Erhalt zivilgesellschaftlicher Mitbestimmung in der Entwicklungszusammenarbeit

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Stoppt die massive Einschränkung der zivilgesellschaftlichen Teilhabe im ASA-Programm!

Wir fordern die Engagement Global gGmbH dazu auf, die geplanten Strukturreformen des ASA-Programms sofort auszusetzen. Diese Reformen würden sowohl die zivilgesellschaftliche Mitgestaltung des ASA-Programms beenden als auch durch ehrenamtliche Expertise etablierte Errungenschaften zurücknehmen.

Das ASA-Programm ist das älteste entwicklungspolitische Bildungsprogramm der Bundesrepublik. Es entstand vor knapp 60 Jahren aus der Zivilgesellschaft heraus. Zivilgesellschaftliche Teilhabe und Mitbestimmung im ASA-Programm sind derzeit massiv bedroht. Das Programm soll umstrukturiert werden, um so mit klaren Hierarchien und ohne aufwendige Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen von Engagement Global gesteuert werden zu können. Entwicklungzusammenarbeit muss sich selbstkritisch mit Machtungleichheiten, strukturellen Rassismus und reaktionären Entwicklungskonzepten auseinandersetzen und ist daher auf eine stetige Weiterentwicklung und Aktualisierung der inhaltlichen und programmpolitischen Ausrichtung angewiesen. Das asa-Netzwerk brachte in den letzten Jahren verstärkt postkoloniale, rassismuskritische und diskriminierungssensible Themen in das ASA-Programm ein. Diese Schwerpunktsetzung ist mit Abschaffung der etablierten Mitbestimmungsstrukturen und Arbeitsweisen durch Engagement Global bedroht.

Heute wenden wir uns mit einem Hilferuf an Euch, um die massive Einschränkung unserer Teilhabe und Mitgestaltung öffentlich zu machen. Wir sind ehemalige und aktuelle ASA-Teilnehmende, Teamende und Ehrenamtliche. Wir fordern: Dem Versprechen, dass “Teilhabe und verantwortliches gesellschaftliches Handeln für nachhaltige Entwicklung ... Kern des ASA-Programms” sei, müssen Engagement Global, das BMZ und Bundesminister Gerd Müller nachkommen!

Unterschreibe, wenn Du Dich mit uns für den Erhalt der zivilgesellschaftlichen Mitbestimmung im ASA-Programm einsetzen willst.

Wir fordern von Bundesminister Müller, die zivilgesellschaftliche Mitbestimmung durch das Ehrenamtlichennetzwerk bei ASA sicherzustellen. Konkret heißt das:

  • ein sofortiges Moratorium der geplanten Strukturreform
  • die Weiterführung unserer Netzwerktreffen und
  • ein zeitnahes Zusammenkommen der Stakeholder (Programmbeirat), Ehrenamtlichenvertreter*innen und Vertreter*innen von Engagement Global, um gemeinsam über die zukünftige Ausrichtung des ASA-Programms und seinen organisatorischen Rahmen zu entscheiden.

Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine Möglichkeit finden, wie das ASA-Programm mit seinem aktiven, zivilgesellschaftlichen Netzwerk erhalten werden kann. 

Zum Hintergrund

Das ASA-Programm ist ein Lern- und Austauschprogramm, das jährlich bis zu 250 junge Menschen zu Multiplikator_innen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit ausbildet. Das ASA-Programm gibt es seit 1960. Seit 2012 ist es in Trägerschaft von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das asa-Netzwerk besteht aus ehemaligen Teilnehmenden und Teamenden, die sich aktiv mit entwicklungspolitischen Themen auseinandersetzen.

Was ist passiert? 

  • Die festgeschriebenen Mitbestimmungsrechte gewählter Vertreter*innen werden ignoriert
  • Legitime Gremienstrukturen werden durch Engagement Global nicht mehr anerkannt. Das laut programmeigenem Statut entscheidungsgebende Gremium, das mit gewählten Vertreter*innen des Netzwerks und Personal von Engagement Global paritätisch besetzt ist, wird abgeschafft.
  • Zentrale Entscheidungen im ASA-Programm werden ohne gewählte Vertreter*innen und die Mitbestimmung des Netzwerkes getroffen. 
  • Etablierte Netzwerktreffen, auf denen gemeinsame Themen diskutiert und neue Ideen entstehen können, werden verhindert.
  • Seit November 2018 ist die Kommunikation mit dem Netzwerk von Seiten der hauptamtlich im Programm beschäftigten Mitarbeiter*innen abgebrochen worden um im September 2019 über Strukturreformpläne der Seminare und des Netzwerkes zu informieren, an denen wir nicht beteiligt sind.

Das ASA-Programm ist ohne die Mitbestimmung der Ehrenamtlichen und Ehemaligen nur noch ein Entsendeprogramm und keine lernende, selbstkritische Organisation mit einem Anspruch an eine inklusive, gerechte Arbeitsweise. Wir dürfen nicht zulassen, dass demokratische Strukturen und zivilgesellschaftliche Teilhabe einfach abgeschafft werden!