ASA-Programm: Weiterhin keine Mitbestimmung - aber neue Barrieren und weniger Vielfalt
Das BMZ und die Engagement Global bekräftigen bis heute, dass die Mitbestimmung trotz jeglicher vorheriger Absprachen, trotz des ASA-Statuts, trotz unseres Protestes, nach jahrelanger paritätischer Entscheidungsfindung (und damit gegen das Gewohnheitsrecht) abgeschafft bleiben soll.
Statt von Ehrenamtlichen wird von Engagierten gesprochen, statt von Mitbestimmung soll es nur noch ein Minimum an Mitgestaltung geben. Die Seminare werden nicht mehr von den Teamenden gemeinsam geplant und gestaltet, sondern mitsamt der Inhalte weitgehend vorgegeben. Rassismus und Kolonialismus sollen dabei einen weniger präsenten Stellenwert bekommen als bisher.
Die Mehrsprachigkeit der Seminare soll abgeschafft bleiben, die Sprachnachweise für Teilnehmende bedeuten neue Barrieren, die diskriminierungssensible Prozessbegleitung soll es nicht mehr geben und Teamende dürfen nur noch ehemalige Teilnehmende sein - also u.a. auch nicht mehr die jahrelang engagierten Teamenden, die insbesondere die Global-Seminare auch aus Perspektive ihrer Südsozialisierung begleiten konnten.
Gerade aus diskriminierungssensibler Perspektive hat das Ignorieren der Mitbestimmung durch Engagement Global gGmbH und das BMZ bereits jetzt problematische Folgen.
Um die Diskurse der letzten Jahren zu dokumentieren und deutlicher hör- und sichtbar zu machen widmet sich nun ein Video-Projekt von vier ehemaligen ASAt_innen den Herausforderungen und Bedingungen für (kolonial-)rassismuskritischer Arbeit im Kontext der entwicklungspolitischen Bildung. Das Projekt braucht dabei insbesondere finanzielle Unterstützung! Ihr könnt gerne spenden, teilen oder anderweitig unterstützen und mitgestalten.
Mehr Infos: https://www.betterplace.org/de/projects/83397-video-interviewreihe-rassismuskritik-bilden