Aug 7, 2021

1000 Unterschriften in 18 Tagen - ein deutliches Signal: Wir möchten die museale Innenausstattung Proras bewahren! Wir möchten nicht nur - wir fordern von der Politik und den Betreibern der geplanten Bildungsstätte*:  Werdet tätig! Führt die jetzt notwendigen Gespräche, seht Euch nach Mitteln um. Nehmt Euren Bildungsauftrag ernst! Wer möchte später ein Bildungs- und Dokumentationszentrum besuchen, das nichts als alte Fotos zu präsentieren hat aus der fast ein halbes Jahrhundert währenden DDR-Geschichte? Dem der Ruf anhängen wird, sich nicht gebührend um die letzten Musealien gekümmert zu haben? Zumal sich die Erkenntnis durchsetzt: Prora wurde nach der politischen Wende zu einseitig bewertet und unter Missachtung seiner Geschichte in der DDR entwickelt. Der Ort wiederspiegelte einst die Geschichte der Ostdeutschen, die Geschichte des Kalten Krieges; die Auseinandersetzung zwischen Ost und West. Aus Prora rollten beispielsweise vor genau 60 Jahren (!) bedeutende Panzerkontingente zum Mauerbau nach Berlin ab. Die Panzerhallen (sie säumen heute die Sandskulpturenausstellung) blieben auf Betreiben unserer Initiative zur Anschauung doch noch erhalten. So wie auch zwei Tribünen, zwei Kontrolldurchlässe und die Bausoldaten-Arrestzellen. Vieles konnte ehrenamtlich (ohne Ehren) dokumentiert werden: www.denkmalprora.de  Nach der anhaltenden Phase des Plünderns und Zerstörens der ehemaligen Großkaserne (weithin ohne Dokumentationen von offizieller Seite!) verkörpern nur diese letzten original ausgestatteten Räume noch heute die Geschichte. Hier gilt es seitens der Politik etwas gutzumachen!  Wer berichtet darüber? Wie verhalten sich die Medien? Die OZ  (Lokalausgabe Rügen), berichtete über die Petition erfreulicherweise ausführlich, im Internet jedoch kaum zu finden (https://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Ruegen/Ruegen-Mit-NVA-Museum-verschwindet-DDR-Geschichte-aus-Prora Online gestellt, mit viel größerer Reichweite, bringt der Nordkurier am gleichen Tag, parallel zu dieser seltenen „DDR-Thematisierung“, einen Beitrag über die Glattnatter im „ehemaligen Nazi-Seebad“. (https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/was-versteckt-diese-pappe-im-ehemaligen-nazi-bad-auf-ruegen-0444576808.html Nahezu jeder Absatz beginnt mit dieser einseitigen historischen Zuweisung. Sogar das geplante Bildungszentrum wird in diesem Zusammenhang erwähnt, obgleich an besagter Stelle zunächst der Bau von Wohnungen beginnt. Ein Schelm, der böses dabei denkt!  Es ist empörend und ein gefährliches „Spiel“, die Geschichte der Ostdeutschen unterschwellig mit in die NS-Ära verfrachten und selbst das geplante Bildungszentrum mit einer NS-Aura umgeben zu wollen. Dank unserer überregionalen Medien wissen viele so gut wie nichts vom Stellenwert Proras in der DDR. Es geht hier somit um nichts weniger als um den Kampf um eine möglichst objektive Darstellung. Macht also bitte weiter, das Bemühen um die gerechte Vermittlung der Geschichte – unserer Geschichte! – ist noch nicht zuende!! Vielen Dank!                                          *(geplante Bildungsstätte = ein Zusammenschluss von Prora-Zentrum e.V. und Dokumentationszentrum Prora e.V. – die Initiative DenkMALProra wurde von Anfang an ausgegrenzt).

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