
„Wir werden heute 12:00 Uhr in den Hungerstreik treten. Die Zustände nach einer Woche Quarantäne sind unaushaltbar.“ So zitierte das Antirassistische Netzwerk Sachsen-Anhalt am Samstag eine/n Bewohner*in aus der ZASt in Halberstadt.
Ein anderer Bewohner berichtete dem Freundeskreis Alassa:
„Es sind insgesamt mehr als 800 Flüchtlinge dort untergebracht in Haus A, B, C und in 13 Baracken à zehn 4-Bett-Zimmern. Das Essen ist wirklich zu wenig. Wir sind seit 9 Tagen in Quarantäne und dürfen die jeweils anderen Häuser nicht betreten.“
Der Protest der Bewohner*innen der Sammelunterkünfte nimmt zu:
Bewohner*innen der ZAst Halberstadt fordern in einem Offenen Brief die sofortige Sicherstellung der Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln, die Evakuierung aller besonders verletzlichen Personen und letztendlich ein Ende der Sammelunterbringung innerhalb der nächsten zwei Wochen!
In der Lindenstraße in Bremen gab es bereits die zweite Protestaktion. Auch diesmal wieder auf vorbildhafte Weise mit großen Abständen der Teilnehmer*innen untereinander, darunter viele Mütter mit ihren Babys, die lautstark forderten, "„Shut down Lindenstraße – Protect us from Covid 19! Save the kids, women & youths!“. Sie trotzen damit auch der Einschüchterungen durch Strafankündigung wegen Verstoßes gegen das Verbot öffentlicher Versammlungen.
Die kämpferische Flüchtlingsbewegung "Alassa & friends" steht dafür, dass der selbstbewusste Ruf der Ellwanger LEA-Bewohner „Jetzt reden wir!“ zu einer unüberhörbaren Stimme wird, mit der sich Flüchtlinge für ihre Interessen organisieren. Das 20-Punkte-Aktionsprogramm des Freundeskreises kann in verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden:
https://c.gmx.net/@609835061755248931/wNcsaHMCSyqNAXfXcxQ7VA
Wir fordern:
Sofortige dezentrale Unterbringung der Bewohner*innen von Sammelunterkünften!
Sicherheit und Gesundheitsschutz (umfassende Information, Infektionsschutz und uneingeschränkter Zugang zur Gesundheitsversorgung)!
Für Menschen in Quarantäne: ausreichend Menge an Hygieneartikeln und das Immunsystem stärkenden Nahrungsmitteln! Kostenloses WLAN!
Schutzräume für besonders Verletzliche, wie Frauen und Kinder und chronisch Kranke!
Zugang für solidarische Menschen in die Sammelunterkünfte, um die Betroffenen zu unterstützen!