Petition updateFlexibilisierung des Bundesbaurechts, um private Pferdehaltung im Außenbereich und Heugewinnung in die Landschaftspflege zu integrieren.Graswüsten oder Blumenwiese? Weidel und Hufrehe oder gesündere Pferde, Artenvielfalt und Naturschutz
Helge BernotatHannover, Germany
Mar 31, 2017
Das BBauR ist eindeutig: keine private Haltung im Außenbereich, sondern Verweis auf die entsprechenden Einstellbetriebe und deren wirtschaftliche Zwänge mit Intensivstnutzung bis auf den letzten Quadratmeter der Flächen. Zweifelsohne ist aber genau die Privathaltung möglicher Träger von Flächen, auf denen Biodiversität wieder ins Grünland gebracht werden kann und dies ist Argument zur Anpassung derzeitiger Regelung. Wiesenblumen sind Nahrungs- und Lebensgrundlage für Bienen, Schmetterlinge u.a. Nach jeder Fahrt über Land war früher die Windschutzscheibe voll davon. Heute gibt es nachweislich mehr Hummeln und Wildbienen in den Städten. Grünlander mit Saatgutmischungen aus überwiegend Deutschem Weidelgras (früh, mittel, spät), Wiesen- und Rotschwingel, ergänzt durch Wiesenlieschgras, -rispe, Weissklee (Trifoliose!) und uU Knaulgras (trockene Standorte) sind Graswüste für diese Mitbewohner Darüberhinaus: Weidelgräser weisen ein antagonistisches Verhältnis zwischen Kohlenhydraten und Proteinen in Abhängigkeit der N-Düngemenge auf. Zunehmende N-Gabe senkt den Kohlenhydratgehalt und steigert den Proteingehalt. Pferdegrundfutter mit hohen Zucker oder hohen Eiweißgehalten ist die Folge. Leistungsarme Gräser zeigen dieses Verhalten zwar auch, erreichen aber nicht derart hohe Werte: 25% Rohprotein (XP) – (Soll: bis 12%) und 14% verd. Protein (dXP) – (Soll: bis 8%) bzw. 22% Rohzucker ( Soll: bis 10 % ) und 10% Fruktan (Soll: bis 5%) sind keine Seltenheit. In der ertragsorientierten N-Menge liegt darüberhinaus das Risiko, dass bei Überdüngung eine Fehlbildung der Proteine entstehen kann, der Stoffwechsel in den Zellen wird gestört Gemeinhin gelten Fruktane als Hufreheauslöser. 7,5gr / kg LM ins Pferd zu bekommen, dürfte schwierig sein. Darüberhinaus wäre die Zeit der Eisheiligen (Weide) dann Hochzeit für Hufreheschübe, da Nachtfrost und Sonne im Wechsel höchste Fruktanwerte entstehen lassen. Nach Nater (2006) wird Hufrehe ausgelöst durch eine Umschichtung der Bakterienflora mit Dickdarmacidose, bakterieller Decarboxylierung von Aminosäuren und Freisetzung von Exotoxinen und biogenen Aminen und deren Ausschüttung in die Blutbahn. Erhöhung der parazellulären Permeabilität und Blutgefäßverengung sind die Folge. Im Huf werden Metalloproteinasen aktiviert, die Hemidesmosomen geschädigt, die Huflederhaut pathologisch verändert. Meiner Kenntnis nach ist derzeit lediglich der Weg von der Adipositas zur Insulinresistenz in die Hufrehe als gesichert anzusehen. Da wir die biogenen Amine aber aus der Eiweißüberversorgung kennen, stellt sich mir die Frage, ob Proteine nicht eben auch Faktor im Hufrehegeschehen sein könnten. Eiweiss ist auch Energieträger und jedenfalles gilt es bei den Eiweissgehalten im Heu hinzuzudenken, dass über Leinkuchen oder Grünmehl die essentellen AS per se zugefüttert werden müssen. Das Kilo Hafer kommt auch auf ca. 120gr Rp. Summasummarum benötigen wir daraus deutlich weniger als in den o.g. Maximalwerten angegeben UND Nebeneffekt niedriger Proteingehalte ist jedenfalles die Absenkung der Ammoniakkonzentration in der Box des hustenden Pferdes. Aber das ist schon ein anderes Thema. Man wirft mir vor, ich würde nur auf kranke Pferde bzw. meine Leichtfuttrigen focussieren: Berber und Araber kommen nun wirklich nicht gerade aus Regionen in denen das Eiweiß im Halm sprießt. Bei allem denke ich mir immer nur: Warum haben die Pferde eigentlich keine eigene Futterschiene, sondern sind Anhängsel der Kühe? Pferdegerechtes Heu wirbt man nur auf artenreichem Grünland und dieses sollte auf mindestens 10% der GL-Flächen bundesweit wieder etabliert werden. Das umzusetzen ist Aufgabe, welche die Privatpferdehaltung übernehmen kann und sollte.
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