

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
Nach einem ersten Flug mit 7 (sieben) Passagieren (ein besonders bitterer SZ-Beitrag dazu hier: https://www.sueddeutsche.de/politik/taliban-kabul-bundeswehr-flughafen-1.5385208?reduced=true ) kommt nun auch die Bundeswehr langsam in Gang.
Die US Airforce hatte mit einem Flug über 640 Zivilisten aus Kabul ausgeflogen (Foto: Twitter Defense One).
Was immer wir tun können, um die Evakuierung zu beschleunigen, es wird zu wenig sein. Tun wir es trotzdem! Näheres hier:
https://seebruecke.org/aktuelles/kampagnen/fluchtwege-aus-afghanistan
Eine leicht bedienbare e-mail-Kampagne an die regionalen Bundestagsabgeordneten; Demos in vielen Städten, die teilweise gerade beginnen; eine erfolgreiche (aktuell aus dem Stand über 65.000 Unterschriften) Petition:
Der Bayerische Flüchtlingsrat rät:
"Eine der Aufgaben ist es, gefährdete Personen zu unterstützen, so dass sie gegebenenfalls noch aus dem Land kommen. Eine andere ist die Information, wie Afghanen, die in Deutschland abgelehnt sind, nun handeln können.
Wir werden (vermutlich zu beidem) in Kürze eine Veranstaltung anbieten, Bellevue di Monaco in Kooperation mit dem Bayerischen Flüchtlingsrat.
Vorab aber jetzt die dringende Aufforderung: Bringt Afghanen in Ausbildung. Alle, die einen Ausbildungsplatz haben und deren Antrag abgelehnt worden ist, sollen diesen Antrag bitte umgehend noch einmal stellen. Alle, die sich noch nicht um einen Ausbildungsplatz gekümmert haben, sollen dies umgehend tun. Es gibt angesichts des Zusammenbruchs der Regierung in Afghanistan keinen Grund, eine Ausbildung zu verweigern, weil eine Abschiebung absehbar nicht möglich ist.
Die Behörden werden das nicht notwendig auch so sehen, und die Anträge vielleicht erst mal liegen lassen wollen. Deshalb empfiehlt es sich, den Antrag auf Beschäftigungserlaubnis für eine Ausbildung (oder auch eine Arbeit) mit einer Frist von einer Woche zu versehen und dann einen Eilantrag nachzulegen.
Bitte setzen Sie sich mit der nächsten Beratungsstelle und/oder der Anwält:in in Verbindung, nutzen Sie auch die Beratungsangebote von Handwerkskammer und IHK.
Der Ausbildungsbeginn 1. September steht vor der Türe. Deshalb ist nun keine Zeit zu verlieren."
Soweit Stephan Dünnwald. Ob diese Sicht (dass eine Abschiebung absehbar nicht möglich ist) zu optimistisch ist, werden wir schneller wissen, als es uns lieb ist. Das BAMF hat bereits so vorlegt, wie wir es kennen: In der Endphase der Eroberung von Talibanistan schrieben seine Schreibtischtäter:
"In Bezug auf die Zuerkennung subsidiären Schutzes ist einerseits auszuführen, dass die meisten Städte und Provinzen derzeitig kampflos übergeben werden. Demnach ist doch sehr fraglich, ob die Intensität der Kampfhandlungen und damit die Gefahrendichte tatsächlich zugenommen haben."
Ohne Worte hat das eine bekannte engagierte Berliner Asylanwältin vorgestern gepostet.
In den Tagesthemen stellte vorgestern Ingo Zamperoni diese sehr berechtigte Frage an Armin Laschet (sinngemäß zitiert): "Echt jetzt? In Kabul springen die Menschen vor Angst auf startende Flugzeuge und stürzen zu Tode, und alles, was Ihnen dazu einfällt ist: 2015 darf sich nicht wiederholen?"
Die vielen Worte, die Laschet darauf erwiderte, konnten den Eindruck nicht entkräften: Genauso ist es.
Ich fürchte, es vergehen keine drei Monaten, und Seehofer liefert seine Abschiebegefangenen direkt der Taleban aus. Ich hoffe sehr, dass ich mich irre, und wir werden gemeinsam alles tun, dass er das nicht schafft.
In diesem Sinne: Bleiben wir stark - werden wir stärker!