Petition updateEndlich wirkliche Aufklärung im Fall „Jenny Böken“!Brief an die Justizministerin des Landes Niedersachsen
Uwe BökenGeilenkirchen, Germany
Sep 17, 2020

Liebe Unterstützer*innen unserer Petition,

mit heutigem Datum habe ich die Justizministerin des Landes Niedersachsen, Frau Barbara Havliza, angeschrieben und gebeten, die unserer Meinung nach eigentlich von Beginn an zuständige Staatsanwaltschaft Aurich mit der Ermittlung unseres Falles zu beauftragen. Wir fragen uns seit 12 Jahren, wieso diese Zuständigkeit nach Kiel gegangen ist. Wenn das Ereignis, und ich vermeide hier ganz bewusst den Begriff „Unfall“, nördlich Norderney stattgefunden hat, wäre nach unserer Recherche von Beginn an die Staatsanwaltschaft Aurich zuständig gewesen.

Nun, nach 12 Jahren, ist die aber die Abgabe an diese Staatsanwaltschaft nach unserer Meinung auch inhaltlich mehr als begründet! Nach unserer Auffassung hat die StA Kiel die einfachsten Regeln einer objektiven Ermittlungsarbeit nicht eingehalten, weil …

… sie bereits den ersten Ermittlungsband mit „Seeunfall“ und nicht etwa mit „Todesermittlungsverfahren“ überschrieben hat und so die sich selbst erfüllende Prophezeiung von Beginn an gesetzt hat,

… sie bereits am 05.09.2008 beim Eintreffen an Bord der Gorch Fock in Wilhelmshaven eine von der Bundeswehr vorsortierte Gruppe von Personen befragt hat, nicht jedoch die wirklich entscheidende Zeugin, nämlich die Person, die Jenny in der Nacht wenige Minuten nach dem (angeblichen) Über-Bord-Gehen im Posten Back hätte ablösen sollen. Diese Person war schon wenig später (angeblich) nicht mehr ermittelbar (!), die uns kolportierte Kameradin K. M., (zufällig !?!) die Tochter der Ärzte, die meine Tochter in der OPZ in Köln gemustert haben, war zum Zeitpunkt des Eintreffens der StA Kiel an Bord des Schiffes bereits von ihren Eltern von Bord geholt worden!

… sie in Wilhelmshaven geduldet hat, dass nicht der komplette Spind unserer Tochter geleert wird. Das Wertfach wurde im Termin nicht geöffnet!

… sie geduldet hat, dass die Besatzung ohne Anweisung der StA dieses Wertfach bei der Weiterfahrt nach Dublin auf See geöffnet hat. Der Inhalt soll uns übersandt worden sein, ist aber nie angekommen! Die ebenfalls dort gefundenen benutzten Slips unserer Tochter (!?!) hat man vernichtet, da man uns keine benutzte Unterwäsche zurückgeben wollte.

… sie geduldet hat, dass der damalige Schiffsarzt eine unvollständige Gesundheitsakte unserer Tochter in Wilhelmshaven ausgehändigt hat und sich ohne Nachfrage damit zufrieden gegeben hat, dass die fehlenden Teile erst in Dublin ausgehändigt worden sind. Diese wären jedoch nach uns vorliegenden Aussagen eines Mediziners für die Obduktion von großer Bedeutung gewesen.

… sie zugelassen hat, dass die Obduktion vom Vater eines Kameraden unserer Tochter durchgeführt worden ist, der in besagter Nacht wenige Meter von unserer Tochter entfernt ebenfalls Wache hatte. Auf unsere Nachfrage hin hat die StA Kiel behauptet, sie wäre seinerzeit vom Obduzenten darauf hingewiesen worden, hätte dies jedoch als unbedeutsam bewertet, das der Sohn ja nichts mit der Sache zu tun hätte (!?!). Das Manko ist allerdings, dass es hierzu in der vermeintlichen Ermittlungsakte keinerlei Vermerk gibt!

… sie mit einem Zeitverzug von etwa zwei Wochen die endgültige Vernichtung der Kleidung unserer Tochter durch den Obduzenten („weil sie gestunken hat“) nachträglich durch einen Vermerk in der Akte genehmigt hat,

… sie trotz expliziten Hinweises unseres Rechtsanwalts die Verjährung im Falle der unterlassenen Hilfeleistung durch den wachhabenden Offizier durch Unterlassung einer Verfügung zur Ermittlung hat eintreten lassen.

Dies ist nur eine Auswahl der Argumente, die Liste ließe sich noch sehr lang fortsetzen!

Ich werde über die Reaktion aus Hannover berichten!

Vielen Dank für die Unterstützung!

Uwe Böken

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