Aggiornamento sulla petizioneCorona: Flüchtlinge aus Hotspots retten - Abschiebung stoppen - SOFORT!Bericht eines Helfers aus Moria
Adelheid GruberKorb, Germania
9 apr 2020

Liebe Unterstützer*innen,

Thomas, ein Helfer aus Deutschland, zur Zeit auf Lesbos, berichtet aktuell über die Lage in Moria. Seinen Bericht wollen wir Euch weitergeben und auch zur Diskussion stellen:

"Zur Forderung die Fluechtlingslager in Griechenland zu evakuieren:

1) Es ist voellig unrealistisch in dieser Situation die ca. 45.000 Fluechtinge aus den Hotspots zu evakuieren. Schoen waere es, es waere anders aber auch der Che Guevara Spruch vom Unmoeglichen,, das zu versuchen sei, troestet nicht ueber diese bittere Erkenntnis hinweg.

Was dringend geboten waere, JETZT die Kranken und Alten zu retten, die hier de facto zum Tode verurteilt sind

2) Kranke und Alte geben nicht so viel her wie Kinder, sind medial wenig attraktiv, aber die die wirklich bedroht sind. Corona kann auch fuer Kinder lebensgefaehrlich sein, das ist aber nicht die Regel. Ob die Kinder, die schon seit Monaten in diesen Dreckskoechern ausharren muessen, jetzt hier noch einen Monat laenger sitzen, sollte gerade - leider - nicht das Problem sein.

3) Wer ueber Evakuierung redet, sollte sich klar sein, worueber man redet. Jede/r will zu Recht hier weg und wenn, was ich bis jetzt nicht glauben mag, hier wirklich die Flugzeuge landen, wird es ziemlich sicher zu sehr haesslichen und chaotischen Szenen kommen. Die lokale griechische Polizei ist schon jetzt hoffnungslos ueberarbeitet und ueberfordert, wird also kaum bereit und in der Lage sein, schuetzend einzugreifen. Wer unvorbereitet evakuieren will und dann kommt es zu Bildern, wie tausende Fluechtlinge Busse stuermen oder aehnliches handelt grob fahrlaessig. Am Ende heisst es dann wieder Fluechtlinge oder Griechen sind schuld.

4) Bald wird hier die Nahrung knapp werden. Wenn man ueber Luftbruecke redet, dann bitte auch darueber wie in den naechsten Wochen eine ausreichende Versorgung der Fluechtlinge sicher gestellt werden kann.

5) Es werden zehntausende in jedem Fall hier bleiben. Was immer moeglich ist, sie zu schuetzen und zu unterstuetzen sollte gefordert und getan werden.

6) Nach Ende der Corona Krise sind die Hoellenloecher umgehend aufuzloesen. Jeder Gedanke oder Plan, dieses Elend weiter besser zu verwalten ist indiskutabel.

7) Alle, die dazu beigetragen haben, dass es soweit kommen konnte, wie es kam, wirklich alle, sind danach zur Rechenschaft zu ziehen.

8) Nachdem Europa Griechen und Fluechtlinhge ueber Jahre im Stuch gelassen hat, ist es jetzt der denkbar unpassendste Moment einmal mehr mit gueten Ratschlaegen zu kommen. Was jetzt einzig zaehlt, sind Taten. Die werden vermutlich ausbleiben. Dann aber ausbleibende Taten bitte nicht mit umso laueterem Getue und Gemache auszugleichen zu versuchen.

9) Wer ueber Moria spricht, aber ueber Idlib, die Jesidenlager und all die anderen furchtbaren Orte im Nahen Osten, wo fast 20. Millionen Binnenvertriebene und Fluechtlinge hausen muessen, schweigt, sollte ebenfalls besser ganz schweigen."

Was meint Ihr zu diesem Bericht?

 

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