Mise à jour sur la pétitionDer Wolf kommt in mein (sein) Heimatland!Rottkäppchen und der Wolf (Teil 2)
Jürgen HauschkeBad Belzig, Allemagne
2 févr. 2019

Und es begab sich zu einer Zeit als Generationen von Menschen den Wolf nur noch aus den Märchen kannten und hofften, dass dieses Untier nie wieder in ihren Wäldern erscheinen würde.

Das kleine Rotkäppchen hatte Glück, denn ihre Eltern hatten sie nicht mit den alten Gruselgeschichten ins Bett geschickt sondern sie zu einem Kind erzogen welches die Tiere liebte. Als nun die reißerischen Fernseh-und Zeitungsbericht immer häufiger wurden fragte Rotkäppchen ihre Mutter: „Mama, ist der Wolf ein so böses Tier, dass alle so schlecht von ihm reden?“ „Nein, mein Kind“ sagte die Mutter. „ …viele Menschen wissen nichts über ihn und haben deswegen Angst vor ihm. Hab keine Angst er wird dir nichts antun.“

Rotkäppchen glaubte ihrer Mutter und insgeheim wünschte sie sich einmal einem Wolf zu begegnen. Als sie, wie so oft, durch den großen Wald zur Großmutter spazierte um sie zu besuchen sah sie eine große Gruppe Rehe die wie vom Teufel gehetzt über die Lichtung flüchtete. Als sie nun auch Nachbars Hasso und einen anderen Hund sah wusste sie was die Rehe so erschreckt hatte. „Die armen Rehe“ dachte sie sich. „die Hunde jagen sie nur zum Spaß aber die Rehe haben bestimmt große Angst.“ Bei der Großmutter angekommen, fragte sie die alte Dame: „ Großmutter, warum passen die Leute nicht auf ihre Hunde auf?“ Und die Großmutter antwortete: „Ja mein Kind, nicht jeder denkt an die Tiere im Wald so wie du. Es ist eine traurige Welt geworden. Ach, wäre nur der Wolf wieder hier.“

Einige Zeit später, als Rotkäppchen wieder zur Großmutter unterwegs war, erschraken nicht nur die Rehe, auch das Mädchen zuckte zusammen und kauerte verängstigt am Wegesrand. Schüsse hallten durch den Wald, Männer schrien und Hunde bellten. Ein sehr böse dreinschauendes, blutendes Wildschwein hetzte an dem Mädchen vorbei und flüchtete in Richtung der großen Straße. Angsterfüllt rannte das Mädchen zur Großmutter und fragte unter Tränen: „Großmutter, was war da los, warum hat das Wildschwein geblutet, was passiert wenn es auf die große Straße rennt?“ „Beruhig dich mein Kind. Das waren die Jäger die hier zweimal im Jahr ihr Hobby ausleben. Es ist eine traurige Welt geworden. Ach, wäre nur der Wolf wieder hier.“

Als das Rotkäppchen nun wieder einmal durch den großen Wald zur Großmutter wollte, glaubte sie ihren Augen nicht zu trauen. Auf einer kleinen Lichtung sah sie einen Wolf. Rotkäppchen war hocherfreut, tat aber was die Mutter ihr gesagt hatte, blieb einfach stehen und wollte diesen Augenblick nur kurz genießen. Der Wolf hatte sie scheinbar nicht bemerkt und schien die Sonne zu genießen. Als sich aus der Ferne eine plaudernde Wandergruppe näherte und Rotkäppchen nur kurz zu ihnen hin sah, war der Wolf mit einem lautlosen Satz im Unterholz verschwunden. Das Mädchen war traurig und doch von einem guten Gefühl erfüllt. Bei der Großmutter angekommen, musste sie natürlich sofort von dem Ereignis berichten „Oh, Großmutter, das war so toll“ frohlockte sie. Und lächelnd erwiderte die alte weise Frau: „ Nun lässt niemand mehr seine Hunde unkontrolliert durch den Wald rennen, nun haben die Hobbyjäger keinen Grund mehr das Wild zu reduzieren und die Schafe des Nachbarn bekommen einen sicheren Zaun was sie daran hindern wird in meinen Garten zu kommen… Oh Mädchen welch ein Glück…der Wolf ist wieder hier…der Wolf ist wieder hier!!!“

 

©Jürgen Hauschke

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