

Hier als erstes erneut der Hinweis, dass die nächste Abschiebung nach Kabul vermutlich am Dienstag, den 14.01.2020 stattfinden wird.
Wir raten allen ausreisepflichtigen Afghanen, dringend eine Beratungsstelle oder eine*n Rechtsanwält*in aufzusuchen. Besonders empfehlen wir darauf zu achten, dass die Ausländerbehörden über bevorstehende Ausbildungsaufnahmen und auch andere Integrationsleistungen informiert sind.
Mehr Informationen zu Abschiebungen nach Afghanistan:
https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/informationen.html
Dazu auch eine kurze Warnung aus Kabul von Abdul Gharfour, dem Leiter der Hilfsorganisation AMASO:
Bitte geben Sie diese Info an alle Jungs, die mit Abschiebung nach Afghanistan konfrontiert sind.
Mehrere Menschen wurden in den letzten 15 Tagen auf den Straßen von Kabul getötet und verletzt. Eines der neuesten Opfer solcher Kriminalität war ein junger Student, Ali Sina Zafari. Er wurde auf dem Heimweg überfallen, sein Laptop, Smartphone und Bargeld wurde geraubt; als er sich wehrte, wurde er durch Messerstiche schwer verletzt.
Daher informieren Sie bitte die Jungs, die Abschiebung nach Afghanistan konfrontiert sind, von denen einige zum ersten Mal Fuß in Afghanistan setzen, vorsichtig zu sein und folgende Punkte zu beachten.
a) Nehmen Sie nicht viel Bargeld mit - zu jeder Zeit, vor allem spät abends.
b) Vermeiden Sie Rucksäcke und Taschen, die aussehen, als könnten ein Laptop darin sein.
c) Vermeiden Sie die Benutzung von Smartphones, während Sie spazieren gehen.
d) Vermeiden Sie es, spät abends allein draußen zu sein.
e) Wenn Sie überfallen werden, geben Sie Ihre Wertgegenstände heraus, ohne sich zu wehren. Gesundheit und Leben sind wichtiger als Besitztümer.
Ja, auch die Gefahr ist erheblich, Opfer eines Überfalls gewöhnlicher Krimineller zu werden – ebenso wie die Gefahr, bei einem Anschlag, einem Taliban-Angriff oder Kriegshandlungen verletzt und getötet zu werden.
Einen ungewöhnlichen Weg, dies zu vermeiden, gingen sechs junge Afghanen, die in Deutschland gut integriert waren, aber kein Asyl bekamen: Mit ihrer Helferin flogen sie nach Neu Delhi und kehrten mit dem zuvor beantragten Visum zurück. Eine extrem teure und aufwändige Methode, legal in einem Land sein zu können, das Deutschland heißt und dessen Behörden sich so verhalten, als sei es Absurdistan…
Noch zwei Updates vom letzten Update: Reaktionen der SPD-Führung auf meinen Appell sind erwartungsgemäß nicht erfolgt. Erfolgreich war dagegen das Crowdfunding für die geplante Aktion am 12.06.2020 im Berliner Olympiastadion:
https://www.startnext.com/12062020
Illustriert wird dieses Update von unserem Ulmer Kollegen Andreas Bilger (vielen Dank dafür). Leider sind die Heiligen drei Könige im Abendland nicht willkommen, und auch „Ihr Kinderlein kommet“ war gestern: Heute wäre zwar Platz in der Herberge – viele Betreuungsplätze für unbegleitete Minderjährige sind leer, drei Bundesländer haben sich explizit zur Aufnahme bereit erklärt – aber der Staat bzw. Bundesinnenminister Seehofer will nicht.
Der Appell von Grünen-Chef Habeck kurz vor Weihnachten fand kein Gehör, der Chefreporter der Welt fand diese Forderung gar „antieuropäisch“ (was Sinn macht, wenn man Europa für nichts weiter als eine Festung hält, eine Festung ohne Werte und ohne Inhalt)
Treffend im unangenehmen Sinn ist ein anderer Kommentar desselben Springerblattes
Leider müssen wir jeden Tag zu viel davon lesen, verschleißen uns im Abwehrkampf gegen rechte Hetze und die Hofberichterstatter*innen, die sie hoffähig gemacht haben. Meine persönliche Konsequenz für 2020: Ich beschränke mich bei Facebook und Twitter auf das Nötigste, gönne mir einen komplett internetfreien Tag die Woche und werde auch diese Updates ein wenig reduzieren. Aber natürlich geben wir nicht auf, heute gern dadurch, dass wir diese schon sehr erfolgreiche Petition weiter teilen und unterstützen:
Herzlich Tom Nowotny