Petition updateKeine öffentlichen Gelder mehr für den Flughafen Bern-Belp!

Zusammenfassung zur Verfügung Südanflug

Felix BrunBurgdorf, Switzerland
Jan 28, 2018
Die Verfügung zum Südanflug ist 33seitiges Dokument. Hier das Wichtigste: Zum heutigen Landeverfahren sagt das Bazl: "Dieses sog. Circling-Verfahren führt in geringer Höhe über Boden während des Kurvenflugs in direkter Linie auf den Belpberg zu, was ein gewisses Risiko darstellt." --> Ein gewisses Risiko? Das tönt sehr gefährlich oder nicht? Wieviele Flüge würden neu über den Südanflug gehen? Ca. 10 Flüge pro Tag: "Durch das neue Anflugverfahren rechnet die Gesuchstellerin mit einer Verschiebung von rund 10 % der Anflüge auf die Piste 32, was folgende Verteilung ergibt: Anflug 14 heute 82 %, künftig 72 %; Anflug 32 heute mit Circling 18 %, künftig 28 %. Bei der gemäss SIL prognostizierten maximalen Verkehrsleistung von 75 000 Flug- bewegungen (Starts und Landungen), davon 23 400 nach IFR, entspricht ein Anteil von 28 % 3276 Landungen." Es gebe keine neuen Lärmemissionen in anderen Gebieten als bisher: Echt? Schwierig zu glauben, wenn Münsingen direkt überflogen werden soll. "Das neue Anflugverfahren GNSS 32 führe dazu, dass – die Siedlungsgebiete von Bern, Muri und Allmendingen von Fluglärm entlastet, ohne dass besiedelte Gebiete neu durch Fluglärm übermässig belastet würden; – kürzere und effizientere Instrumentenanflüge aus südlicher Richtung möglich würden; – die Erreichbarkeit des Flughafens bei schlechten Wetterbedingungen verbessert und die Pistenkapazität bei Westwindlagen erhalten werden könne." Was ist bei Nebel? Skywork Chef Inäbnit hat im einem Interview gesagt, dass die Wetterkomponente überhaupt keinen Einfluss habe, ob der Südanflug besser ist oder nicht, im Gegenteil, hier seine Aussagen: https://www.bernerzeitung.ch/region/bern/satellitengestuetzter-suedanflug-fuer-flughafen-bern-genehmigt/story/17134421 Das Bazl sagt nicht, wieviele Einsprachen tatsächlich eingingen, das wäre aber durchaus interessant: "Während der öffentlichen Auflage gingen beim BAZL mehrere Hundert Einsprachen ein." Die Beschwerden zur Änderung des Luftraums wurden vom Bazl einfach übergangen. Später soll nochmal darüber entschieden werden. Klar: Man baut die ganze Infrastruktur auf, und dann sagt man den Kleinaviatikern: Jetzt könnt ihr Einsprache erheben. Diese Beschwerden werden nie und nimmer mehr behandelt, wenn schon 18 Millionen ausgegeben wurden. Es geht hier nicht um zwei, drei Personen, sondern um hunderte von Hängegleitern, die nördlich der Voralpen zwischen Thun und Bern und im Emmental ihrem Hobby und teilweise auch sogar ihrem Beruf nachgehen. Nur so... "Im vorliegenden Verfahren nicht zu beachten sind Einsprachen und einsprecherische Anträge, die sich auf die vorgesehene Anpassung der Luftraumstruktur richten. Dazu führte das BAZL gleichzeitig mit der öffentlichen Auflage der Änderung des Betriebsreglements eine Anhörung der Luftraumnutzer durch. Über eine Anpassung der Luftraumstruktur wird das BAZL zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden." Das Bazl sagt, der Südanflug sei laut Umweltbericht umweltverträglich. Kann sein, ich kann das nicht beurteilen, aber es hat offenbar diverse Einsprachen gegeben: "Der Bericht gelangt zu folgender Schlussfolgerung: In der Gesamtbetrachtung und mit der Umsetzung der im Bericht aufgeführten Mass- nahmen beurteilen die Berichtverfasser das neue satellitengestützte Anflugverfahren GNSS 32 auf den Flughafen Bern-Belp als umweltverträglich." Zu den Einsprachen sagt das Bazl: "b) Kritik am UVB In diversen Einsprachen wird gerügt, der UVB sei unvollständig bzw. stelle die Umweltbelastungen nicht korrekt dar. Gerügt werden insbesondere unzutreffende Angaben zu den erwarteten Flugbewegungen und deren Lärmauswirkungen sowie eine falsche Berechnung der Fluglärmbelastung." Die Bedenken seien schliesslich mit weiteren Lärmbelastungskarten widerlegt worden, so das Bazl. Zur Luftverschmutzung meint das Bazl: "Die Flugdistanzen nehmen durch das effizientere Anflugverfahren ab." Da widerspricht Skywork-Chef Inäbnit ein weiteres Mal, siehe hier: https://www.thunertagblatt.ch/region/bern/Skywork-wehrt-sich-gegen-den-geplanten-Suedanflug/story/29647676?track Details zur Lärmbelastung: "Der UVB vom 14. Juni 2013 weist aus, dass die Fluglärmbelastungen für das Sach- planverfahren berechnet wurden. Als Ausgangszustand wurden das Jahr 2011, als Prognosejahr das Jahr 2020 festgelegt. Er hält zusammenfassend fest: «Das Vorhaben führt zu keiner Zunahme des Luftverkehrs. Die Siedlungsgebiete werden durch die neuen Anflugrouten, welche über weniger dicht besiedeltem Gebiet liegen, vom Fluglärm entlastet. Die Anzahl betroffener Personen mit einer Lärmbelastung > 50 dB(A) wird von 28‘100 Personen im heutigen Zustand auf 27‘100 Personen mit dem neuen Anflugverfahren reduziert. Die Immissionsgrenz- werte der Lärmschutzverordnung werden eingehalten.»" Es ändert sich von der Personenanzahl offenbar nicht viel, aber es wäre natürlich eine Verschiebung zu erwarten. Zur Kritik an den Lärmprognosen: "b) Kritik aus den Einsprachen Die zahlreichen Einsprachen, die sich gegen das neue Anflugverfahren richten, haben fast ausnahmslos die zu erwartende Fluglärmbelastung zum Thema. Einige Einsprachen befassen sich vertieft mit den Angaben im UVB, halten diese für unzu- treffend bzw. beschönigend und kritisieren die Art der Berechnung mit dem Programm IMMPAC." Zur Kritik von Skywork-Chef Inäbnit und Einsprechenden, dass die Landeanflüge immer noch zu weiträumig seien, nimmt das Bazl auf einen Bericht vom BAFU Stellung: "Der Anflugwinkel von 4 ° entspreche den für derartige Instrumentenanflüge gelten- den internationalen Vorschriften. Ein steilerer Anflugwinkel (sog. Steep Approach, Steilanflug) setze ganz besondere örtliche Verhältnisse voraus. Zudem könnten nur besonders zertifizierte Flugzeuge mit entsprechend zusätzlich ausgebildeten Piloten derartig steile Anflüge ausführen. Die Piste in Bern-Belp sei sodann bei steileren Anflügen zu kurz, um die daraus resultierende höhere Landegeschwindigkeit ver- nichten zu können. Solche Anflüge würden sodann den vermehrten Einsatz der Schubumkehr erfordern, was zu unerwünschten und lästigen zusätzlichen Lärm- belastungen vom Boden aus führe." Und weiter: "Mit zunehmend steilem Anflugwinkel werde es je nach Flugzeugtyp schwieriger, die vorgegebene Anfluggeschwindigkeit einhalten zu können. Das Risi- ko von Durchstartmanövern steige, was wiederum zu einer erhöhten Lärmbelastung im Raum Muri führen würde. Ausserdem steige mit einer höheren Anfluggeschwin- digkeit tendenziell das Risiko eines Überschiessens der Piste. Es sei also eine Frage der Sicherheit, den Anflugwinkel so tief wie möglich zu halten." Zu den Einsprachen habe ich ja gestern schon was veröffentlicht. So siehts also aus, jetzt kann sich jeder selbst ein Urteil über Sinn und Unsinn 1) vom Südanflug und 2) Flughafen BernBelp überhaupt machen. Denn: Wir hätten alle diese Probleme (Lärm, Luftraum, Umweltverschmutzung) nicht mehr, wenn wir den Flughafen einfach schliessen würden. Tönt kindisch, aber he: Was könnten wir nicht alles schönes aus dem Flugplatz machen: Vielleicht ein neues Kulturzentrum? Vielleicht einen riiiieeeesen Skatepark? Vielleicht .....? Gruss, wir bleiben dran! Felix
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