Erfolg

Gute Lehre wertschätzen: Weiterbeschäftigung von Dr. Michael Gerten an der Universität Bamberg

Diese Petition war mit 6.965 Unterstützer/innen erfolgreich!


Dr. Michael Gerten bereichert die Universität Bamberg seit vielen Jahren durch seine hervorragende Lehrtätigkeit und erfreut sich nicht zuletzt aus diesem Grund bei Studierenden und Kolleg_innen großer Beliebtheit. Trotz seiner fachlichen Eignung und dem überaus positiven Feedback der Studierenden kann Herrn Gertens befristetes Anstellungsverhältnis als wissenschaftlicher Mitarbeiter nach dem Sommersemester 2015 nicht fortgeführt werden. Eine wesentliche Ursache hierfür ist die fragwürdige Beschäftigungspolitik vor allem in Bezug auf den akademischen Mittelbau im deutschen Wissenschaftsbetrieb.

Wir sind eine Gruppe Studierender an der Universität Bamberg und möchten eine Weiterbeschäftigung von Herrn Gerten an unserer Uni erreichen.

Für uns als Studierende steht zunächst einmal die Lehre im Vordergrund – und Herr Gerten stellt diesbezüglich eine wesentliche Bereicherung dar, die wir in Zukunft nicht verlieren wollen. Wie die Studierenden der Universität Augsburg kämpfen auch wir mit unserer Petition konkret zwar für die gesicherte berufliche Zukunft eines Dozenten, wollen damit aber zugleich exemplarisch Kritik am Umgang mit wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen üben, wie er sich nach bundesweit geltenden Gesetzen auch an anderen deutschen Universitäten findet.

Unterstützen Sie mit uns Herrn Gerten und lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen für eine größere Wertschätzung engagierter Lehre an Universitäten und gegen eine tendenzielle Ausbeutung wissenschaftlichen Lehrpersonals setzen.

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse an deutschen Universitäten

Herr Gerten wurde in den vergangenen Jahren über zahlreiche befristete Verträge beschäftigt, die jeweils nur für kurze Zeiträume galten. Durch das Wissenschaftszeitvertragsgesetz sind solche Verträge auf insgesamt 12 Jahre beschränkt (sechs Jahre vor sowie sechs Jahre nach einer Promotion). Danach dürfen die betroffenen Wissenschaftler_Innen und Dozierenden – wie eben jetzt auch Herr Gerten – deutschlandweit von keiner öffentlichen Universität mehr auf Basis eines befristeten Vertrages beschäftigt werden.  

Eine ursprüngliche Intention dieses Gesetzes war zu verhindern, dass Stellen, auf denen sich wissenschaftlicher Nachwuchs qualifizieren soll, unbefristet von derselben Person besetzt werden, v.a. aber auch, dass die betroffenen Wissenschaftler_Innen auf Lebenszeit von befristeten Verträgen abhängig werden. Nach insgesamt zwölf Jahren in befristeten Verträgen dürfen ihnen für eine Weiterbeschäftigung nur noch unbefristete Stellen angeboten werden, um so die Chance auf ein dauerhaftes und sicheres Beschäftigungsverhältnis zu gewährleisten.

Doch die Realität sieht leider oft anders aus:
Zahlreiche Beispiele, wie etwa aktuell an den Universitäten Bamberg und Augsburg, zeigen, dass eine gut gemeinte Regelung das Gegenteil von dem bewirken kann, was sie beabsichtigt hat. Oft mangelt es den Universitäten schlicht an finanziellen Kapazitäten und an Planungssicherheit für den Hochschuletat, um zusätzliche Stellen zu entfristen und Dozierenden damit eine dauerhafte und sichere Beschäftigung garantieren zu können.
(Dass die auf Honorarbasis beruhende Weiterbeschäftigung über bloße Lehraufträge keine berufliche Alternative darstellt, hat gerade erst der Deutsche Hochschulverband in seiner Resolution vom 24. März 2015 ausdrücklich festgestellt.)
Auf Seiten der Dozierenden schafft diese Situation unwägbare berufliche und existentielle Unsicherheiten und schadet auf diese Weise zudem der Attraktivität einer akademischen Laufbahn: Wenn Wissenschaftler nach zwölf Jahren im Universitätsbetrieb keinen unbefristeten Vertrag und keine anderen Angebote aus dem akademischen Bereich erhalten, stehen sie oft vor dem Ende ihrer akademischen Karriere und vor der Herausforderung in einem neuen Berufsfeld Fuß fassen zu müssen.

Ein flexibel einsetzbarer Hochschullehrer

Gerade in Bezug auf Herrn Gertens Lehrerfahrung, die er in bisher insgesamt 129 abgehaltenen Lehrveranstaltungen an verschiedenen Hochschulen gesammelt hat, wäre dies eine absurde Konsequenz weit überdurchschnittlichen Engagements.
Unsere Begeisterung für Herrn Gerten gründet in erster Linie auf seiner herausragenden Lehre, in der er pädagogische Leidenschaft mit fächerübergreifenden und fächerverknüpfenden Kompetenzen verbindet.

So hält er Lehrveranstaltungen an Lehrstühlen verschiedener Fakultäten und Fachbereiche (Philosophie, Politische Theorie und Betriebswirtschaftslehre). Seine Seminare erstrecken sich über die Bereiche Erkenntnislehre, philosophische Anthropologie, Ethik, Rechts- und Sozialphilosophie sowie Wirtschaftsphilosophie und Wirtschaftsethik.

Anregung zum selbstkritischen Denken – nicht nur Vermittlung von Faktenwissen

Herrn Gerten gelingt es in seinen Seminaren und Projekten philosophische Grundlagen zu vermitteln und anspruchsvolle Zusammenhänge verständlich darzustellen.

Im Zentrum seiner Lehrveranstaltungen steht aber nicht unbedingt die Vermittlung von Faktenwissen, sondern v.a. das Motivieren der Studierenden zum selbständigen Durchdenken komplexer Sachzusammenhänge sowie zur kritischen Reflexion wissenschaftlicher Grundlagen: Sie sollen auf diese Weise lernen, ihre Vernunftfähigkeit (etwa gemäß dem Humboldt’schen Bildungsideal) aktiv zu entwickeln.

Kern seines didaktischen Konzeptes ist dabei, Erkenntnisse den Studierenden verschiedener Fachrichtungen nicht einfach zu präsentieren, sondern im ständigen Dialog gemeinsam mit ihnen zu erarbeiten. So lernen die Studierenden ihre Begründungs- und Argumentationskompetenz zu schulen und frei zu reden. Mit dieser Unterrichtsmethode gelingt es ihm, seine Studierenden zur aktiven Teilnahme am Seminar zu ermutigen.

Darüber hinaus nimmt sich Herr Gerten viel Zeit für eine intensive Einzelbetreuung, z.B. in Bezug auf das Verfassen von Essays und Hausarbeiten. Außerdem organisiert er regelmäßig Lektüregruppen und Diskussionsabende mit aktuellen und ehemaligen Studierenden sowie Lehrenden verschiedener Universitäten, etwa aus Berlin und München. 

Obwohl Michael Gerten eine nicht zu überschätzende Bereicherung für die Lehre an der Universität Bamberg darstellt, ist eine unbefristete Anstellung zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Sicht. Dies würde für Herrn Gerten mit Auslaufen seines befristeten Vertrages nach dem Sommersemester 2015 das Ende seiner akademischen Laufbahn bedeuten und für die Studierenden der Uni Bamberg vor allem den Verlust eines hervorragenden Dozenten.

Wir möchten uns bei den Verantwortlichen der Universität Bamberg, aber vor allem bei den zuständigen politischen Verantwortungsträgern dafür einsetzen, Mittel und Wege zu finden, Herrn Gerten auch in Zukunft als Dozenten zu beschäftigen.

Unterstützen Sie mit uns Herrn Gerten und verleihen Sie Ihrem Unmut über die Beschäftigungspolitik gegenüber wissenschaftlichem Personal an deutschen Universitäten Ausdruck, indem Sie diese Petition unterzeichnen.

Kontakt: gute.lehre.wertschaetzen@gmail.com
für den AK Petition stehen: Lena Gauss, Manuel Gebhardt, Thomas Klostermann, Gudrun Schwenk

Facebook: https://www.facebook.com/pages/Gute-Lehre-wertsch%C3%A4tzen/454375984737913?ref=hl



Heute: Gute Lehre verlässt sich auf Sie

Gute Lehre Wertschätzen benötigt Ihre Hilfe zur Petition „die Universität Bamberg und vor allem an die zuständigen politischen Verantwortungsträger: Gute Lehre wertschätzen: Weiterbeschäftigung von Dr. Michael Gerten an der Universität Bamberg”. Jetzt machen Sie Gute Lehre und 6.964 Unterstützer/innen mit.