
Liebe Unterstützer*innen,
in meinem Fall gibt es Neuigkeiten. Nachdem ich jetzt über ein halbes Jahr lang vergeblich auf eine Entscheidung der Generalstaatsanwaltschaft gewartet hab, kam dann letzten Donnerstag die Hiobsbotschaft: Obwohl die Generalstaatsanwaltschaft Mitte April eine Entscheidung für Anfang Mai versprach, wurde das Verfahren nun, Monate später, von der Staatsanwaltschaft erneut eingestellt. Ich stehe somit wieder exakt an derselben Stelle wie im Januar: Ich wurde vergewaltigt, der Täter ist durch DNA-Nachweis bekannt, doch der Fall kommt nicht vor Gericht.
Neun Monate des Kämpfens, Wartens, Hoffens, all die Tränen, Hürden und Hindernisse waren – zumindest in dieser Hinsicht – umsonst. Ich habe mich selten in meinem Leben so klein und machtlos gefühlt. Ich habe stundenlang geweint, hatte starke körperliche Symptome, musste mich mehrmals übergeben und wollte nur noch eines: weglaufen und das alles hinter mir lassen.
Aufgeben ist jedoch keine Option! Nach der anfänglichen Ohnmacht in der letzten Woche, habe ich diese Woche wieder zu meiner Stärke zurückgefunden. Und auch zu meiner Wut! Denn die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft meine Widerstandsunfähigkeit in Abrede stellt, macht mich sehr, sehr wütend, zumal da es ja genau meine Erinnerungslücken waren, die überhaupt zu der ersten Einstellung des Verfahrens im Januar geführt haben.
Ich werde also den Kampf um einen fairen Prozess weiterkämpfen und die Hoffnung, dass die Gerechtigkeit irgendwann doch noch siegt, nicht aufgeben. Heute hat mein Anwalt erneut Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft eingelegt.
Ich hoffe sehr, dass ihr mich auch dieses Mal wieder unterstützt und ich diesen langen Kampf gegen die Windmühlen unseres Rechtssystems nicht alleine durchstehen muss.
Lieben Gruß
Nina
PS: Mein Fall wurde diesen Monat von den Medien behandelt, hier findet ihr:
Bericht von RTL “Große regionale Unterschiede bei Verfolgung von Sexualtätern Anzeigen wegen Vergewaltigung oft erfolglos: Nina Fuchs kämpft seit 6 Jahren um Prozess”.
Bericht vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (“Vergewaltigungen – das ungesühnte Verbrechen an Frauen”)
Bericht von der Süddeutsche Zeitung