

Liebe UnterstützerInnen für den Erhalt des SEZ,
Damiano Valgolio, stellvertretender Vorsitzender der Partei Die Linke in Friedrichshain-Kreuzberg und direkt gewähltes Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, hat an der Kundgebung am 20.03.2024 vorm SEZ ebenfalls teilgenommen.
Dort hat er sein Konzept zum Erhalt des SEZ vorgestellt. Demnach schließen sich der Bau von 200-300 neuen Wohnungen und die Entstehung von Freizeitangeboten nicht aus.
Auch der Berliner Kurier hat dies in einem Artikel am 19.03.2024 aufgegriffen.
Nachfolgend teile ich das Konzept, das realpolitisch sinnvoll erscheint:
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SEZ nicht abreißen - Rollschuhbahn, Freibad und Wohnungsbau zusammen bringen
Damiano Valgolio, Mitglied des Abgeordnetenhaus
Das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Friedrichshain ist nicht nur ein Stück Berliner Stadtgeschichte. Seine Stilllegung hat den Mangel an bezahlbaren Freizeitangeboten weiter verschärft. Angesichts dieses Mangels erscheint es absurd, die bestehenden Gebäude abzureißen, sollten sie noch intakt sein.
Mit dem vorliegenden Konzept soll der Bau von 200-300 neuen Wohnungen ermöglicht werden. Gleichzeitig soll wieder ein Sport- und Freizeitangebot entstehen, dass der großen Tradition des SEZ gerecht wird. DIE LINKE ist der Auffassung, dass sich beides nicht ausschließt. Konkret schlagen wir Folgendes vor:
1. Als erstes muss ein Baugutachten zum Zustand der Gebäude und der Innenanlagen erstellt werden. Dabei ist zu prüfen, was weiter genutzt werden kann und was mit welchem Aufwand wieder in Gang gebracht werden kann.
2. Parallel dazu ist auf dem hinteren Teil des Grundstücks zügig mit dem Bau einer Gemeinschaftsschule samt Sportflächen zu beginnen.
3. Im Rahmen von Zwischennutzungen ist so schnell wie möglich in öffentlicher Hand wieder ein Sport- und Freizeitangebot im SEZ für die Menschen in der Umgebung zu schaffen. Soweit baulich möglich, ist dabei insbesondere die Roll- und Schlittschuhbahn im süd-westlichen Flügel wieder in Betrieb zu nehmen. Für die Sportflächen im nördlichen Flügel wird gemeinsam mit den Sportvereinen der Umgebung ein öffentliches Sportangebot als Zwischennutzung entwickelt.
4. Das Hallenbad ist wieder in Betrieb zu nehmen, wenn das Baugutachten ergibt, dass dies mit vertretbaren Kosten möglich ist. Für den Fall, dass das Hallenbad nicht wieder in Betrieb genommen werden kann, ist zu prüfen, ob es unter Lärmschutz-Aspekten möglich ist, das Freibad im Außenbereich wieder zu eröffnen und um ein weiteres Becken zu erweitern. Das Freibad dürfte in einem baulich deutlich besseren Zustand als das Hallenbad sein, da es noch vor wenigen Jahren in Betrieb war. Mit einem erweiterten Freibad würde ein wertvolles Freizeitangebot für die Sommermonate geschaffen und der Mangel an Schwimmflächen zumindest etwas behoben. Zudem würde ein erweitertes Freibad an die Tradition des beliebten Friesenbades anknüpfen, das sich im Volkspark Friedrichshain befand.
5. Zusätzlich zur Sport- und Freizeitnutzung sollen auf dem Gelände 200-300 Wohnungen in öffentlicher Hand gebaut werden, um dem Wohnungsmangel in der Stadt zu begegnen. Eine Bebauung in diesem Umfang erfordert keinen vollständigen Abriss des SEZ-Gebäudes. Es liegen bereits verschiedene Vorschläge von Architekt:innen auf dem Tisch, die Wohn- und Freizeitnutzung kombinieren. Denkbar wäre beispielsweise, die benötigten Wohnungen auf der Fläche des jetzigen Süd-Westflügels zu bauen oder die SEZ-Gebäude mit Holzbauweise aufzustocken. Es ist sofort ein städtebaulicher Ideenwettbewerb zu starten, um unter Beteiligung der Anwohnerschaft die beste Lösung zu finden. Im Rahmen des Wettbewerbs soll insbesondere untersucht werden, wie Wohnbebauung und Freibad - etwa durch Laubengänge - kombiniert werden können, ohne dass es zu einer unzumutbaren Lärmbelästigung für die neuen Mieter kommt.
6. In dem bestehenden Verwaltungsgebäude zwischen dem Westflügel und dem Schulneubau wird eine Kita eingerichtet, wenn der Zustand des Gebäudes dies zulässt. Damit wird dem dramatischenMangel an Kitaplätzen begegnet.
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Herzlichst, Susanne Lorenz
Bildnachweis: Sebastian Golbik, Susanne Lorenz, Die Linke