

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
während das Elend in den Flüchtlingslagern auf den ägäischen Inseln anhält, droht jetzt neue Not: Die griechischen Behörden haben begonnen, mehr als 11.000 Geflüchtete aus den staatlichen Unterkünften zu vertreiben und auf die Straße zu setzen! Dadurch sollen die Lager auf den Inseln und dem Festland “geleert” werden, um vermeintlich Kapazitäten zu schaffen. Statt mehr Schutzsuchende unterzubringen, werden Flüchtlinge obdachlos gemacht.
Die Auswirkungen dieser menschenverachtenden und absurden Maßnahme lassen sich im Stadtzentrum von Athen bereits beobachten: Hunderte Menschen kampieren aktuell auf dem Viktoria-Platz – darunter viele Familien mit Kindern, Schwangere, alte Menschen, chronisch Kranke und Folteropfer.
Mit einigen dieser Flüchtlinge auf dem Viktoria-Platz sind wir in Kontakt. Sie haben uns gebeten, Euch die skandalöse Situation zu schildern: Seit Tagen haben sie keinerlei Versorgung bekommen, sind ohne Toiletten und Waschmöglichkeiten, schutzlos Sonne und Hitze ausgesetzt und werden dazu regelmäßig von der Polizei vertrieben. Nur lokale Aktivistengruppen versorgen sie mit Wasser und Essen. Die Geflüchteten haben uns auch Fotos geschickt. Besonders das Foto einer Mutter mit ihrem Baby macht uns betroffen. Sie ist aus Afghanistan geflohen und hat bereits 6 Monate im Lager Moria auf Lesbos verbracht. Sie hat fünf Kinder, ihr jüngstes ist erst wenige Wochen alt. Zusammen leben sie jetzt in den Straßen von Athen.
Es ist schlimm genug, dass in Griechenland ankommende Schutzsuchende immer noch nicht europäisch verteilt werden. Dass aber die griechische Regierung erst im Februar diesen Jahres zusätzliche EU-Mittel für neue Flüchtlingsunterkünfte auf dem Festland bekam und nun Schutzsuchende obdachlos macht, statt neue Wohnmöglichkeiten zu schaffen, darf nicht sein. Laut Ärzte Ohne Grenzen soll das für Migration und Asyl zuständige Ministerium sogar beschlossen haben, die Ausgaben für die Unterbringung von Asylsuchenden um bis zu 30 Prozent zu kürzen.
Niemand kann sagen, wie sich die politische Situation weiter entwickelt. Die obdachlosen Menschen brauchen jedoch jetzt schnell Hilfe! Wir haben daher zwei Bitten an Euch:
Schreibt an den griechischen Botschafter!
Schreibt eine höfliche, aber bestimmte E-Mail an Theodoros Daskarolis den griechischen Botschafter in Deutschland! Die Regierung in Athen muss ihren Kurs ändern und sofort den obdachlosen Flüchtlingen helfen! Schreibt an: info@griechische-botschaft.de
Helft durch eine Spende!
Für direkte Hilfe, empfehlen wir Euch an www.solidarity-house-athens.org zu spenden! Das Projekt bietet schutzlosen Flüchtlingen Unterkunft und Unterstützung, hilft ihnen solidarisch und unkompliziert.
Danke für alle Eure Unterstützung, bleibt gesund und solidarisch!
Mit europäischen Grüßen
Ansgar Gilster, Sven Giegold MdEP, Clara Anne Bünger und Erik Marquardt MdEP
P.S.: Genauer berichtet auch der britische Guardian: HIER