Olympia ohne Pferde!

Das Problem

Olympische Reitdisziplinen und wer sind die Protagonisten im Sattel?

Gerade fanden bei den Olympischen Spielen in Rio das Springreiten, die Dressur, und das Vielseitigkeitsreiten statt, jeweils mit Einzel- und Manschaftswertung. Reiten im Spitzensport ist eine elitäre Veranstaltung. Wer es sich leisten kann, kauft oder züchtet sich die leistungsstärksten Pferde - no Money, no Pony.

Während etwa Österreich, Südkorea, Türkei, Südafrika, Chile oder China mit jeweils nur einer Person in Rio vertreten war, stellte Deutschland  mit Schweden die stärkste Mannschaft mit jeweils 14 Reiterinnen und Reiter.

Fairness und Verantwortung fürs Pferd!

Immer wieder kommt es bei Reitveranstaltungen auf Grund von Überforderung oder unsachgemäßem Umgang zu Stürzen und Verletzungen, die schlimmstenfalls zu Todesfällen bei Mensch und Tier führen, so dass klar von einem Risikosport zu sprechen ist.

Blut an Olympias Sporen

Vor wenigen Tagen wurde der olympische Medaillenregen von einem Zwischenfall überschattet. Der brasilianische Reiter Stephan de Freitas Bacha gab seinem Pferd so hart die Sporen, dass er nach dem ersten Umlauf ausgeschlossen wurde. Kontrolleure stellten bei seinem Pferd Langpeter de Feroleto Blut an der Flanke fest.

Pferde fliegen ungern

Eine große Belastung ist für die Tiere der Transport zu weit entfernter Veranstaltungen. Anlässlich der olympischen Spielen in Rio mussten und müssen die Pferde in engen Boxen eine einfache Flugzeit von 12 Stunden ertragen. Zuvor waren sie Lärm und ungewohnten Geräusche durch die Verladung in das Flugzeug ausgesetzt. Besonders Start und Landung empfinden die Tiere dabei als enorme Belastung, wo sie die auf sie einwirkenden Kräfte ausbalancieren müssen, nicht selten reagieren die Tiere dabei panisch, wo dann nur noch Beruhigungsmittel helfen.

https://www.pm-forum-digital.de/project/wenn-pferde-fliegen-08-2016/

Um u. a. Reisestrapazen für die Tiere zu minimieren, soll eine deutsche Beteiligung an internationalen Reitveranstaltungen wie z. B. Olympia (2020: Tokio) nicht mehr erfolgen!


Wie funktionieren Sporen, was muss sich außerdem verändern?

Selbst in der Reiterszene gilt der Einsatz von Sporen als umstritten. Bei den meisten Sporen handelt es sich um eine Art Sporn, der als sogenannte feine Hilfe zur Unterstützung der Schenkelhilfen beim Reiten zum Einsatz kommen soll. Wenn dieser Sporn die Bauchmuskeln reizt, führt dies zu einer Kontraktion des Muskels und somit zu einem Anheben des Rückens. Jedoch macht dieser Vorgang das Pferd grundsätzlich nicht schneller, sondern soll, richtig eingesetzt, das Vortreten des jeweiligen Hinterbeins, also die Aktivierung des Hinterbeins, verstärken. Am einfachsten können Sie dies nachvollziehen, wenn Sie das stumpfe Ende eines dünnen Bleistifts leicht in Ihre Bauchmuskulatur drücken. Ihr Rücken wird sich durch diesen Reflex wölben.
Der übermäßige und falsche Einsatz von Sporen führt jedoch zu einer Abstumpfung dieses Reflexes, wodurch ein immer stärkeres Stechen vonnöten wird, was letztendlich zu Verletzungen wie zuletzt bei Olympia führen kann. Dabei stellt bereits die Arbeitsgruppe für Tierschutz und Pferdesport des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bereits im Jahre 1992 in ihren Leitlinien für den Pferdesport Folgendes zum Sporeneinsatz klar:

„Die Benutzung von Sporen muss Reitern mit fortgeschrittenem Ausbildungsstand vorenthalten bleiben, die in der Lage sind, dieses Hilfsmittel kontrolliert einzusetzen. Sporen dürfen nicht missbräuchlich eingesetzt werden. Ihr Einsatz darf nicht zu Verletzungen führen.“

http://www.pferd-aktuell.de/files/2/67/708/732/Leitlinie_Tierschutz_im_Pferdesport.pdf

Wer erbringt bei Olympia typischerweise die Leistung?

Aus ethischen und sportlichen Gründen stellen wir als V-Partei³ den Einsatz von Pferden als olympische Sportgeräte grundsätzlich in Frage und regen hierfür u. a. eine Überarbeitung des Tierschutzgesetzes (TierSchG) an.

In jeder anderen olympischen Disziplin ist der Mensch maßgeblich der Leistungserbringer, nur im Pferdesport kommt es maßgeblich auf die Leistungsfähigkeit der Pferde an.  Pferde haben keinerlei Ansporn oder Vorteil am Gewinn einer Medaille. Für den angestrebten maximalen Erfolg (Medaillen für das deutsche Gesamtergebnis) müssen sie dagegen ein hartes und häufig quälendes Training bewältigen. Unnatürliche Bewegungsabläufe und extreme Belastungen führen zum Verschleiß an Sehnen und Gelenken.


Totilas, das Ausnahmepferd? Dressur schlichtweg unnatürlich!

Allein der Fall Totilas macht die Schwachstellen im Spitzenpferdesport deutlich, dass es an der Umsetzung des Tierschutzgesetzes auch auf internationalen Turnieren bislang haperte. Vor fast genau einem Jahr wurde der Abschied dieses pechschwarzen, atemberaubenden Dressur-Hengstes bekanntgegeben, nachdem er bei einem Grand Prix wenigstens eine Taktunreinheit, wenn nicht sogar eine Lahmheit zeigte. Kritiker führen die Probleme seines linken Hinterbeins unter anderem auf seinen sehr frühen Einsatz in den hohen Leistungsklassen zurück.
Auch wurde der Hengst immer wieder als Paradebeispiel der Hyperflexion, in der Umgangssprache auch als Rollkur bezeichnet, herangezogen.Bei der Rollkur wird der Hals des Pferdes stark auf die Brust gezogen. Der Tierarzt Dr. Gerd Heuschmann warnt unter anderem in seinem Film Stimmen der Pferde davor, die Biomechanik des Pferdes durch die Rollkur nachhaltig zu zerstören.Die FEI verbietet zwar offiziell die Rollkur, jedoch erlaubt sie das sogenannte Low-Deep-Round (LDR) auf dem Abreiteplatz von bis zu zehn Minuten, die der Rollkur recht nahe kommt.
Die wirklich zu hinterfragenden Reitmethoden in den beiden Videos zeigen deutlich eine mangelnde Losgelassenheit der Pferde:

https://www.youtube.com/watch?v=q8Ssn2BDbrE (Totilas)
https://www.youtube.com/watch?v=d3IJ25wR90Y (LDR)

Auch wenn die Fernsehzuschauer beim Dressurreiten fasziniert von den atemberaubenden Bewegungsleistungen der Pferde sind, so muss stets vor Augen gehalten werden, dass diese Bewegungsform mehr als unnatürlich ist und die Erlernung wohl kaum freiwillig geschieht! Mittelfristig muss über die Aufgabe dieser Wettkampfdisziplin nachgedacht werden!


Wie sieht eine weitere Verbesserung für die Tiere aus?

Für nationale Veranstaltungen in Deutschland fordern wir die konsequente Umsetzung und Übernahme der genannten Leitlinien für den Pferdesport auf nationalen Turnieren, der Einsatz von Sporen ist gänzlich zu untersagen. Ein Zuwiderhandeln sollte in Zukunft deutlich härter bestraft werden.

Pferd in der Lasagne?

Nachdem die Pferde als Sportgerät ausgedient haben oder nach Reitunfällen werden sie wirtschaftlich verwertet und daher häufig geschlachtet und zu Nahrungsmittel verarbeitet. Auch dieser Umstand muss gesetzlich geändert werden. Wir halten es nicht länger vertretbar, Tiere zu Nahrungsmittel zu verarbeiten. Das TierSchG muss hier endlich seinem Namen gerecht werden, die Lasagne muss tierfrei werden!

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Roland WegnerPetitionsstarter*in

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Das Problem

Olympische Reitdisziplinen und wer sind die Protagonisten im Sattel?

Gerade fanden bei den Olympischen Spielen in Rio das Springreiten, die Dressur, und das Vielseitigkeitsreiten statt, jeweils mit Einzel- und Manschaftswertung. Reiten im Spitzensport ist eine elitäre Veranstaltung. Wer es sich leisten kann, kauft oder züchtet sich die leistungsstärksten Pferde - no Money, no Pony.

Während etwa Österreich, Südkorea, Türkei, Südafrika, Chile oder China mit jeweils nur einer Person in Rio vertreten war, stellte Deutschland  mit Schweden die stärkste Mannschaft mit jeweils 14 Reiterinnen und Reiter.

Fairness und Verantwortung fürs Pferd!

Immer wieder kommt es bei Reitveranstaltungen auf Grund von Überforderung oder unsachgemäßem Umgang zu Stürzen und Verletzungen, die schlimmstenfalls zu Todesfällen bei Mensch und Tier führen, so dass klar von einem Risikosport zu sprechen ist.

Blut an Olympias Sporen

Vor wenigen Tagen wurde der olympische Medaillenregen von einem Zwischenfall überschattet. Der brasilianische Reiter Stephan de Freitas Bacha gab seinem Pferd so hart die Sporen, dass er nach dem ersten Umlauf ausgeschlossen wurde. Kontrolleure stellten bei seinem Pferd Langpeter de Feroleto Blut an der Flanke fest.

Pferde fliegen ungern

Eine große Belastung ist für die Tiere der Transport zu weit entfernter Veranstaltungen. Anlässlich der olympischen Spielen in Rio mussten und müssen die Pferde in engen Boxen eine einfache Flugzeit von 12 Stunden ertragen. Zuvor waren sie Lärm und ungewohnten Geräusche durch die Verladung in das Flugzeug ausgesetzt. Besonders Start und Landung empfinden die Tiere dabei als enorme Belastung, wo sie die auf sie einwirkenden Kräfte ausbalancieren müssen, nicht selten reagieren die Tiere dabei panisch, wo dann nur noch Beruhigungsmittel helfen.

https://www.pm-forum-digital.de/project/wenn-pferde-fliegen-08-2016/

Um u. a. Reisestrapazen für die Tiere zu minimieren, soll eine deutsche Beteiligung an internationalen Reitveranstaltungen wie z. B. Olympia (2020: Tokio) nicht mehr erfolgen!


Wie funktionieren Sporen, was muss sich außerdem verändern?

Selbst in der Reiterszene gilt der Einsatz von Sporen als umstritten. Bei den meisten Sporen handelt es sich um eine Art Sporn, der als sogenannte feine Hilfe zur Unterstützung der Schenkelhilfen beim Reiten zum Einsatz kommen soll. Wenn dieser Sporn die Bauchmuskeln reizt, führt dies zu einer Kontraktion des Muskels und somit zu einem Anheben des Rückens. Jedoch macht dieser Vorgang das Pferd grundsätzlich nicht schneller, sondern soll, richtig eingesetzt, das Vortreten des jeweiligen Hinterbeins, also die Aktivierung des Hinterbeins, verstärken. Am einfachsten können Sie dies nachvollziehen, wenn Sie das stumpfe Ende eines dünnen Bleistifts leicht in Ihre Bauchmuskulatur drücken. Ihr Rücken wird sich durch diesen Reflex wölben.
Der übermäßige und falsche Einsatz von Sporen führt jedoch zu einer Abstumpfung dieses Reflexes, wodurch ein immer stärkeres Stechen vonnöten wird, was letztendlich zu Verletzungen wie zuletzt bei Olympia führen kann. Dabei stellt bereits die Arbeitsgruppe für Tierschutz und Pferdesport des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bereits im Jahre 1992 in ihren Leitlinien für den Pferdesport Folgendes zum Sporeneinsatz klar:

„Die Benutzung von Sporen muss Reitern mit fortgeschrittenem Ausbildungsstand vorenthalten bleiben, die in der Lage sind, dieses Hilfsmittel kontrolliert einzusetzen. Sporen dürfen nicht missbräuchlich eingesetzt werden. Ihr Einsatz darf nicht zu Verletzungen führen.“

http://www.pferd-aktuell.de/files/2/67/708/732/Leitlinie_Tierschutz_im_Pferdesport.pdf

Wer erbringt bei Olympia typischerweise die Leistung?

Aus ethischen und sportlichen Gründen stellen wir als V-Partei³ den Einsatz von Pferden als olympische Sportgeräte grundsätzlich in Frage und regen hierfür u. a. eine Überarbeitung des Tierschutzgesetzes (TierSchG) an.

In jeder anderen olympischen Disziplin ist der Mensch maßgeblich der Leistungserbringer, nur im Pferdesport kommt es maßgeblich auf die Leistungsfähigkeit der Pferde an.  Pferde haben keinerlei Ansporn oder Vorteil am Gewinn einer Medaille. Für den angestrebten maximalen Erfolg (Medaillen für das deutsche Gesamtergebnis) müssen sie dagegen ein hartes und häufig quälendes Training bewältigen. Unnatürliche Bewegungsabläufe und extreme Belastungen führen zum Verschleiß an Sehnen und Gelenken.


Totilas, das Ausnahmepferd? Dressur schlichtweg unnatürlich!

Allein der Fall Totilas macht die Schwachstellen im Spitzenpferdesport deutlich, dass es an der Umsetzung des Tierschutzgesetzes auch auf internationalen Turnieren bislang haperte. Vor fast genau einem Jahr wurde der Abschied dieses pechschwarzen, atemberaubenden Dressur-Hengstes bekanntgegeben, nachdem er bei einem Grand Prix wenigstens eine Taktunreinheit, wenn nicht sogar eine Lahmheit zeigte. Kritiker führen die Probleme seines linken Hinterbeins unter anderem auf seinen sehr frühen Einsatz in den hohen Leistungsklassen zurück.
Auch wurde der Hengst immer wieder als Paradebeispiel der Hyperflexion, in der Umgangssprache auch als Rollkur bezeichnet, herangezogen.Bei der Rollkur wird der Hals des Pferdes stark auf die Brust gezogen. Der Tierarzt Dr. Gerd Heuschmann warnt unter anderem in seinem Film Stimmen der Pferde davor, die Biomechanik des Pferdes durch die Rollkur nachhaltig zu zerstören.Die FEI verbietet zwar offiziell die Rollkur, jedoch erlaubt sie das sogenannte Low-Deep-Round (LDR) auf dem Abreiteplatz von bis zu zehn Minuten, die der Rollkur recht nahe kommt.
Die wirklich zu hinterfragenden Reitmethoden in den beiden Videos zeigen deutlich eine mangelnde Losgelassenheit der Pferde:

https://www.youtube.com/watch?v=q8Ssn2BDbrE (Totilas)
https://www.youtube.com/watch?v=d3IJ25wR90Y (LDR)

Auch wenn die Fernsehzuschauer beim Dressurreiten fasziniert von den atemberaubenden Bewegungsleistungen der Pferde sind, so muss stets vor Augen gehalten werden, dass diese Bewegungsform mehr als unnatürlich ist und die Erlernung wohl kaum freiwillig geschieht! Mittelfristig muss über die Aufgabe dieser Wettkampfdisziplin nachgedacht werden!


Wie sieht eine weitere Verbesserung für die Tiere aus?

Für nationale Veranstaltungen in Deutschland fordern wir die konsequente Umsetzung und Übernahme der genannten Leitlinien für den Pferdesport auf nationalen Turnieren, der Einsatz von Sporen ist gänzlich zu untersagen. Ein Zuwiderhandeln sollte in Zukunft deutlich härter bestraft werden.

Pferd in der Lasagne?

Nachdem die Pferde als Sportgerät ausgedient haben oder nach Reitunfällen werden sie wirtschaftlich verwertet und daher häufig geschlachtet und zu Nahrungsmittel verarbeitet. Auch dieser Umstand muss gesetzlich geändert werden. Wir halten es nicht länger vertretbar, Tiere zu Nahrungsmittel zu verarbeiten. Das TierSchG muss hier endlich seinem Namen gerecht werden, die Lasagne muss tierfrei werden!

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DOSB
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Deutsche Reiterliche Vereinigung e. V.
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Petition am 19. August 2016 erstellt