Jan VahlenkampHamburg, Germany
Dec 21, 2017
Auch in diesem Herbst gab es wieder Berichte über (aktuelle) Hexenverfolgungen in deutschen Medien, anhand eines Falles in Papua-Neuguinea. Auch wenn seit 2013 Hexerei dort keine offizielle Straftat mehr darstellt, ist Hexenverfolgung immer noch an der Tagesordnung, wie in vielen Ländern des Trikonts. (https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2017/34809/papua-neuguinea-frauen-werden-als-hexen-verfolgt) Doch es wäre falsch anzunehmen, dass sich Hexenwahn heute auf Entwicklungsländer beschränken würde. Die mit der Wahl Donald Trumps berühmt-berüchtigt gewordene Nachrichtenseite Breitbart behauptete kürzlich, dass „feministische Hexen“ den Präsidenten mit Flüchen belegen würden. (https://www.rawstory.com/2017/12/listen-breitbart-reporter-worries-feminist-witches-are-placing-hexes-on-trump/) Man fragt sich: Ist das jetzt Methaphorik, Ironie, oder meinen die das wirklich ernst? Letzteres kann zumindest nicht ausgeschlossen werden, denn die nackte Angst vor „schwarzer Magie“ treibt zuweilen auch in unserer Zeit kuriose Blüten. Man denke hier an den Fall des Ehepaars Keller, das 1992 wegen mehrfachen Mordes und Kindesmisshandlung im Zusammenhang mit satanistischen Ritualen verurteilt worden war. Sie bekamen in diesem Jahr erstmals eine Entschädigung zugesprochen, da an den damaligen Vorwürfen überhaupt nichts dran gewesen war. (http://www.sueddeutsche.de/panorama/usa-us-justizirrtum-paar-erhaelt-millionenentschaedigung-nach-jahren-haft-1.3639390) Wie in vielen ähnlichen Fällen in den USA der 90er Jahre. Was die von uns geforderte Straßenbenennung im Gedenken an Katharina Hanen angeht, ist zu erwähnen, dass der Ausschuss für Kultur und Bildung der Bezirksversammlung Altona sich am 20. November erneut mit dem Thema befasst hat. In einer E-Mail teilt die Geschäftsstelle der Bezirksversammlung mir mit, dass es derzeit weiterhin keine konkreten Bauprojekte in Altona gäbe, bei denen eine Verkehrsflächenneubenennung anstünde. Allerdings gäbe es derzeit drei größere Bauprojekte in Planung. Diese sind: der zweite Bauabschnitt der neuen „Mitte Altona“ auf dem Gelände des jetzigen Fernbahnhofs Hamburg-Altona, die Bebauung der heutigen Trabrennbahn in Bahrenfeld, sowie die Bebauung des jetzigen Holsten-Areals an der Holstenstraße. Katharina Hanen steht auf einer Liste von 16 Persönlichkeiten, die für künftige Straßenbenennungen in Frage kommen. (https://sitzungsdienst-altona.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1006743) Dies lässt optimistisch stimmen. Mehr Wohnraum braucht Hamburg allemal und 16 Namen sind eine überschaubare Liste. Es wird wohl noch mehrere Jahre dauern, doch es ist derzeit nicht unwahrscheinlich, dass dann neue Bewohner in einer Katharina-Hanen-Straße einziehen werden. In diesem Sinne wünsche ich allen Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern frohe Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
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