

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
am Ende dieses turbulenten Jahres möchten wir nicht nur Bilanz ziehen, sondern auch sehr deutlich werden. Die Entwicklungen rund um die Petition und die gesellschaftliche Reaktion auf die AfD erfordern eine klare Sprache – und scharfe Kritik.
Die Petition- Ein Spiegel gesellschaftlicher Verantwortungslosigkeit
Die stagnierende Zahl der Unterschriften auf unserer Petition ist nicht nur ein Warnsignal, sondern auch ein Armutszeugnis. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig – aber keiner davon ist entschuldbar.
1. Falsche Vorstellungen vom politischen Prozess:
Viele glauben, der Antrag von Marco Wanderwitz im Bundestag hätte bereits Wirkung gezeigt. Das ist schlicht falsch. Der Bundestag hat bisher NICHTS entschieden. Die Arbeit von Marco Wanderwitz und seinen Mitstreitern war ein wichtiger Schritt, doch die Untätigkeit des Parlaments ist beschämend. Wir erleben hier ein gefährliches Zögern, während die AfD ungehindert ihre Macht ausbaut.
2. Erschöpfung und Gleichgültigkeit:
Die Zivilgesellschaft scheint „müde“ geworden zu sein. Diese Haltung ist in der aktuellen Lage nicht nur gefährlich, sondern zutiefst verantwortungslos. Demokratie und Freiheit können nicht verteidigt werden, wenn wir uns in Resignation und Bequemlichkeit zurückziehen.
3. Einbildung, „alles getan“ zu haben:
Es ist erschreckend, wie viele glauben, sie hätten bereits ihren Beitrag geleistet. Nein, das haben wir nicht. Die Petition ist ein starkes Instrument, um Druck auf den Bundestag auszuüben – aber dieser Druck funktioniert nur, wenn wir weiter daran arbeiten.
4. Verharmlosung der AfD:
Die weit verbreitete Meinung, „ein bisschen AfD“ würde nicht schaden, ist eine Bankrotterklärung an den politischen Verstand. Wer glaubt, dass diese Partei harmlos sei, hat entweder nichts verstanden oder hat sich längst mit rechtsextremen Positionen arrangiert.
5. Fehlende Unterstützung aus entscheidenden Kreisen:
Besonders enttäuschend ist die Verweigerungshaltung von Organisationen, Vereinen und politischen Gruppierungen. Diese Institutionen schweigen, wo sie handeln müssten. Sie meiden unsere Petition wie eine ansteckende Krankheit – aus Feigheit, Opportunismus oder Desinteresse. Diese Untätigkeit grenzt an Mitschuld.
Unsere Petition ist ein Spiegelbild der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lähmung. Was wir sehen, ist erschreckend: Lautstarke Empörung zu Beginn des Jahres 2024 ist inzwischen einem gefährlichen Schweigen gewichen.
Politische Entwicklungen 2024 - Ein Jahr des Versagens
Die politische Landschaft hat sich 2024 dramatisch verändert – und nicht zum Besseren. Die AfD hat ihre Position systematisch gestärkt, während die Ampelkoalition zerbrach und Olaf Scholz die Vertrauensfrage verlor. Dass AfD-Abgeordnete ihm ihr „Vertrauen“ aussprachen, ist ein perfides Schauspiel, das die Zynik dieser Partei offenlegt.
Im Februar 2025 stehen Neuwahlen an, und die AfD zeigt sich aggressiver und widerwärtiger denn je. Doch statt entschlossenem Widerstand erleben wir eine gefährliche Normalisierung dieser Partei. Die Zivilgesellschaft schweigt, Organisationen und Vereine versagen, und viele beginnen, die AfD hinzunehmen, statt sie zu bekämpfen.
Keines der bisher angewendeten Mittel hat die gewünschte Wirkung erzielt – weder der unrealistische Versuch, Artikel 18 des Grundgesetzes anzuwenden, noch die Prüfpetitionen oder die bunten Bilder und Grafiken, die bestenfalls als symbolische Gesten wahrgenommen wurden.
Ein Blick auf die Realität zeigt:
Die AfD ist dadurch in keiner Weise geschwächt worden.
Unsere Petition ist das einzige verbleibende Mittel, das effektiv noch einsetzbar ist.
Erschreckende Bilanz: Die Versäumnisse der Zivilgesellschaft
Unser Team hat über das Jahr hinweg alles getan, um Organisationen, Vereine und politische Akteure zu mobilisieren. Doch die Reaktion war beschämend: Nicht einmal zehn Organisationen haben unsere gemeinsame Erklärung unterzeichnet.
Dieser peinliche Rückzug zeigt deutlich: Viele haben die Dringlichkeit der Lage nicht erkannt – oder wollen sie nicht erkennen. Offenbar sind Prestige, Eigeninteressen und politisches Kalkül wichtiger als der Schutz unserer Demokratie. Diese Verweigerungshaltung ist nicht nur enttäuschend, sie ist eine moralische Bankrotterklärung.
Noch schlimmer ist die Tatsache, dass viele Gruppen und Kanäle, die sich angeblich gegen die AfD engagieren, uns aktiv blockieren oder ausgrenzen. Dieses Verhalten legt nahe, dass ihre Ziele weniger mit dem Schutz der Demokratie als mit Selbstdarstellung und Geschäftsinteressen zu tun haben.
Gefährliche Parallelen: Haben wir nichts gelernt?
Die Entwicklungen erinnern erschreckend an die 1930er Jahre. Doch anstatt aus der Geschichte zu lernen, scheinen viele lieber in ihrer Komfortzone zu verharren. Die sogenannten „Sofa-Antifaschisten“ kommentieren zwar fleißig in sozialen Netzwerken, bleiben aber tatenlos, wenn es darauf ankommt. Diese Haltung ist nicht nur nutzlos – sie ist gefährlich.
Die AfD wird nicht durch Kommentare oder Likes aufgehalten. Sie wird durch aktives Handeln bekämpft – durch öffentlichen Druck, Aufklärung und entschlossenes Vorgehen. Wer das nicht versteht, macht sich mitschuldig an der schleichenden Normalisierung dieser Partei.
Unsere Erfolge und unsere Enttäuschung
Trotz aller Rückschläge möchten wir einige Dinge/Erfolge hervorheben:
Unsere Petition wurde von über 4,4 Millionen Menschen gesehen, 95.584 Mal geteilt und 7.444 Mal beworben.
173.461 Menschen haben (nur) unterschrieben (Stand: 27.12.2024).
Wir haben über 200 Updates und 139 fundierte Beiträge veröffentlicht.
Was uns unterscheidet:
Wir sind unabhängig geblieben. Wir haben keine Spenden gesammelt, keine Produkte verkauft und keine Werbung geschaltet. Denn für uns ist klar: Freiheit und Demokratie dürfen niemals Geschäftsmodelle sein.
Dennoch bleibt eine bittere Enttäuschung: Die mangelnde Unterstützung aus der Zivilgesellschaft ist ein Skandal. Viele Organisationen, Vereine und Gruppierungen haben kläglich versagt – und damit bewiesen, dass ihre Prioritäten woanders liegen.
Ein Appell und eine klare Ansage
Ab dem 1. Januar 2025 werden wir keine weiteren Aufrufe an Organisationen und Vereine starten. Wir haben unsere Zeit und Energie nicht endlos zur Verfügung – und offenbar sind viele ohnehin nicht bereit, ihre Verantwortung wahrzunehmen.
An diejenigen, die unsere gemeinsame Erklärung nicht unterzeichnet haben, richten wir eine klare Botschaft: Wer jetzt noch schweigt oder zögert, hat das Thema Demokratie und Freiheit entweder nicht verstanden – oder handelt aus eigennützigen Motiven.
Unsere Geduld ist relativ am Ende.
Abschlussgedanken - Verantwortung übernehmen
Abschließend möchten wir eines betonen: Es geht nicht darum, in den Geschichtsbüchern zu stehen. Es geht darum, jetzt zu handeln, um unsere Demokratie und Freiheit zu schützen. Wer sich auf die Vergangenheit beruft, ohne in der Gegenwart zu handeln, verspielt die Zukunft.
Wir danken allen, die uns in diesem Kampf unterstützt haben – besonders Marco Wanderwitz, der als einziger Politiker den Mut hatte, einen Verbotsantrag gegen die AfD einzubringen. Sein Rückgrat und seine Entschlossenheit sollten ein Vorbild sein – für alle, die bisher nur geredet haben.
Wir denken auch an die Opfer von Gewalt und Unterdrückung, sei es in Magdeburg, Deutschland oder weltweit. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass solche Taten keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.
Kommt gut ins neue Jahr – und bleibt wachsam.
Euer Team AfDexit