Mise à jour sur la pétitionKeine Abschiebungen nach Afghanistan!Stoppt den Abschiebewahnsinn!
Thomas Nowotny83071 Stephanskirchen, Allemagne
9 Nov 2018

Zuerst hier die traurige Routine der Reisewarnung:

Es scheint jetzt klar zu sein, dass der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan am Dienstag, den 13.11.2018, vom Flughafen Leipzig/Halle starten wird.
Aktuelle Informationen zu Abschiebungen nach Afghanistan hier:
https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/tl_files/Not%20safe/Warnhinweise%20Afghanistan%20Stand%20September%202018.pdf(auf deutsch) und hier:
https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/tl_files/Not%20safe/WarnhinweiseAfghanistan%20Dari%20Stand%20%2024.09.2018.pdf (in Dari/Pashtu)

طبق اطلاعات که به دست ما رسیده٬ فرستادن (دیپورتی) بعدی به افغانستان در روز سه شنبه مورخ 13.11.2018 از میدان هوایی شهر لایپزیگ
(Leipzig)
 صورت میگیرد

Proteste gegen diese erneute Sammeldeportation gibt es u.a.:

In Bamberg, Montag, 12.11.2018 findet um 18 Uhr am Gabelmann wieder die Bamberger Mahnwache Asyl statt. Zwei Tage später wird die Mahnwache im Fernsehen gezeigt:
„Kommenden Mittwoch Abend (22 Uhr) läuft auch die Doku über Abschiebungen. Ein BR-Team hatte vor 2 Wochen u.a. bei der Mahnwache gefilmt. Hier die Ankündigung: https://www.br.de/mediathek/video/dokthema-bayerische-abschiebepraxis-das-ende-der-willkommenskultur-av:5bb6040b72c1c300171326db


In Nürnberg, Montag 12.11.2018 um 18 Uhr am Hauptbahnhof und am
Dienstag, 13.11.2018 am U-Bahnhof Ziegelstein:
https://www.facebook.com/events/284945338807649/
Montag 12.11.18- 19:00 Uhr –Treffpunkt Hauptbahnhof Nürnberg.
Dienstag 13.11.18- 19:00 Uhr-Treffpunkt U-bahn Ziegelstein, Nürnberg

Am Dienstag den 13.11.18 soll aus Halle/Saale ein Abschiebeflug nach Afghanistan gehen. Afghanistan ist nicht sicher! Abschiebungen sind Folter und Mord! Machen wir Schluss damit!

Bleiberecht und Bewegungsfreiheit für alle!
Für das Recht zu kommen zu gehen und zu Bleiben wohin wir wollen, wann wir wollen!
Fluchtursachen bekämpfen-nicht Geflüchtete!
Internationale Welle, Fürth


In Leipzig, Dienstag 13.11.2018, um 16 Uhr am Hauptbahnhof
https://protestlej.wordpress.com/
Wir rufen zum Protest auf! Denn wieder soll an einem Dienstag, diesmal ab Flughafen Leipzig-Halle ein Flieger Richtung Kabul abheben. An Bord werden sich wieder Menschen befinden, die um Schutz suchten, ihn trotz sich gar verschlechternder Sicherheitslage nicht erhielten und nun in das Kriegsgebiet Afghanistan abgeschoben werden.
Wir nehmen das nicht hin! Wir nehmen es nicht hin, dass ein Bild gezeichnet wird von Straftäter*innen, die abgeschoben werden müssten, als ob ihr Leben nicht zählte, von „Gefährder*innen“, die unter einen reinen Polizeibegriff fallen, von vorgeblichen Identitätsverweigerer*innen, die den gegen sie konstruierten Vorwurf oft nicht einmal mehr ausräumen konnten.
Und wieder werden sich an Bord auch Menschen befinden, die unter keine der drei Kategorien fallen. Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern nehmen Menschen in den Fokus, die Arbeit haben, die Partner*innen gefunden haben, die krank sind.
Abschiebungen nach Afghanistan haben viel zu häufig gezeigt, dass Rechte mit Füßen getreten werden. Zwei Mal mussten bereits Menschen aus Afghanistan zurückgeholt werden, weil das überforderte BAMF rechtswidrigerweise die Abschiebung veranlasst hatte. Mit aller Macht schieben Regierung und Verwaltung ab und missachten selbst grundlegende Verfahrensregeln und lassen sich auch von Gerichten nur noch schwer bändigen.
Die vollziehenden Bundesländer werden auch am 13. November wieder Menschen in den Tod abschieben, so wie es Mai 2017 einen jungen Mann aus Herat traf, oder in die Suizidalität. Am Flughafen Leipzig/ Halle werden die Menschen wieder abgeschoben, ohne dass ein unabhängiges Auge das Prozedere beobachtet. So wie es bei den Sammelabschiebungen am 11. September und 11. Oktober nach Georgien der Fall war. Menschen, zumeist aus Sachsen, wurden auch hier von ihren Familien getrennt, Kinder mit Behinderung wurden abgeschoben, eine Mutter und eine Tochter befanden sich im Flugzeug, während der Vater im Krankenhaus lag.
Diese unmenschliche Abschiebepolitik zielt auf immer mehr Menschen, aus Afghanistan, aus dem Maghreb, dem Westbalkan, Georgien und vielen mehr. Sie zerstört Leben!
Wir nehmen das nicht hin! Kommt zur Kundgebung in die Leipziger Innenstadt. Im Anschluss werden wir gemeinsam zum Flughafen fahren und dort unserem Protest Ausdruck verleihen.


In Kulmbach gibt es am Dienstag 13.11.18 von 18 - 19 Uhr eine Kundgebung gegen die erneuten Abschiebungen nach Afghanistan. Ort ist der Marktplatz in Kulmbach.

In Frankfurt/Main am Dienstag 13.11.18: „Um 18:30 wollen wir gemeinsam mit Noborder Frankfurt am Flughafen Frankfurt mit einer Performance unseren Unmut gegen die geplante Abschiebung zeigen. Wir treffen uns am Terminal 1, Abflug B, unter der Anzeigetafel. Gemeinsame Anreise ab Frankfurt Hbf mit dem RE um 18:08, Gleis 22, im letzten Wagen.“
http://nodeportation.antira.info/


In München am Dienstag, 13.11.2018, 18:30
Nachtdemo der Karawane München: „Egal wer, egal wohin - Gegen jede Abschiebung“
#Afghanistannotsafe
Route: Odeonsplatz - Brienner Str. - Platz der Opfer des NS - Türkenstr - Schellingstr - Geschwister-Scholl-Platz
Am Dienstag, 13.11. führt die Bundesregierung bereits den 17. Abschiebflug nach Afghanistan durch – ein Land in dem seit vielen Jahren Krieg herrscht. Es wird zu erwarten sein, dass Bayern wieder ehrgeizig daran mitwirkt, Menschen, egal ob in Ausbildung oder in welcher Situation auch immer, aus dem Leben zu reißen und zum Abschiebeflug zu bringen.
Der Umgang mit dem Thema Afghanistan ist sinnbildlich für die rassistische Abschiebe- und Ausgrenzungspolitik der reaktionären Parteien. Geflüchtete Menschen werden in den sog. AnKER-Zentren unter menschenunwürdigen Zuständen isoliert, wo sie in einem dauerhaften Klima der Angst und Gewalt durch Behörden, Securities und Polizei leben – und nicht einmal ihr eigenes Essen kochen dürfen. Gleichzeitig wird ihnen die Arbeit verboten, eine Residenzpflicht auferlegt und sie werden mit Sachleistungen entmündigt. Die Betroffenen werden bewusst systematischer Frustration ausgesetzt, um Ausreisen zu erzwingen und Abschreckung zu propagieren. Personen, die trotz dieser Umstände nicht „freiwillig“ ausreisen, werden mit Gewalt deportiert – selbst vor kranken oder schwangeren Menschen, vor Krankenhäusern oder Psychiatrien, wird nicht Halt gemacht. Und wenn sich Betroffene berechtigterweise gegen diese Umstände wehren, sich organisieren und für ihre Rechte demonstrieren, wird dies kriminalisiert und unterdrückt.
Parallel dazu wird im Mittelmeerraum, wo bereits seit Jahresbeginn über 2000 Personen ertrunken sind, die Festung Europa weiter ausgebaut und zivile Seenotrettung mit allen Mitteln verhindert und kriminalisiert. In vielen afrikanischen Ländern werden mit europäischer Hilfe die Grenzen immer weiter aufgerüstet und auch auf dem Balkan werden Geflüchtete mit militärischen Strategien von der Weiterreise abgehalten – all dies, um Flucht und Migration mit allen Mitteln zu bekämpfen und zu verhindern.

Deswegen wenden wir uns nicht nur exemplarisch gegen Abschiebungen nach Afghanistan, sondern gegen alle Abschiebungen - egal wohin. Bewegungsfreiheit ist ein essenzielles Menschenrecht, das aber aktuell nur einem kleinen Teil der Menschheit ermöglicht wird. Wir wenden uns gegen eine Politik der Ausgrenzung, gegen Isolation, gegen AnKER-Zentren, gegen die Kriminalisierung von Refugee-Protesten und gegen die Festung Europa. Wir stehen ein für eine solidarische und vielfältige Gesellschaft, an der jede*r teilhaben kann.
Gemeinsam wollen wir am Dienstagabend durch die Münchner Innenstadt ziehen und unsere Wut über die rassistische Politik und über die anhaltenden Abschiebungen nach Afghanistan, genauso wie unsere Forderung nach Bewegungsfreiheit und gleichberechtigter Teilnahme an der Gesellschaft auf die Straße tragen.

Keine Abschiebung nach Afghanistan!
Keine Abschiebung nirgendwo!
#afghanistannotsafe

 

 

Protestfotos für die nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan
Seit knapp zwei Jahren finden von Deutschland aus Sammelabschiebungen nach Afghanistan statt.
Wir verurteilen diese Abschiebungen in ein Kriegsgebiet. Migration ist kein Verbrechen, sondern Menschenrecht.
Deshalb werden wir nicht müde für das Bleiberecht aller Menschen zu protestieren.
In der Vergangenheit wurden viele der Sammelabschiebungen von Demonstrationen an Flughäfen und Mahnwachen begleitet. Für die nächste Sammelabschiebung wollen wir vorbereitet sein und wir haben etwas Neues geplant: Protestfotos. Dazu fordern wir euch auf Transparente oder Plakate mit Sprüchen zu malen. Zum Beispiel: Afghanistan is not safe. Abschiebestopp jetzt! Dann trommelt eure Freund*innen zusammen und macht mit den Transparenten und Plakaten ein Foto. Dieses Foto schickt ihr mit der Angabe eurer Stadt an: vga@antira.info.
Wir sammeln eure Fotos und werden sie am Tag der nächsten Sammelabschiebung auf unserer Homepage, unserem twitter-Account und ggf. weiteren Plattformen veröffentlichen. Ein dezentraler Protest der Fotos!
Auch diese Aktion wird vom Netzwerk http://nodeportation.antira.info/ aus Hessen und Mainz vorgeschlagen – macht alle mit!


Thomas Ruttig hat in seinem Blog zwei Themen aufgegriffen, die zeigen, wie deutsche und europäische Behörden mit besonders schutzbedürftigen Geflüchteten umgehen:
Minderjährige - https://thruttig.wordpress.com/2018/11/08/uber-1200-kinder-seit-2016-freiwillig-nach-afghanistan-zuruckgekehrt/
Mir geht es wie Thomas Ruttig – er schreibt: „Als ich das zum ersten Mal hörte, dachte ich, das kann gar nicht stimmen. Tut es aber offensichtlich: 1257 minderjährige Afghaninnen und Afghanen sind seit Anfang 2016 im Rahmen deutscher Rückkehrförderprogramme „freiwillig“ nach Afghanistan zurückgekehrt. Das bestätigte die Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke vom 16.10.2018.“
Er zitiert Medico international: „Auf verschiedenen Ebenen wird die 'freiwillige' Rückkehr derzeit als bessere Alternative zur Abschiebung gehandelt. Sie gilt als menschenwürdiger und – wie die Unternehmensberatung McKinsey in ihren Empfehlungen an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) herausstreicht – ist billiger als eine Abschiebung. Tatsächlich handelt es sich bei 'freiwilliger' Rückkehr in den meisten Fällen jedoch um eine Rückführung, der die Betroffenen aus Not und Alternativlosigkeit heraus zustimmen.
Dazu gibt es eine klare Aussage von Seehofer-Vorgänger Thomas „die Misere“ de Maizière: Anlässlich des ersten Deportationsflugs nach Kabul im Dezember 2016 erklärte der Bundesinnenminister zur Begründung der Abschiebungen, dass ohne diese das Konzept der freiwilligen Ausreise nicht funktioniere.
Welche verheerenden Wirkungen dieses Vorgehen vor allem auf die mitbetroffenen Kinder und Jugendlichen hat – auch unbegleitete Minderjährige waren darunter – zeigt der Bericht von Save the Children: https://www.savethechildren.de/news/afghanistan-ist-kein-sicheres-land-fuer-kinder/


Die andere gefährdete Gruppe sind psychisch Kranke – und Menschen, die durch „unsere“ Asylpolitik krank gemacht werden. Die Frankfurter Neue Presse berichtet über einen 21jährigen Mann, der aus Angst vor einer Abschiebung nach Afghanistan in den Main sprang und ertrank, und schreibt:
„Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Flüchtlingsrates, forderte von der Landesregierung, sie solle aufhören, auf Flüchtlinge einen 'enormen Abschiebedruck' aufzubauen. Selbst Personen, die kleine Kinder hätten, werde angedroht, dass für sie ein Rückflug gebucht werden.“
https://www.fnp.de/frankfurt/21-jaehriger-springt-angst-abschiebung-main-ertrinkt-10358249.html


Vielleicht ändert sich in Hessen nach der Wahl ja etwas. In Bayern wird der unmenschliche Abschiebedruck jedenfalls aufrecht erhalten, wie ein aktuelles Beispiel aus Bayreuth zeigt. Bitte Einzelheiten dem Vorschlag für Mails an Söder und Herrmann entnehmen und die Mails gleich wegschicken:
An den bayerischen Ministerpräsidenten: direkt@bayern.de

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Söder,
Am 08.11.2018 morgens wollte die Polizei den jungen Afghanen Nuruddin R. aus der Gemeinschaftsunterkunft in Bayreuth holen, um ihn zur Abschiebung nach Afghanistan am Dienstag, den 13.11.2018 zu bringen.
Für ihn ist die Situation so belastend und aussichtslos, dass er lieber sterben will als nach Afghanistan zurück.
Er kletterte auf den Fenstersims in der Gemeinschaftsunterkunft und wollte springen.
Herbeigerufenen Freunde und Helfer standen dabei fassungslos daneben, sprachen mit ihm, ebenso die im Zimmer befindlichen Beamten.
Er stand so, nur mit Unterhose bekleidet, mehr als drei Stunden voller Verzweiflung auf dem Fenstersims. Er konnte einen Nagel aus der Wand lösen, mit dem er sich die Arme aufritzte, eine zugereichte Decke wollte er dazu nutzen, sich zu erhängen. Die hinzugezogenen Beamten des SEK bat er, ihn doch zu erschießen.
Erst durch die Intervention der Anwältin konnte er überredet werden, in das Zimmer zurück zu kommen und sich in medizinische Versorgung zu begeben.
Herr R. verließ vor mehr als 8 Jahren Afghanistan, dort war er als Polizist tätig. Belege für diese Tätigkeit liegen dem BAMF und dem VG Bayreuth vor. Grund für die Flucht war eine Entführung durch die Taliban, die auch seinen Polizeiausweis einbehalten haben.
2015 stellte Herr R. nach negativem Erstverfahren den Antrag auf ein Folgeverfahren, da sich die Situation in seinem Heimatdorf, in dem seine Familie lebt, zugespitzt hat. 2017 erfolgte dann in der Außenstelle Bamberg eine erneute Anhörung, die allerdings nur 20 Minuten dauerte, es wurden ausschließlich persönliche Daten abgefragt und er zeigte seine Tazkira vor. Es wurden jedoch keine Fragen zum Grund des Antrags gestellt. Ein afghanischer Begleiter kann dies bezeugen. Dieser Antrag auf Eröffnung eines Folgeverfahrens wurde als offensichtlich unbegründet abgelehnt.
Daraufhin klagte Herr R. die Eröffnung des Verfahrens ein.
Die Verhandlung fand im August 2018 statt, hier fand zum ersten Mal ein Dokument Beachtung, eine Anzeige seiner Verwandten und Nachbarn bei der afghanischen Polizei, dass die Taliban regelmäßig vor Ort erscheinen und nach Herrn R. fragen. Der Richter stellte fest, dass das Dokument keine Fälschung ist, das BAMF beharrt darauf, dass es ein Gefälligkeitsdokument sei. Das abschließende Urteil ist, nach Aussage der Anwältin von heute, noch nicht ergangen.
Herr R.schwebt im Falle einer Abschiebung in akuter Lebensgefahr, selbst in Kabul wäre er nicht sicher. Nachzulesen in dem Gutachten von Frau Dr. Stahlmann vom März 2018, in dem ausdrücklich steht, dass die Taliban sehr gut vernetzt und mit Handys sowie Tablets ausgestattet sind und so jederzeit und überall einen Feind, und das ist ein Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden, ausfindig machen können.
Da Herr R. aktiv gegen die Terrormiliz vorgegangen ist und bereits in den Händen der Taliban war, ist ihm auch bekannt, was ihm im Falle einer Abschiebung nach Afghanistan droht.
Herr R. lebt seit 8 Jahren in Deutschland. Solange er eine Arbeitserlaubnis hatte, arbeitete er, bezahlte seine Unterkunftskosten in der Gemeinschaftsunterkunft und trug seinen Lebensunterhalt selbst,.
Sein Pass ist beantragt, er wartet bereits seit mehr als 5 Monaten darauf.
Straftaten hat er keine begangen.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Söder, ich bitte Sie als ehrenamtlicher Helfer und als Bürger dieses Landes , machen Sie Ihr Versprechen wahr und prüfen diesen Fall noch einmal wohlwollend. Das Leben eines Menschen ist in Gefahr.

Mit freundlichen Grüßen
 

 

An den Innen- und Integrationsminister: poststelle@stmi.bayern.de


Sehr geehrter Herr Minister Herrmann,

Am 08.11.2018 morgens wollte die Polizei den jungen Afghanen Nuruddin R. aus der Gemeinschaftsunterkunft in Bayreuth holen, um ihn zur Abschiebung nach Afghanistan am Dienstag, den 13.11.2018 zu bringen.
Für ihn ist die Situation so belastend und aussichtslos, dass er lieber sterben will als nach Afghanistan zurück.
Er kletterte auf den Fenstersims in der Gemeinschaftsunterkunft und wollte springen.
Herbeigerufenen Freunde und Helfer standen dabei fassungslos daneben, sprachen mit ihm, ebenso die im Zimmer befindlichen Beamten.
Er stand so, nur mit Unterhose bekleidet, mehr als drei Stunden voller Verzweiflung auf dem Fenstersims. Er konnte einen Nagel aus der Wand lösen, mit dem er sich die Arme aufritzte, eine zugereichte Decke wollte er dazu nutzen, sich zu erhängen. Die hinzugezogenen Beamten des SEK bat er, ihn doch zu erschießen.
Erst durch die Intervention der Anwältin konnte er überredet werden, in das Zimmer zurück zu kommen und sich in medizinische Versorgung zu begeben.
Herr R. verließ vor mehr als 8 Jahren Afghanistan, dort war er als Polizist tätig. Belege für diese Tätigkeit liegen dem BAMF und dem VG Bayreuth vor. Grund für die Flucht war eine Entführung durch die Taliban, die auch seinen Polizeiausweis einbehalten haben.
2015 stellte Herr R. nach negativem Erstverfahren den Antrag auf ein Folgeverfahren, da sich die Situation in seinem Heimatdorf, in dem seine Familie lebt, zugespitzt hat. 2017 erfolgte dann in der Außenstelle Bamberg eine erneute Anhörung, die allerdings nur 20 Minuten dauerte, es wurden ausschließlich persönliche Daten abgefragt und er zeigte seine Tazkira vor. Es wurden jedoch keine Fragen zum Grund des Antrags gestellt. Ein afghanischer Begleiter kann dies bezeugen. Dieser Antrag auf Eröffnung eines Folgeverfahrens wurde als offensichtlich unbegründet abgelehnt.
Daraufhin klagte Herr R. die Eröffnung des Verfahrens ein.
Die Verhandlung fand im August 2018 statt, hier fand zum ersten Mal ein Dokument Beachtung, eine Anzeige seiner Verwandten und Nachbarn bei der afghanischen Polizei, dass die Taliban regelmäßig vor Ort erscheinen und nach Herrn R. fragen. Der Richter stellte fest, dass das Dokument keine Fälschung ist, das BAMF beharrt darauf, dass es ein Gefälligkeitsdokument sei. Das abschließende Urteil ist, nach Aussage der Anwältin von heute, noch nicht ergangen.
Herr R.schwebt im Falle einer Abschiebung in akuter Lebensgefahr, selbst in Kabul wäre er nicht sicher. Nachzulesen in dem Gutachten von Frau Dr. Stahlmann vom März 2018, in dem ausdrücklich steht, dass die Taliban sehr gut vernetzt und mit Handys sowie Tablets ausgestattet sind und so jederzeit und überall einen Feind, und das ist ein Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden, ausfindig machen können.
Da Herr R. aktiv gegen die Terrormiliz vorgegangen ist und bereits in den Händen der Taliban war, ist ihm auch bekannt, was ihm im Falle einer Abschiebung nach Afghanistan droht.
Herr R. lebt seit 8 Jahren in Deutschland. Solange er eine Arbeitserlaubnis hatte, arbeitete er, bezahlte seine Unterkunftskosten in der Gemeinschaftsunterkunft und trug seinen Lebensunterhalt selbst,.
Sein Pass ist beantragt, er wartet bereits seit mehr als 5 Monaten darauf.
Straftaten hat er keine begangen.
Herr Minister Herrmann, ich bitte Sie als ehrenamtlicher Helfer und als Bürger dieses Landes , machen Sie Ihr Versprechen wahr und prüfen diesen Fall noch einmal wohlwollend. Das Leben eines Menschen ist in Gefahr.

Mit freundlichen Grüßen
 

Soweit die Aktionsvorschläge zu Afghanistan für diese Woche.


Hier noch ein Spendenaufruf einer befreundeten Kollegin, bei dem es um Folter in Europa geht, genauer gesagt in Spanien:

http://www.stop-torture-in-spain.eu/

 

 
Vielleicht fragen sich einige, ob ich die Kommentare zu meinen Updates lese. Die Antwort: Ja. Aber ich kann aus zeitlichen Gründen diese Beiträge in der Regel nicht nochmals kommentieren. Beim letzten Update habe ich erstmals überlegt, einen Kommentar zu löschen, der von einem AFD-Fan penetrant fast täglich neu gepostet wurde. Aber ich denke, Ihr alle seid/Sie alle sind in der Lage, so etwas selbst zu beurteilen und auf den Müllhaufen der Weltgeschichte (Abteilung „Vogelschiss“) zu befördern.
Ein weiterer Kommentar kritisierte die von mir übernommene Formulierung, die von Kurt Tucholsky oder vielleicht auch von Emma Goldman stammen soll: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten.“ Ich möchte dazu klarstellen, dass mir bisher nichts besseres eingefallen ist als die Demokratie (allerdings gäbe es schon Besseres als ihre bundesdeutsche Spielart). Aber:
Leider hat sich herausgestellt, wie sehr dieser Satz auf das heutige Bayern zutrifft. Trotz eines krachenden Stimmenverlustes, der mit Sicherheit auch durch die rigide Flüchtlingspolitik der Staatsregierung bedingt war und der das Ende der CSU-Alleinherrschaft bewirkte, hat die CSU-Führung mit Hilfe der Freien Wähler eine Zementierung ihrer menschenfeindlichen Politik erreicht. Das nennt der Bayerische Flüchtlingsrat zu Recht einen „Totalausfall für eine menschliche Asylpolitik“.

https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/beitrag/items/csu-setzt-in-der-asylpolitik-mit-den-freien-waehlern-alles-durch.html

 

Diese Petition hat seit letzter Woche mehr als 86.000 UnterstützerInnen – Herzlichen Dank an alle!

Heute ist ein besonderer Tag, der 9. November, heute vor 80 Jahren inszenierten die Nazis die Pogromnacht. Wir dürfen nie vergessen, was damals geschah, und müssen alles tun, damit es sich nicht wiederholt.

Auf Gedenkveranstaltungen in München habe ich heute gehört, wie die Nazis schon Mitte 1938 die Stimmung testeten, indem sie illegal die Münchner Hauptsynagoge abreißen ließen - kein Protest. Dann kam der 9. November mit Brandschatzung und Zerstörung überall in Deutschland - kein Protest. Dann kam der Massenmord an den europäischen Juden, an Sinti und Roma und vielen anderen.

Eine ganz wichtige Lehre aus der Geschichte also: Unmenschliches Handeln muss immer sofort gestoppt werden. Null Toleranz gegen Intoleranz und Rassismus, gegen Behördenwillkür und Inhumanität!!

 

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