Petition updateBefreit die Rettungsschiffe!Crew mit Waffen bedroht - 84 Menschen gerettet
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Mar 8, 2024

Liebe Freund*innen von Sea-Eye,

geschockt, fassungslos, wütend: Während wir gestern 84 Menschen in Seenot zu Hilfe kamen, zielten aggressiv agierende libysche Milizen mit Waffen auf unser Einsatzboot. Daneben im überfüllten Schlauchboot: viele Frauen und Familien mit Kindern. Was soll noch alles passieren…?!

Gegen 10 Uhr morgens erreichte die SEA-EYE 4 gestern ein Notruf von Alarmphone: Ein Schlauchboot in Seenot – übervoll mit ca. 80 Menschen. Innerhalb einer Stunde lokalisierte unsere Crew die Hilferufenden. Doch die italienischen Behörden verweigerten die Koordination des Seenotfalls – verwiesen auf Libyen. Allen war klar: In Libyen geht niemand ans Telefon.

In der Zwischenzeit versorgten die Crewmitglieder des Rettungsbootes MOCHARA die schutzsuchenden Menschen auf dem Schlauchboot mit Rettungswesten. Zwei Menschen wurden aus den Wellen gerettet. Dann passierte es: Es näherten sich zwei Schiffe der sogenannten libyschen Küstenwache mit hoher Geschwindigkeit. Einsatzleiterin Julie Schweickert beschreibt ein „super aggressives” Verhalten der Libyer. Während der Rettung richteten sie ihre Waffen auf die Besatzungen unseres Einsatzbootes. Trotz der bedrohlichen Situation blieb die Crew konzentriert - evakuierte nach und nach jeden der 84 Menschen: Männer, Frauen, Familien mit Kindern. Vier von ihnen sind nicht einmal 2 Jahre alt. Ein Schuss fiel nicht. Diesmal nicht. Zum Glück.

Das gemeinsame medizinische Team von German Doctors e.V. und Sea-Eye e.V. begann an Bord sofort mit der medizinischen Versorgung der Geretteten. Viele Menschen waren unterkühlt - ein Baby musste kurzzeitig mit Sauerstoff versorgt werden. Alle konnten schnell stabilisiert werden. Der zugewiesene Hafen von Ancona ist dennoch eine Zumutung:  4 Tage würde es dauern, die Menschen dorthin zu bringen – wir werden versuchen, einen näheren Hafen zu erstreiten. Denn erst wenn die Menschen in Sicherheit sind, wird unsere Crew verarbeiten können, was passiert ist: Dass sie als humanitäre Helfer*innen während eines Einsatzes in den Lauf einer Waffe blicken mussten. Nicht auszumalen, was vielleicht noch  passiert wäre, wäre unser Rettungsschiff nicht vor Ort gewesen. 

Situationen wie diese machen immer wieder eindringlich klar: Wir müssen so oft und so lang wie möglich im Einsatzgebiet sein! Noch fehlt uns das Geld, um direkt nach dieser Mission schnell wieder losfahren zu können. Deshalb heute unsere dringende Bitte: Bitte Spende für unseren nächsten Einsatz. Hilf mit, Menschen zu schützen – Menschen zu retten. Im Zweifel sogar vor Waffengewalt.

Jetzt für die SEA-EYE 4 spenden!

Herzliche Grüße

Gorden Isler
- Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

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