OVB Heimatzeitungen vom 10. März 2021
- „Wer still ist, wird nicht gehört“
Neubeurerin fordert Aufhebung des Beherbergungsverbots in Ferienwohnungen
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Mittwoch, 10. März 2021
VON BARBARA FORSTER
Neubeuern – Abschalten, sich eine Auszeit gönnen, raus in die Natur gehen – wer will in der aktuellen Situation nicht den Kopf frei kriegen? Genau diese Abwechslung könnten ländliche Ferien- wohnungen im Landkreis Rosenheim bieten – wenn sie denn endlich wieder auf- sperren dürften, moniert Petra Reischl-Zehentbauer. Um die Politik auf die Situation der Vermieter von Ferienhäusern und -wohnungen aufmerksam zu machen, hat die Neubeurerin Anfang März eine Petition gestartet, die sich an den Bayerischen Landtag sowie an die Bun- desregierung richtet. Ihr Ap- pell: „Öffnet so schnell wie möglich die Ferienhäuer und -wohnungen in unserem Land!“
Die erforderlichen 50 Un- terschriften, um sich Gehör im Landtag zu verschaffen, habe sie mit 66 Unterzeich- nungen schon erreicht. 50 000 brauche sie, um bun- desweit auf die Lage auf- merksam zu machen.
Kontaktloser Ablauf sei gewährleistet
Die Situation sei ernst, macht Petra Reischl-Zehentbauer deutlich. Dass Menschenansammlungen wäh- rend der Pandemie vermieden werden sollen, um die Infektionszahlen zu senken, leuchte ihr ein: „Diese poli- tisch verordnete Maßnahme ist nachvollziehbar.“ Was ihr allerdings nicht in den Kopf gehe, sei der Umstand, dass die Ferienwohnungen verriegelt wurden. Denn in ihren Augen gehe von diesen Beherbergungsmodellen „keinerlei Gefahr“ aus. „Das kann alles vollkommen kontaktlos ablaufen.“ Der Schlüssel stecke in der Haustür, die Gäste beziehen die Wohnung und reisen auch kontaktlos wieder ab, indem sie den Schlüssel in den Briefkasten legen oder wieder in die Haustür ste-cken. Im Grunde seien die Gäste „komplett unter sich“. In manchen Gegenden, so glaubt Reischl-Zehentbauer, könne die Entriegelung der Ferienhäuser sogar zu einer „Entzerrung“ beitragen. Denn das Wohnen in einem Wohnblock in der Stadt berge die Gefahr, sich bei jedem Zutritt im Haus zu infizieren – sei es beim Drücken der Haustürklinke oder des Aufzugknopfes oder durch unvermeidliche Treffen in den engen Hausfluren. Zudem stünde Ostern vor der Tür. Die Leute wollten raus. Durch das Aufheben des Beherbergungsverbots, welches seit November gelte, könnten laut Reischl-Zehentbauer unkon- trollierte, nicht nachvollziehbare Kontakte einge- dämmt werden. „Ich finde es schlimm, wenn die Poli- tik nicht differenziert. Die müssten mehr unterschei- den, wo eine Ansteckungs- gefahr ist, und wo nicht.“ Zudem gebe es ja überall Hygienekonzepte und ausreichend Desinfektions- spray. Seit November stehe die Ferienwohnung ihrer Tochter in Neubeuern leer. Keine Einnahmen, aber laufende Nebenkosten. Hei- zungskosten, Internetkosten, Fernsehgebühren – „und Hilfe vom Staat ist nicht zu erwarten für Privatvermieter.“ Die 62-Jährige will Gehör. „Und wer still ist, wird nicht gehört“, so ihre klaren Worte.