Liebe Unterstützer*innen,
die Abstimmung des Europäischen Parlaments über den vorgelegten Bericht zur Revision der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) am 13. September rückt immer näher und mit ihr die fundamentale Entscheidung darüber, ob das Verbrennen von Waldholz als erneuerbare Energie zählt und gefördert werden darf. Zweifellos darf eine solche katastrophale Richtungsentscheidung nicht zugelassen werden. Zum Schutz der Umwelt und des Klimas fordern wir unverändert den Stopp der industriellen Holzverbrennung in Energieanlagen!
Angesichts des Rekordsommers und zunehmender Höchstwerte bei Waldbränden sehen wir die Parlamentarier*innen in der Pflicht, die aktuellen Subventionen, mit denen die Waldholzverbrennung begünstigt wird, zu streichen und unsere Wälder zu schützen. Allein in Europa sind bereits mehr als 700.000 Hektar Wald den Flammen zum Opfer gefallen. Das entspricht einer Fläche von fast 1.000 Fußballfeldern. Die Hauptbrandsaison liegt zwischen März und Mai, wenn die Sonne auf die wintertrockene Vegetation trifft. Ein zweiter Höhepunkt tritt während der Trockenheit im Juli und August auf. Infolge der schweren Dürre ergrünt die Pflanzendecke in diesem Jahr jedoch vielerorts verspätet. Dadurch werden die Wälder noch anfälliger! Die Klimakrise zeigt uns immer deutlicher, dass wir über die Brandsaison hinaus handeln müssen, wenn wir wichtige Ökosysteme nicht verlieren wollen.
Zu den ohnehin stark strapazierten Wäldern kommt eine gigantische Nachfrage nach dem wichtigen Rohstoff Holz. Er wird zunehmend für Verpackungen, Bauindustrie, Biokunststoffe aber auch weiterhin zur Energieproduktion verwendet. So verbrauchen wir in Deutschland laut einer Studie des WWF in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel bereits heute rund 1,2 Kubikmeter Holz (ohne Rinde) pro Kopf, das entspricht mehr als dem Doppelten des weltweiten Durchschnitts (0,5 Kubikmeter Holz). Dieser enorme Holzbedarf kann schon jetzt nicht nachhaltig gedeckt werden, so dass die Auswirkungen auf die Waldvielfalt gravierend sind. Auch deshalb muss es endlich aufhören, dass wir etwa die Hälfte des geernteten Holzes verbrennen!
Auch aus Gründen der Energiesicherheit kann eine Ausweitung der Holzverbrennung nicht in Betracht gezogen werden. Um nur 10 % der Energieimporte aus Russland durch die Holzverbrennung zu ersetzen, müsste die Zahl der in der EU geschlagenen Bäume um 60 % erhöht werden. Dies würde die mutwillige Minimierung unserer Wälder und eine Kettenreaktion von ökologischen Folgeschäden billigend in Kauf nehmen – mit katastrophalen Folgen auch für uns Menschen!
Gemeinsam setzen wir uns deshalb mit aller Kraft dafür ein, dass die Parlamentarier*innen am 13. September die Förderung für die Verbrennung von Waldholz in der RED III beenden! In Zeiten beispielloser Waldbrände, übermäßiger Holznachfrage und einer sich verschärfenden Klimakrise dürfen wir wertvolles Holz nicht in den Brennkammern großer Kraftwerke verheizen und Wälder stärker denn je einschlagen. Wir werden nicht aufgeben, bis die industrielle Waldholzverbrennung unwiderruflich beendet ist!
Vielen Dank für die großartige Unterstützung! Wir würden uns freuen, wenn Ihr auch weiterhin so tatkräftig mit anpackt und unsere Petition unterstützt.
Eure ROBIN WOOD, Peter Wohlleben und Deutsche Umwelthilfe