst vor zwei Wochen erreichten euch unsere letzten Neuigkeiten und schon heute gibt es schon wieder viel zu berichten.
Ihr erinnert euch: In Hamburg wurde in die Hände geklatscht und ein Konzept für den Umbau des Kraftwerks Tiefstack wurde vorgestellt, dass uns wirklich ratlos zurücklässt. Wie kann es sein, dass Hamburgs Umweltminister und seine Umweltbehörde immer noch nicht verstanden haben, dass es eine unverfrorene Dreistigkeit darstellt, in Zeiten des Klimawandel bei der Evaluierung verschiedener Umrüstungsmodelle einfach keine Treibhausgasemissionen mit einzubeziehen?
Dass die von uns auch als sehr positiv bewerteten zusätzlichen Flusswärmepumpen erst ab 2030 installiert werden sollen, wenn überhaupt, schockiert uns doch sehr. Bis dahin ruht man sich aus auf Gas und Holz. In der Pressemitteilung der Umweltbehörde Hamburgs werden diese Pumpen jedoch groß in der Überschrift wohingegen Holz und Gas im Fließtext nur beiläufig erwähnt werden. Damit wird die Öffentlichkeit gleich von Anfang an hinters Licht geführt. Doch wir lassen uns nicht beirren. Und so haben wir der Hamburger Umweltbehörde und Jens Kerstan vor einer Woche einen Besuch abgestattet. ROBIN WOOD und die Parents for Future Hamburg standen an dem Tag, als die Hamburger Energiewerke sich für das überaus klimaschädliche Modell entschieden, weithin sichtbar vor der Behörde und kratzten mit unserer Aktion am Öko-Image der Tiefstackpläne. Hamburgs gewinnorientierte Energie-Klitsche wird nicht umhin kommen, sich mit unserer Kritik auseinanderzusetzen, dafür werden wir auch in Zukunft sorgen - seid gespannt!
In Hamburg und Wilhelmshaven kristallisiert sich das, was auf EU Ebene entschieden wird. Werden hier die Weichen gegen die Subventionierung des Verfeuerns von Holz gestellt, dann wird es auch an den Kraftwerksstandorten in Deutschland immer unwahrscheinlicher, dass Kraftwerke wie Tiefstack oder das Onyx-Kraftwerk in Wilhelmshaven noch zu Holz umgerüstet werden können. Deshalb sind wir, wie ihr wisst, sehr umtriebig, die Gesetzgebung in Brüssel mitzugestalten. Die momentane Revision der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der EU (RED) bietet uns einen gute Chance, unser Wissen an die Parlamentarier*innen und auch unsere involvierten Ministerien zu vermitteln. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Klima-, Arten und Gesundheitsschädlichkeit der Holzverbrennung führen im Idealfall dazu, dass die wichtigen politischen Akteure innerhalb der Entscheidungsprozesse in unserem Sinne abstimmen. So denn auch Geschehen im Mai diesen Jahres, als der Umweltausschuss des EU Parlaments sich in seinen Abstimmungen zur RED für einen starken Waldnaturschutz einsetzte. Dieser tolle Meilenstein ist das Ergebnis unserer guten internationalen Kampagnenarbeit gemeinsam mit unserer starken Koalition aus NGOs aus unzähligen Mitgliedstaaten der EU und darüber hinaus. Vom ebenso beteiligte Industrieausschuss, der sehr viel mehr durch eine große Wirtschaftslobby beeinflusst ist, konnten wir von vorne herein keinen großen Wandel erwarten. Doch zumindest wurden Anfang Juli einige begrüßenswerte Schritte unternommen, die die Subventionen und Anreize der Mitgliedstaaten für die Verbrennung von Holzbiomasse reduzieren oder sogar beenden könnten. Und auch dieses Ergebnis schrieben wir zu einem nicht unerhebliche Teil unserem Bemühen zu, die Parlamentarier*innen mit dem entsprechenden Wissen zu versorgen. Im diesem Fall auch mal wieder über eine kreative aktivistische und sichtbare Form – mit einer riesigen Projektion, zuerst an einem Gebäude direkt vor dem EU Parlament und danach an einem riesigen Triumphbogen in Brüssel. Hier findet ihr unseren Videoclip davon. Trotz unserer Erfolge, ist nun mal der Industrieausschuss ein bisher teilweise unbelehrbarer Haufen. Die Wirkung der im Juli abgestimmten Maßnahmen wird durch Schlupflöcher in der Definition von Primärholz, also dem Holz, was direkt aus dem Wald kommt, und verschiedene andere Ausnahmen stark abgeschwächt. Aber ihr wisst ja, wir bleiben dran! Noch in diesem Jahr wird das gesamte EU Parlament über die Abstimmungsergebnisse des Umweltausschusses und des Industrieausschusses entscheiden. Danach wird die Revision der RED in den sogenannten Trialog verlagert, also in den Prozess, in dem die Europäische Kommission, der EU Rat und das Parlament gemeinsam auf einen Nenner kommen müssen. Und bei all diesen Schritten werden sie nach wie vor nicht an unserer Kritik vorbei kommen. Gemeinsam mit einer erstarkenden kritischen Position der Gesellschaft zur Verbrennung unserer Wälder in Kraftwerken haben wir eine große Chance, das Ruder noch rumzureißen.
Danke für eure großartige Unterstützung bis heute! Wir freuen uns, wenn ihr auch weiter dran bleibt am Thema und unsere Petition an eure Freund*innen und Verwandte weiterleitet.
Liebe Grüße
ROBIN WOOD
Deutsche Umwelthilfe
Peter Wohlleben