
Unsere Petition ist im Gemeinderat gescheitert. Einen Überblick dazu gibt es in diesem Aritkel der SZ: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/streitthema-in-kirchseeon-auf-unterschiedlichen-frequenzen-1.4725654
Meine Antwort darauf lautet wie folgt:
Lieber Herr Junkmann,
Ihren Artikel habe ich gelesen und stelle fest, dass darin falsche Angaben gemacht werden. Bei der Online-Petition haben nicht nur 35 Leute unterschrieben, sondern bis dato 532 (siehe Link). Zusätzlich haben 59 Personen, fast alle direkte Anwohner, manuell unterschrieben (siehe Anlage). Bestimmt ist das nur ein Übertragungsfehler.
https://www.change.org/p/gemeinde-kirchseeon-stoppt-den-bau-von-gro%C3%9Fen-funkmasten-in-kirchseeon
Jedoch war leider auch der Inhalt der Sitzung unkritisch wiedergegeben.
Kernpunkt unseres Widerstandes war, dass es kein Mobilfunkkonzept für den Ort gibt. Gräfelfing hat beispielsweise ein Konzept, das ausgewogen und vorteilhaft für den Ort ist, weil es eine zukunftsweisende Dichte aufweist. Der Bürgermeister jedoch konnte unwidersprochen behaupten, dass Gräfelfing ja die gleiche Lösung wie Kirchseeon hätte. Mit der aktuellen Lösung ist dies keinesfalls gegeben und auf Dauer sogar verhindert. Kirchseeon wird gerade im Hinblick auf 5G mit höherer Sendeleistung und größeren Funklöchern leben müssen.
Bei der Sitzung hat leider auch niemand darauf hingewiesen, dass man den aktuellen Standort nur mit einer Anpassung des Bebauungsplanes verhindern hätte können. Mit gleicher Methode hätte man auch andere vermeintlich unkontrollierbare, private Standorte verhindern können. Auf diese Weise hätte man mit geringem Aufwand ein Mobilfunkkonzept auch durchsetzen können, wenn man das gewollt hätte.
Herr Kirmeier hatte eingangs richtigerweise darauf hingewiesen, dass die Telekom die wirklich kostenintensiven Handlungen erst nach Bekanntwerden des Widerstandes "beschleunigt" durchführen ließ. Normalerweise werden nach eigenen Angaben die betreffenden Ingenieurbüros angewiesen, die Sache auf Eis zu legen, bis Klarheit herrscht. Ockel antwortete auf diesen Einwand sogar noch, dass er auch nicht wisse, warum die Telekom das "auf eigenes Risiko" gemacht habe. Trotzdem hatte Herr Ockel später unwidersprochen behaupten können, dass sich der Schadenersatz auf 20.000 Euro belaufen würde. Das war schlicht eine Aussage besseren Wissens.
Meiner Meinung nach war das Vorgehen des Bürgermeisters nicht wie behauptet gut gemeint, sondern bereits reine Bequemlichkeit. Selbe Willfährigkeit der Telekom gegenüber hat auch dazu geführt, dass Kirchseeon immer noch kein flächendeckendes Glasfasernetz hat. Bgm. Ockel äußerte mir gegenüber, dass Kirchseeon noch kein Glasfasernetz habe, weil die Telekom dafür nicht genug Bagger zur Verfügung habe. Die waren wohl für andere Unternehmen in den Nachbargemeinden beschäftigt.
Diesen Kommentar würde ich gerne als Leserbrief veröffentlicht wissen.
Vielen Dank und Grüße
Ihr
Gerhard Müllritter