

RISIKOGEBIET TÜRKEI - SYSTEMATISCHE BENACHTEILIGUNG NUN AUCH BEIM REISEN?
Das Problem
Die Entscheidung, die Türkei als Risikogebiet einzustufen, ist mit objektiven Maßen nicht nachvollziehbar! Türkeistämmige, welche sich in Deutschland ohnehin benachteiligt, ausgegrenzt und von der Politik im Stich gelassen fühlen, finden sich als Spielball in einem politischen Streit mit der Türkei wieder!
Wir fordern unverzüglich objektive und nachvollziehbare Argumente für diese Entscheidung!
Ausgangslage
Türkeistämmige Menschen in Deutschland fühlen sich generell in unterschiedlichen Bereichen des Lebens systematisch benachteiligt (u. a. durch das Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt). Diese Benachteiligungen wurden in unzähligen Studien wissenschaftlich nachgewiesen (eine einfache Suche nach wissenschaftlichen Artikeln bei Google-Scholar nach „benachteiligung von menschen mit mirgrationshintergrund in deutschland“ reicht aus). Diese andauernden Ausgrenzungs- und Benachteiligungsmechanismen werden bereits seit der ersten Generation der in Deutschland lebenden Migranten erlebt und führen dazu, dass Menschen mit türkischen Wurzeln ihr Vertrauen in die Politik verlieren.
Am 17. Juni hob die Bundesregierung pauschal die Reisewarnung für alle EU-Länder sowie u. a. Großbritannien auf und stufte im gleichen Atemzug die Türkei als Risikogebiet ein. Urlaubsrückkehrer aus der Türkei müssen demnach mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Die Türkei ist das drittbeliebteste Urlaubsziel für Reisende aus Deutschland und ist für den hiesigen und dortigen Tourismus enorm wichtig. Aber wichtiger als der Tourismus ist die Tatsache, dass drei Millionen Türkeistämmige in Deutschland ihre Familien dort haben und diese im Regelfall in den Sommermonaten besuchen.
Die Kriterien der Bundesregierung und zuständiger Ämter für die Einstufung als Corona-Risikogebiet
Begründet wird die Einstufung als Risikogebiet mit den folgenden Punkten (Quelle: rki.de/Risikogebiete):
1.) Die Anzahl an Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen liegt höher als 50 pro 100.000 Einwohnern
2.) Falls der Wert in Punkt 1 unterschritten wird, greifen weitere Kriterien, welche die Qualität der getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betreffen:
- a.) Infektionszahlen
- b.) Die Art des Ausbruchs (Lokal vs. Flächendeckend)
- c.) Testkapazitäten
- d.) Durchgeführte Tests pro Einwohner
- e.) Ergriffene Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens (Hygienebestimmungen, Kontaktnachverfolgung, etc.)
Ebenso wird berücksichtigt, wenn keine verlässlichen Informationen für bestimmte Staaten vorliegen.
Nun muss man davon ausgehen, dass diese Kriterien von allen EU-Ländern erfüllt werden, da für diese keine Reisewarnung besteht und keine der Länder (außer Schweden) als Risikogebiet eingestuft werden, und die Türkei eines oder mehrere dieser Kriterien verletzt.
Kritische Gegenüberstellung der Kriterien im Ländervergleich
Zu Punkt 1.: Anzahl an Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen liegt höher als 50 pro 100.000 Einwohnern (Stand 19. Juni 2020)
(Quelle: bspw. interaktiv.morgenpost.de, welche sich selbst u. a. auf die Daten der WHO, RKI, John Hopkins uvm. bezieht)
Am 19. Juni betrug die Anzahl an Neuinfektionen in der Türkei 12/100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen und liegt damit deutlich unter der Grenze von 50. Die EU-Länder Großbritannien und Portugal weisen mit 14 und 21 vergleichsweise höhere Werte auf und sind bezogen auf dieses Kriterium zurecht nicht als Risikogebiete eingestuft worden. San Marino taucht seltsamerweise weder in der Liste der Länder auf, für welche die Reisewarnung aufgehoben wurde noch bei den Ländern welche als Risikogebiet gelten. Auch San Marino hat einen Wert von 15 Neuinfektionen (pro 100.000 Einwohnern/ 7 Tage).
Aber Warum ist nun die Türkei ein Risikogebiet? Möglicherweise muss das Land vlt. an dem zweiten Kriterium gescheitert sein?
Zu Punkt 2.a): Infektionszahlen (Stand 18. Juni 2020)
(Quellen: interaktiv.morgenpost.de)
Zur besseren Einordnung sind im Folgenden die Corona-Fallzahlen zu Infektion, Genesene sowie Todesfälle seit dem ersten Ausbruch in dem jeweiligen Land und der besseren Vergleichbarkeit pro 100.000 Einwohner, also in Relation, abgebildet.
Anmerkung: Für eine optimale Darstellung der Tabelle auf Ihrem Handy richten Sie bitte ihren Bildschirm horizontal aus.
Ranking Land Infektionszahl Genesen Todesfälle
7 Belgien 524 145 84
9 Spanien 521 319 58
13 Großbritannien 452 N.A. 64
14 Italien 395 300 57
17 Portugal 371 234 15
20 Niederlande 283 N.A. 35
22 Frankreich 237 110 44
23 Deutschland 228 209 11
25 Türkei 221 188 6
Die Infektionszahlen in der Türkei sind in Relation zu der Bevölkerungszahl im Land deutlich geringer als in anderen EU-Ländern. Die relationale Anzahl der Todesfälle kann zudem als unmittelbarer Indikator für die Qualität des türkischen Gesundheitssystems bei der Behandlung von Corona-Infizierten Patienten gedeutet werden.
Zu Punkt 2.b): Die Art des Ausbruchs (Lokal vs. Flächendeckend)
Leider sind mir hierzu keine (vergleichenden) Daten bekannt. Es kann aber gut begründet davon ausgegangen werden, dass in der Türkei eine ähnliche Art des Ausbruchs vorherrscht wie in anderen Ländern in der EU mit ähnlichen Bevölkerungs- und Infektionszahlen (bspw. Deutschland, Frankreich). Falls dieses Kriterium ausschlaggebend für die Einstufung der Türkei als Risikogebiet ist, bitten wir die Personen und Ämter, an welche sich diese Petition richtet, um weitere Aufklärung.
Zu Punkt 2.c): Testkapazitäten (Stand 17. Juni 2020)
Leider ist es auch nach mehrstündigen Recherchen nicht möglich aktuelle nicht-türkische Quelle zu den bestehenden Testkapazitäten in der Türkei zu finden. Falls dieses Kriterium ausschlaggebend für die Einstufung der Türkei als Risikogebiet ist, bitten wir die Personen und Ämter, an welche sich diese Petition richtet, um weitere Aufklärung.
Zu Punkt 2.d): Durchgeführte Tests pro Einwohner (Stand 17. Juni 2020)
(Quelle: Statista, www.statista.com)
Ranking Land Durchgeführte Tests (je 1 Mio. Einwohner)
4 Spanien 103.232
5 Großbritannien 102.862
6 Portugal 98.705
8 Belgien 91.137
11 Italien 77.660
13 Deutschland 56.033
17 Türkei 32.277
19 Niederlande 28.271
20 Frankreich 21.214
Die relationale Anzahl der durchgeführten Tests in der Türkei fallen im vgl. zu vielen anderen EU-Ländern geringer aus. Dennoch fallen diese höher aus als in den Niederlanden oder Frankreich, welche zudem mit höheren (relationalen) Infektionszahlen zu kämpfen haben und als Nicht-Risikogebiete eingestuft werden.
Fazit
In Anbetracht der aufgeführten Daten im Ländervergleich ist die Einstufung der Türkei als Risikogebiet nicht nachzuvollziehen. Aus diesem Grund fordern wir die zuständigen Personen und Ämter auf die Einstufung der Türkei als Risikogebiet aufzuheben und den Reisenden eine 14-tägige Quarantäne zu ersparen oder eine objektive und nachvollziehbare Stellungnahme zur Beibehaltung der Entscheidung abzugeben.
Petition geschlossen.
Das Problem
Die Entscheidung, die Türkei als Risikogebiet einzustufen, ist mit objektiven Maßen nicht nachvollziehbar! Türkeistämmige, welche sich in Deutschland ohnehin benachteiligt, ausgegrenzt und von der Politik im Stich gelassen fühlen, finden sich als Spielball in einem politischen Streit mit der Türkei wieder!
Wir fordern unverzüglich objektive und nachvollziehbare Argumente für diese Entscheidung!
Ausgangslage
Türkeistämmige Menschen in Deutschland fühlen sich generell in unterschiedlichen Bereichen des Lebens systematisch benachteiligt (u. a. durch das Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt). Diese Benachteiligungen wurden in unzähligen Studien wissenschaftlich nachgewiesen (eine einfache Suche nach wissenschaftlichen Artikeln bei Google-Scholar nach „benachteiligung von menschen mit mirgrationshintergrund in deutschland“ reicht aus). Diese andauernden Ausgrenzungs- und Benachteiligungsmechanismen werden bereits seit der ersten Generation der in Deutschland lebenden Migranten erlebt und führen dazu, dass Menschen mit türkischen Wurzeln ihr Vertrauen in die Politik verlieren.
Am 17. Juni hob die Bundesregierung pauschal die Reisewarnung für alle EU-Länder sowie u. a. Großbritannien auf und stufte im gleichen Atemzug die Türkei als Risikogebiet ein. Urlaubsrückkehrer aus der Türkei müssen demnach mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Die Türkei ist das drittbeliebteste Urlaubsziel für Reisende aus Deutschland und ist für den hiesigen und dortigen Tourismus enorm wichtig. Aber wichtiger als der Tourismus ist die Tatsache, dass drei Millionen Türkeistämmige in Deutschland ihre Familien dort haben und diese im Regelfall in den Sommermonaten besuchen.
Die Kriterien der Bundesregierung und zuständiger Ämter für die Einstufung als Corona-Risikogebiet
Begründet wird die Einstufung als Risikogebiet mit den folgenden Punkten (Quelle: rki.de/Risikogebiete):
1.) Die Anzahl an Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen liegt höher als 50 pro 100.000 Einwohnern
2.) Falls der Wert in Punkt 1 unterschritten wird, greifen weitere Kriterien, welche die Qualität der getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betreffen:
- a.) Infektionszahlen
- b.) Die Art des Ausbruchs (Lokal vs. Flächendeckend)
- c.) Testkapazitäten
- d.) Durchgeführte Tests pro Einwohner
- e.) Ergriffene Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens (Hygienebestimmungen, Kontaktnachverfolgung, etc.)
Ebenso wird berücksichtigt, wenn keine verlässlichen Informationen für bestimmte Staaten vorliegen.
Nun muss man davon ausgehen, dass diese Kriterien von allen EU-Ländern erfüllt werden, da für diese keine Reisewarnung besteht und keine der Länder (außer Schweden) als Risikogebiet eingestuft werden, und die Türkei eines oder mehrere dieser Kriterien verletzt.
Kritische Gegenüberstellung der Kriterien im Ländervergleich
Zu Punkt 1.: Anzahl an Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen liegt höher als 50 pro 100.000 Einwohnern (Stand 19. Juni 2020)
(Quelle: bspw. interaktiv.morgenpost.de, welche sich selbst u. a. auf die Daten der WHO, RKI, John Hopkins uvm. bezieht)
Am 19. Juni betrug die Anzahl an Neuinfektionen in der Türkei 12/100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen und liegt damit deutlich unter der Grenze von 50. Die EU-Länder Großbritannien und Portugal weisen mit 14 und 21 vergleichsweise höhere Werte auf und sind bezogen auf dieses Kriterium zurecht nicht als Risikogebiete eingestuft worden. San Marino taucht seltsamerweise weder in der Liste der Länder auf, für welche die Reisewarnung aufgehoben wurde noch bei den Ländern welche als Risikogebiet gelten. Auch San Marino hat einen Wert von 15 Neuinfektionen (pro 100.000 Einwohnern/ 7 Tage).
Aber Warum ist nun die Türkei ein Risikogebiet? Möglicherweise muss das Land vlt. an dem zweiten Kriterium gescheitert sein?
Zu Punkt 2.a): Infektionszahlen (Stand 18. Juni 2020)
(Quellen: interaktiv.morgenpost.de)
Zur besseren Einordnung sind im Folgenden die Corona-Fallzahlen zu Infektion, Genesene sowie Todesfälle seit dem ersten Ausbruch in dem jeweiligen Land und der besseren Vergleichbarkeit pro 100.000 Einwohner, also in Relation, abgebildet.
Anmerkung: Für eine optimale Darstellung der Tabelle auf Ihrem Handy richten Sie bitte ihren Bildschirm horizontal aus.
Ranking Land Infektionszahl Genesen Todesfälle
7 Belgien 524 145 84
9 Spanien 521 319 58
13 Großbritannien 452 N.A. 64
14 Italien 395 300 57
17 Portugal 371 234 15
20 Niederlande 283 N.A. 35
22 Frankreich 237 110 44
23 Deutschland 228 209 11
25 Türkei 221 188 6
Die Infektionszahlen in der Türkei sind in Relation zu der Bevölkerungszahl im Land deutlich geringer als in anderen EU-Ländern. Die relationale Anzahl der Todesfälle kann zudem als unmittelbarer Indikator für die Qualität des türkischen Gesundheitssystems bei der Behandlung von Corona-Infizierten Patienten gedeutet werden.
Zu Punkt 2.b): Die Art des Ausbruchs (Lokal vs. Flächendeckend)
Leider sind mir hierzu keine (vergleichenden) Daten bekannt. Es kann aber gut begründet davon ausgegangen werden, dass in der Türkei eine ähnliche Art des Ausbruchs vorherrscht wie in anderen Ländern in der EU mit ähnlichen Bevölkerungs- und Infektionszahlen (bspw. Deutschland, Frankreich). Falls dieses Kriterium ausschlaggebend für die Einstufung der Türkei als Risikogebiet ist, bitten wir die Personen und Ämter, an welche sich diese Petition richtet, um weitere Aufklärung.
Zu Punkt 2.c): Testkapazitäten (Stand 17. Juni 2020)
Leider ist es auch nach mehrstündigen Recherchen nicht möglich aktuelle nicht-türkische Quelle zu den bestehenden Testkapazitäten in der Türkei zu finden. Falls dieses Kriterium ausschlaggebend für die Einstufung der Türkei als Risikogebiet ist, bitten wir die Personen und Ämter, an welche sich diese Petition richtet, um weitere Aufklärung.
Zu Punkt 2.d): Durchgeführte Tests pro Einwohner (Stand 17. Juni 2020)
(Quelle: Statista, www.statista.com)
Ranking Land Durchgeführte Tests (je 1 Mio. Einwohner)
4 Spanien 103.232
5 Großbritannien 102.862
6 Portugal 98.705
8 Belgien 91.137
11 Italien 77.660
13 Deutschland 56.033
17 Türkei 32.277
19 Niederlande 28.271
20 Frankreich 21.214
Die relationale Anzahl der durchgeführten Tests in der Türkei fallen im vgl. zu vielen anderen EU-Ländern geringer aus. Dennoch fallen diese höher aus als in den Niederlanden oder Frankreich, welche zudem mit höheren (relationalen) Infektionszahlen zu kämpfen haben und als Nicht-Risikogebiete eingestuft werden.
Fazit
In Anbetracht der aufgeführten Daten im Ländervergleich ist die Einstufung der Türkei als Risikogebiet nicht nachzuvollziehen. Aus diesem Grund fordern wir die zuständigen Personen und Ämter auf die Einstufung der Türkei als Risikogebiet aufzuheben und den Reisenden eine 14-tägige Quarantäne zu ersparen oder eine objektive und nachvollziehbare Stellungnahme zur Beibehaltung der Entscheidung abzugeben.
Die Entscheidungsträger*innen

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Petition am 20. Juni 2020 erstellt