Erhalt der historischen Eckbauten Elterleinplatz 8 und Währinger Gürtel 41

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Jedi Bob und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

 

Einleitung:

Obwohl die beiden Gründerzeithäuser Elterleinplatz 8 (17. Bezirk) und Währinger Gürtel 41 (18. Bezirk) als Schutzzone gewidmet sind und stadtbildprägende sowie besonders markante Eckbauten darstellen, planen die Wiener Linien im Zuge des Ubahnausbaus diese wertvollen Historismusgebäude abzureißen, um Platz für Stations-/Aufnahmegebäude der U5 zu schaffen. Architektur-Rebellion, die Initiative Denkmalschutz und die hier Unterzeichnenden fordern Alternativlösungen und die Erhaltung dieser Bauten.

Laut Stellungnahme der Wiener Linien sei der Abriss bzw. der Erhalt der Fassaden der beiden Gründerzeithäuser Währinger Gürtel 41 und Elterleinplatz 8 aus „bautechnischen Gründen“ sowie aus „Platzgründen“ unvermeidbar (vgl. https:// wien.orf.at vom 18.7.2024 und 7.11.2024).

Da das zuständige Magistrat der Stadt Wien die ursprünglich nach Gesetz über Petitionen in Wien eingebrachte Petition abgelehnt hat (siehe unten in der Linkliste ), wollen wir hier unabhängig von der Platform der Stadt folgende Forderungen und Fragen stellen: 

Warum wird nicht, wie bei früheren Projekten, auf eine Integration von
Stationseingängen in bestehende Gebäude gesetzt? In Wien gibt es selbst
genügend Beispiele von der Integration von Stationsgebäuden in den historischen Bestand (z.B. U3-Station „Hütteldorfer Straße" (bei Nr. 117); U3-Station „Volkstheater“, Burggasse 1 (Museumsquartier); U1-Abgang  „Karlsplatz“ beim Hotel Bristol, Kärntner Straße 55).

Wieso die angeblich komplexe Technik hier genau das verhindern würde, haben die Wiener Linien verabsäumt der Öffentlichkeit zu erklären, es scheint sich nur um einen selbstausgestellten Blankocheck für einen Abriss zu handeln (ein ähnlicher Blankocheck ist ebenso bei der historischen AKH-Kinderklinik in der Lazarettgasse 14, Objekt 81 zu befürchten).
Warum wird keine Alternativlösung gesucht, wie sie bei anderen nationalen und internationalen Tiefbauprojekten längst Standard ist?

Zahlreiche Bauprojekte zeigen, dass auch bei komplexen Bauprojekten der Erhalt alter Bausubstanz bzw. deren Fassaden möglich ist. Dass ein öffentliches Unternehmen (100% Eigentum der Stadt Wien) sich in einer Stadt, die private Bauträgern zum Erhalt von alter Substanz sogar verpflichtet, selbst aus Geldgründen auf das Eisenbahngesetz beruft, um „munter“ abzureißen, widerspricht klar dem eigenen Wertemodell der Stadt Wien. Der simple Verweis der Wiener Linien, es wäre bei früheren Ubahnbauten auch zu Abrissen gekommen, ist angesichts der heutzutage höheren fachlichen Wertschätzung der Baukultur der Jahrhundertwende (19./20. Jh.) sowie der höheren Priorität des Altbauschutzes durch den Gesetzgeber nicht
zulässig.

Zu den Objekten:

Das Gebäude Elterleinplatz 8 (Ecke Hernalser Hauptstraße 76) bildet das Zentrum eines in sich geschlossenen, historischen Ensembles und ist ein wichtiges städtebauliches Zeugnis der Entwicklung von Hernals. Als konsequentes Zeichen einer Weiterentwicklung durch den Ubahnbau kann man den Abriss aber nicht interpretieren (natürlich wurde ja auch für den aktuellen Bestand ein Vorgängerhaus abgerissen), der Elterleinplatz bleibt von der Anlage ein Verkehrsplatz des 19. Jahrhunderts, nur ärmer um die zur Zeit passende Architektur. Eine schrittweise „Enthistorisierung“ des Stadtbildes ist sicher nichtim Interesse der Stadtbewohner:innen, noch der Millionen Tourist:innen, die Wien hauptsächlich wegen seines historischen Erbes besuchen und welche z.B. die neue Strategie der Wiener Tourismusagentur in die vorstädtischen Grätzl und Bezirke lenken möchte. Ein Abriss würde solche Bemühungen konterkarieren und ein sehenswertes Ensemble vernichten.


Das Haus Währingergürtel 41 (Ecke Kreuzgasse 1) befindet sich nicht nur in einer ganz neu beschlossenen Schutzzone und im lückenlos geschlossenen
Altbaubestand, sondern auch in einer besonderen städtebaulichen Torsituation mit seinem gegenüberliegenden Nachbargebäude Kreuzgasse 2. Das Ensemble ist repräsentativ ausgerichtet auf den durch die Wiener Linien genutzten ehemaligen Betriebsbahnhof der Stadtbahn, ein Abriss würde die geschlossene Wirkung des Bestandes unwiderbringlich zerstören.

Wir fordern daher:

1. Den sofortigen Stopp der Abrisspläne und den Beschluss alternativer Lösungen, die den Erhalt der historischen Gebäude bzw. ihrer Fassaden sicherstellen.

2. Mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung bezüglich der Stationsgestaltung,
dem Einbezug der historischen Gebäude und ein dementsprechendes Konzept für zukünftige Projekte und fordern daher die Stadt Wien bzw. den zuständigen Stadtrat Peter Hanke, als auch die Wiener Linien auf, den Erhalt der Gebäude bzw. zumindest ihrer Fassaden zu sichern.

 

Linkliste:

Zu den Initiatoren:
Architekturrebellion Austria: 
https://www.instagram.com/architekturrebellion_austria/

Initiative Denkmalschutz:

https://www.initiative-denkmalschutz.at/


Betreffend das Objekt Währinger Gürtel 41:
https://wien.orf.at/stories/3265045/
https://www.wienschauen.at/wahringer-gurtel-wiener-linien-wollen-grunderzeithaus-abreissen/


Betreffend das Objekt Elterleinplatz 8:
https://www.wienschauen.at/elterleinplatz-hernalser-prachtbau-trotz-schutzzone-vor-abriss/
https://wien.orf.at/stories/3280303/


Beispiele für den Erhalt von Fassaden bei Hoch-/Tiefbauarbeiten:
Vier ausgewählte Beispiele für den Erhalt von Fassaden bei für sich komplexen
(Tief)bauprojekten, sowohl von der öffentlichen Hand, als auch privat finanziert.
https://baustelle.4frankfurt.de/integration-der-denkmalgeschuetzten-fassade/
https://www.steinerbau.at/images/projects/KastneruOehler.pdf
https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/stuttgart-hbf
https://www.austria-architects.com/cs/kadawittfeldarchitektur-aachen/project/neue-direktion


Wientourismus Grätzelstrategie:
Das Objekt Währingergürtel 41 ist in fußläufiger Distanz zum Kutschermarkt gelegen, welcher nach der Strategie von WienTourismus in den touristischen Fokus gerückt werden soll.
https://presse.wien.gv.at/presse/2023/10/04/wientourismus-stellt-wiens-graetzel-ins-rampenlicht

Ablehnung der Petition durch das Magistrat:

https://www.krone.at/3624734

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20241209_OTS0012/u5-ausbau-initiative-denkmalschutz-und-architekturrebellion-austria-fordern-erhalt-der-haeuser-elterleinplatz-und-waehringer-guertel

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Stephan ErathPetitionsstarter*in

1.176

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Jedi Bob und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

 

Einleitung:

Obwohl die beiden Gründerzeithäuser Elterleinplatz 8 (17. Bezirk) und Währinger Gürtel 41 (18. Bezirk) als Schutzzone gewidmet sind und stadtbildprägende sowie besonders markante Eckbauten darstellen, planen die Wiener Linien im Zuge des Ubahnausbaus diese wertvollen Historismusgebäude abzureißen, um Platz für Stations-/Aufnahmegebäude der U5 zu schaffen. Architektur-Rebellion, die Initiative Denkmalschutz und die hier Unterzeichnenden fordern Alternativlösungen und die Erhaltung dieser Bauten.

Laut Stellungnahme der Wiener Linien sei der Abriss bzw. der Erhalt der Fassaden der beiden Gründerzeithäuser Währinger Gürtel 41 und Elterleinplatz 8 aus „bautechnischen Gründen“ sowie aus „Platzgründen“ unvermeidbar (vgl. https:// wien.orf.at vom 18.7.2024 und 7.11.2024).

Da das zuständige Magistrat der Stadt Wien die ursprünglich nach Gesetz über Petitionen in Wien eingebrachte Petition abgelehnt hat (siehe unten in der Linkliste ), wollen wir hier unabhängig von der Platform der Stadt folgende Forderungen und Fragen stellen: 

Warum wird nicht, wie bei früheren Projekten, auf eine Integration von
Stationseingängen in bestehende Gebäude gesetzt? In Wien gibt es selbst
genügend Beispiele von der Integration von Stationsgebäuden in den historischen Bestand (z.B. U3-Station „Hütteldorfer Straße" (bei Nr. 117); U3-Station „Volkstheater“, Burggasse 1 (Museumsquartier); U1-Abgang  „Karlsplatz“ beim Hotel Bristol, Kärntner Straße 55).

Wieso die angeblich komplexe Technik hier genau das verhindern würde, haben die Wiener Linien verabsäumt der Öffentlichkeit zu erklären, es scheint sich nur um einen selbstausgestellten Blankocheck für einen Abriss zu handeln (ein ähnlicher Blankocheck ist ebenso bei der historischen AKH-Kinderklinik in der Lazarettgasse 14, Objekt 81 zu befürchten).
Warum wird keine Alternativlösung gesucht, wie sie bei anderen nationalen und internationalen Tiefbauprojekten längst Standard ist?

Zahlreiche Bauprojekte zeigen, dass auch bei komplexen Bauprojekten der Erhalt alter Bausubstanz bzw. deren Fassaden möglich ist. Dass ein öffentliches Unternehmen (100% Eigentum der Stadt Wien) sich in einer Stadt, die private Bauträgern zum Erhalt von alter Substanz sogar verpflichtet, selbst aus Geldgründen auf das Eisenbahngesetz beruft, um „munter“ abzureißen, widerspricht klar dem eigenen Wertemodell der Stadt Wien. Der simple Verweis der Wiener Linien, es wäre bei früheren Ubahnbauten auch zu Abrissen gekommen, ist angesichts der heutzutage höheren fachlichen Wertschätzung der Baukultur der Jahrhundertwende (19./20. Jh.) sowie der höheren Priorität des Altbauschutzes durch den Gesetzgeber nicht
zulässig.

Zu den Objekten:

Das Gebäude Elterleinplatz 8 (Ecke Hernalser Hauptstraße 76) bildet das Zentrum eines in sich geschlossenen, historischen Ensembles und ist ein wichtiges städtebauliches Zeugnis der Entwicklung von Hernals. Als konsequentes Zeichen einer Weiterentwicklung durch den Ubahnbau kann man den Abriss aber nicht interpretieren (natürlich wurde ja auch für den aktuellen Bestand ein Vorgängerhaus abgerissen), der Elterleinplatz bleibt von der Anlage ein Verkehrsplatz des 19. Jahrhunderts, nur ärmer um die zur Zeit passende Architektur. Eine schrittweise „Enthistorisierung“ des Stadtbildes ist sicher nichtim Interesse der Stadtbewohner:innen, noch der Millionen Tourist:innen, die Wien hauptsächlich wegen seines historischen Erbes besuchen und welche z.B. die neue Strategie der Wiener Tourismusagentur in die vorstädtischen Grätzl und Bezirke lenken möchte. Ein Abriss würde solche Bemühungen konterkarieren und ein sehenswertes Ensemble vernichten.


Das Haus Währingergürtel 41 (Ecke Kreuzgasse 1) befindet sich nicht nur in einer ganz neu beschlossenen Schutzzone und im lückenlos geschlossenen
Altbaubestand, sondern auch in einer besonderen städtebaulichen Torsituation mit seinem gegenüberliegenden Nachbargebäude Kreuzgasse 2. Das Ensemble ist repräsentativ ausgerichtet auf den durch die Wiener Linien genutzten ehemaligen Betriebsbahnhof der Stadtbahn, ein Abriss würde die geschlossene Wirkung des Bestandes unwiderbringlich zerstören.

Wir fordern daher:

1. Den sofortigen Stopp der Abrisspläne und den Beschluss alternativer Lösungen, die den Erhalt der historischen Gebäude bzw. ihrer Fassaden sicherstellen.

2. Mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung bezüglich der Stationsgestaltung,
dem Einbezug der historischen Gebäude und ein dementsprechendes Konzept für zukünftige Projekte und fordern daher die Stadt Wien bzw. den zuständigen Stadtrat Peter Hanke, als auch die Wiener Linien auf, den Erhalt der Gebäude bzw. zumindest ihrer Fassaden zu sichern.

 

Linkliste:

Zu den Initiatoren:
Architekturrebellion Austria: 
https://www.instagram.com/architekturrebellion_austria/

Initiative Denkmalschutz:

https://www.initiative-denkmalschutz.at/


Betreffend das Objekt Währinger Gürtel 41:
https://wien.orf.at/stories/3265045/
https://www.wienschauen.at/wahringer-gurtel-wiener-linien-wollen-grunderzeithaus-abreissen/


Betreffend das Objekt Elterleinplatz 8:
https://www.wienschauen.at/elterleinplatz-hernalser-prachtbau-trotz-schutzzone-vor-abriss/
https://wien.orf.at/stories/3280303/


Beispiele für den Erhalt von Fassaden bei Hoch-/Tiefbauarbeiten:
Vier ausgewählte Beispiele für den Erhalt von Fassaden bei für sich komplexen
(Tief)bauprojekten, sowohl von der öffentlichen Hand, als auch privat finanziert.
https://baustelle.4frankfurt.de/integration-der-denkmalgeschuetzten-fassade/
https://www.steinerbau.at/images/projects/KastneruOehler.pdf
https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/stuttgart-hbf
https://www.austria-architects.com/cs/kadawittfeldarchitektur-aachen/project/neue-direktion


Wientourismus Grätzelstrategie:
Das Objekt Währingergürtel 41 ist in fußläufiger Distanz zum Kutschermarkt gelegen, welcher nach der Strategie von WienTourismus in den touristischen Fokus gerückt werden soll.
https://presse.wien.gv.at/presse/2023/10/04/wientourismus-stellt-wiens-graetzel-ins-rampenlicht

Ablehnung der Petition durch das Magistrat:

https://www.krone.at/3624734

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20241209_OTS0012/u5-ausbau-initiative-denkmalschutz-und-architekturrebellion-austria-fordern-erhalt-der-haeuser-elterleinplatz-und-waehringer-guertel

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Stephan ErathPetitionsstarter*in

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