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Reform des Basistarifs (PKV)

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Im Jahre 2009 wurde unter Ulla Schmidt der sog. Basistarif eingeführt. https://de.wikipedia.org/wiki/Basistarif

Dieser sollte u. a. sicherstellen, dass jeder die Möglichkeit hat, krankenversichert zu sein. Nun ist der Basistarif nicht unproblematisch. Ganz abgesehen von vielen Vorurteilen, wie z. B. dass man sich selbst dafür entschieden (und der Solidargemeinschaft entzogen) hat, obwohl man durch viele gesetzliche Gründe (z. B. ehem. Familienvers.) darein geraten kann und nicht so einfach wieder rauskommt. Der Beitrag ist höher als bei anderen Tarifen der Privaten Krankenversicherung, da "jeder" genommen werden muss (Kontrahierungszwang). Die meisten Praxis- und Krankenhausbeschäftigten haben nie eine Fortbildung zu dieser Gesetzeslage, die eine Minderheit betrifft, gemacht und rechnen folglich falsch ab, was der/die Versicherte entweder durch (ernötigte) Zahlung oder aufwendige Gerichtsprozesse/außerger. Einig./Schufaauskünfte/Berichtigungsanträge/Porto auszubaden hat. Viele Ärzte behandeln gar nicht erst Basistarifversicherte! Kontaste (ARD/rbb) berichtete: https://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/gesundheit/behandlung_3__klasse.html

Es gibt in Deutschland fünf Klassen:

1. Selbstzahler

2. herkömmlich privat Versicherte (Standard-, Kompfort-, Premiumtarif ...)

3. Gesetlich Krankenversicherte

4. Basistarif-Versicherte

5. Menschen ohne jegliche Versicherung (OLG Hamm, 06.05.2015 - 20 U 141/14)

Physiotherapeuten z. B. sind nicht der Kassenärztlichen Vereinigung angeschlossen, weshalb diese i. d. R. (auch gemäß den Infos des Dachverbandes) erst gar keine Therapie zum ges. Tarif anbieten, obwohl sie das gleiche Geld kriegen, wie bei der GKV.

Ein Bestandteil der Reform des Basistarifs wäre es, das medizinische Personal flächendeckend darüber aufzuklären, was der Basistarif ist und wie mit ihm umzugehen ist. Es bestehen stets Unsicherheiten bei allen Beteiligten. Braucht der Patient eine Überweisung? (Antw. Ja!) Kriegt er für Heilmittel ein Rezept mit Diagnoseschlüssel analog jener der GKV oder ein Privatrezept? (nur mit Diagnoseschlüssel) Wie sieht es bei Medikamenten aus? Zahlt der Patient und geht in Vorkasse oder zahlt die Versicherung direkt an den Leistungserbringer? Nur in D'land oder EU gültig? (nur BRD)

Die ständige Verwechselung des Basistarifs (PKV) mit den herkömmlichen Privatversicherungen (Faktor 2,6...) durch ungeschultes Personal führt nicht nur zu finanziellen Schäden bei den Betroffenen, nicht nur zu Verlust der wertvollen Lebenszeit  (Aufwand ist enorm, mehrere Std. pro Woche), sondern auch zu ernsthaften Gesundheitsschäden. Beispielsweise können Therapien nicht früh genug wahrgenommen werden; die Folgeschäden sind auch dann (OP) im Endeffekt teurer (nicht nachhaltig präventiv, früh genug kurativ). Es werden häufig formell falsche Verordnungen herausgegeben. Unter anderem wegen der bereits benannten Probleme, aber auch wegen vieler weiterer noch nicht benannter Probleme, fordere ich die Politik auf, tätig zu werden und bspw. eGesundheitskarten anstelle von zerfledderten (und auf das Praxispersonal unseriös wirkenden [sieht aus, wie selbst gedruckt]) DIN A 4 - Behandlungsausweisen verpflichtend einzuführen oder zumindest darüber aufzuklären, dass nicht jeder Europäer über eine sog. "Chipkarte" (eGesundheitskarte) verfügt. Regeln Sie, Herr Gröhe, u. a., dass die sog. Zusatzkostenvereinbarungen (Individualabreden) bei der Zahnärztlichen Behandlung getrennt von den Versicherungsleistungen abgerechnet werden und dass z. B. § 2 Abs. 1 S. 2 u. 3 GOZ bei den Notfallbehandlungen nicht per Generalklausel ausgehebelt werden kann (Wenn Sie am Wochenende plötzlich große Schmerzen haben und wollen, dass man Ihnen hilft, dann müssen Sie hier, wo das Kreuzchen ist, unterschreiben!). Diese gewinnorientierten Quasi-Nötigungen (Quasierpressungen) von Patienten in Notlagen (ob im Rettungswagen unzulässige Abtretung an PVS oder ähnliches) ist menschenunwürdig und muß von der Politik gestoppt werden. Sofern es bereits materiellrechtliche Vorschriften dazu gibt, so müssen diese formellrechtlich auch auf ihre Einhaltung hin kontrolliert werden und ggf. Verstöße sanktioniert oder zumindest abgemahnt werden. Eine Zivilisation muss sich daran messen lassen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Dass Basistarifler die schlechteste medizinische Betreuung kriegen und dafür noch in den finanziellen Ruin getrieben werden, verheizt und ausgequetscht werden, bevor sie schnell "entsorgt" (geringere Lebenserwartung) werden, ist diesem Sozial- und Rechtsstaat nicht angemessen!



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