Petition updateKastenstand-Ausstieg für arme Schweine: Sofort!Weil nicht sein kann, was nicht sein darf
vereinzelt e.V.
Feb 10, 2022

Mehrere Hunderttausend Tiere werden jedes Jahr in Deutschland bei 5.000 Brände auf landwirtschaftlichen Betrieben getötet. (MV-Minister Dr. Backhaus)
Nach der Brand-Katastrophe am Tollensetal 2021 ein Rückblick zu Die unmögliche Tatsache (Morgenstern 1910) - gekürzt:

"Wie war" (spricht er, sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
"möglich, wie dies Unglück, ja -:
daß es überhaupt geschah?
Ist die Staatskunst anzuklagen... Oder war vielmehr verboten,
hier Lebendige zu Toten
umzuwandeln - kurz und schlicht...

Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher...
Und er kommt zu dem Ergebnis:
"Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil", so schließt er messerscharf,
"nicht sein kann, was nicht sein darf."

Es war ein Alptraum für ca. 50.000 arme Schweine in MV.
Anders als ursprünglich geplant, trächtige Muttersauen sollten die Anlage im Brandfall mit der Geschwindigkeit von Wildschweinen verlassen, verendeten sie an der Praxis des genehmigten Brandschutzkonzeptes. Dazu gab es keinen Plan B.
Die nicht vorhandene Zentralentriegelung der mechanisch gesicherten Fixierung tausender Sauen war Grundlage der erwünschten Genehmigungsplanung für eine effiziente damals modernste Ferkelfabrik Europas mit minimalem Pflegepersonal
und frei von überfüssigem Rettungsballast.
Unsinkbar wie die Titanic...
Es wurde davon ausgegangen, dass ein Feuer auf 5 x 5 Metern (hochgerechnet auf die gesamte Anlage)
nach unter 10 min von allein ausgehen würde.
Die Realität sah leider ganz anders aus.
Die Rauchsäule erinnerte an brennende Ölfelder im Irakkrieg. Kein Wunder, waren die Spaltenböden doch aus Plastik und nicht aus Beton.

Jetzt, nur 10 Monaten später verkündete die Staatsanwaltschaft, dass ein technischer Defekt als Brandursache ausscheide. 
Aber warum wird die seit 10 Jahren vorliegende Klage gegen den unzureichenden Brandschutz der mit vorzeitigem Baubeginn privilegierten Ferkelfabrik immer noch nicht abschließend beurteilt?
Obwohl inzwischen für alle offensichtlich ist:
Das Genehmigungs-Gutachten konnte keine Sau vor fahrlässiger Brandstiftung schützen!

"Angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Bedeutung des Tierschutzes ist deshalb zu erwarten, dass die derzeitigen Haltungsverfahren in Zukunft sowohl auf dem Rechtsweg als auch politisch noch stärker unter Druck geraten werden..." Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung 2020
Vor dem Hintergrund der brandgefährlichen Kastenstand-Haltung macht es Sinn dort in den 20 Seiten mal nach "Brandschutz" zu suchen - das Ergebnis ist erschreckend:
Null Treffer!  "Tierwohl" dagegen 74 Treffer.

Passend dazu gibt es vom Thünen-Institut die Politikfolgenabschätzung zu den Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung - hier selbst auf 191 Seiten das gleiche Ergebnis:
Null Treffer für Brand und Brandschutz aber 588 mal Tierwohl!

Und das verkündigte die Zukunftskommission Landwirtschaft: "Landwirtschaft ist systemrelevant: Sie ist die grundlegende wirtschaftliche Tätigkeit des Menschen. Sie hat arbeitsteilige, städte- und staatsbildende Gesellschaften erst ermöglicht
und ist somit auch die Grundlage jeder Zivilisation."

„Mehr als 50 Prozent der Menschen in Deutschland leben auf dem Lande.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier - Deutschlands oberster Repräsentant ist Adressat dieser unserer Petition:
Ausstieg: Sofort! - Ausstieg aus dem qualvollem Schweinesystem, das offensichtlich verfassungsfeindlich und inhuman ist. Knapp 88 Prozent aller Befragten in Deutschland halten den Kastenstand für Tierquälerei.

Eine Argumentation dahingehend, dass die Fortdauer dieser Einschränkungen für die nächsten 15 Jahre als „angemessen“ angesehen werden könne, weil es den Sauen danach infolge der weitgehenden (durch die Reduzierung der Fixation auf nur noch fünf Tage je Geburtszyklus) Abschaffung des Abferkelkastenstands bedeutend besser gehen werde, ist in Anbetracht der Zielsetzung des ethischen Tierschutzes, jedes einzelne Tier vor nicht artgemäßer Haltung und vermeidbaren Leiden zu schützen (amtl. Begr. zu Art. 20a GG, BT-Drs. 14/8860 S. 1, 3), nicht möglich. Bei einem Sauenbestand von gegenwärtig 1,8 Mio. und einer jährlichen Remontierungsrate von 660.000 werden bis Feb. 2036 in den im bisherigen Umfang weiterbetriebenen Abferkelkastenständen noch (1,8 Mio. + (660.000 x 14 =) 9,2 Mio. =) 11 Mio. Jungsauen und Sauen in ihren Grund- und Bewegungsbedürfnissen massiv eingeschränkt sein und leiden, ohne dass es dafür andere als rein wirtschaftliche Gründe gibt.
Dieses Leiden von Millionen in der Gegenwart lebenden Tiere lässt sich nicht mit geringeren Leiden künftig lebender Tiergenerationen verrechnen. 
(Normenkontrollantrag am Bundesverfassungsgericht vom Land Berlin gegen die Haltungsbedingungen von Schweinen in der Landwirtschaft - Verhandlung in 2022 erwartet)

Bitte unterstützt und teilt weiter diese Petition.
Für einen Ausstieg aus dem unerträglichen und letztendlich auch unserem Kulturanspruch unwürdigem Schweinesystem.

DANKE

 

 

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