

Liebe Unterstützer*innen,
ich hoffe, euch geht es allen gut oder den Umständen entsprechend. Ich wollte mich mal wieder zu Wort melden.
In den letzten Monaten hatte ich Kontakt mit IKEA Food Schweden und hab mich mit vielen Expert*innen u.a. von Germanwatch, Inkota, Oxfam, der Christlichen Initiative Romero.. ausgetauscht. Dazu werde ich euch noch ein genaues Update geben.
In den Gesprächen mit Expert*innen hat sich für mich immer wieder bestätigt, dass ich, als Verbraucherin, wenig Möglichkeiten hab, die komplexen Lieferketten von transnationalen Firmen wie z.B. IKEA nachzuvollziehen, außer sie legen diese selbst offen. Des Weiteren sind im Januar 2018 UTZ Certified und Rainforest Alliance fusioniert und bisher gibt es noch keine Aussagen darüber, was sich damit für Verbraucher*innen, Firmen und vor allem Produzierende ändert. Sorge besteht darin, dass die Standards möglicherweise noch niedriger werden als eh schon. Dazu mehr hier.
Ich finde auch, dass Menschen nicht vor die Wahl gestellt werden sollten, sich zwischen „guten“ und „schlechten“ Produkten oder Firmen zu entscheiden. So habe ich mich in den letzten Monaten auch für das Lieferkettengesetz stark gemacht.
Seit Herbst 2019 gibt es die Forderung nach einem solchen Gesetz. Dieses soll sicherstellen, dass Unternehmen entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette über die deutschen Grenzen hinaus, dafür sorgen, dass Mensch und Umwelt geschützt werden – und Betroffene bei Verletzung dieser Pflichten ihr Recht in Deutschland einklagen können. Aktuell haben 197.000 Menschen unterschrieben. Der Nationale Aktionsplan (NAP) hat bisher gezeigt, dass freiwillige Maßnahmen nicht reichen. Firmen, die fair und nachhaltig Handeln, haben mehr Ausgaben und aufgrund von höheren Verkaufspreisen einen Wettbewerbsnachteil. Bei IKEA werde ich auch nachfragen, wie sie zum Lieferkettengesetz stehen. Vielleicht habt ihr auch Lust, diese, wie ich finde, wichtige Initiative zu unterschreiben. (Petition siehe Webseite). Was sagt ihr zu Bemühungen für ein Lieferkettengesetz? Tchibo hat sich einem solchen schon angeschlossen, was ist eure Meinung dazu?
Gerade zu Corona-Zeiten möchte ich auch auf die Initiative von Remake World nämlich Payup aufmerksam machen. Laut Fashionchangers sind rund 50 Mio. Menschen weltweit in der Textilindustrie angestellt. Viele davon sind Frauen, die das Haupteinkommen für ihre Familie verdienen. In Bangladesch wurden bereits Aufträge für Exportware im Wert von 2,9 Milliarden Dollar gecancelt, 58% der Textilfabriken geschlossen und in der Folge 1 Million Textilarbeiter*innen entlassen oder beurlaubt. Das ist nur das Beispiel von einem Land. Den Arbeiter*innen drohen Obdachlosigkeit, Hunger und Armut. PayUp ist eine Initiative, die Textilfirmen auffordert, ihre Verträge einzuhalten und zeitnah zu bezahlen. (Petition auf englisch)
Ich wünsche euch ein gutes Wochenende und meld mich bald genauer zu IKEA.
LG Melanie
P.S. Wofür ich die letzten Wochen genutzt habe, könnt ihr hier sehen.
Foto: Marlene Fulde
links Melanie Weigel, rechts Nicole Jäckle vom Supermarché