Liebe Freund*innen von Sea-Eye,
die SEA-EYE 4 ist gestern im Hafen von Burriana in Spanien eingetroffen.
Nach unserem zweiten Einsatz auf dem Mittelmeer in diesem Jahr, bei dem wir 49 schutzsuchende Menschen aus Seenot retten konnten, war die SEA-EYE 4 in Italien festgesetzt worden. Die italienischen Behörden begründeten die Festsetzung damit, dass die Crew der SEA-EYE 4 gegen ein neues Gesetz verstoßen habe, weil sie nach einer ersten Rettung einem weiteren Notruf folgte, nachdem ihr bereits ein sicherer Hafen zugewiesen worden war. Laut dem neuen italienische Gesetz hätte die Crew den sicheren Hafen so schnell wie möglich anfahren und den weiteren Notruf ignorieren sollen.
Allein diese Woche berichtete die Organisation AlarmPhone von dutzenden schutzsuchenden Menschen in Seenot im Mittelmeer. Erst heute meldete die Organisation, dass sie den Kontakt zu ca. 40 Menschen in einem sinkenden Boot verloren hat, die von keiner Küstenwache Hilfe erhalten hatten. Eine Politik, die durch die Festsetzung von Rettungsschiffen den Tod von Menschenleben billigend in Kauf nimmt, können wir nicht hinnehmen. Deshalb bereiten wir uns jetzt in Burriana auf unseren nächsten Einsatz vor.
Herzliche Grüße
Gorden Isler
- Vorsitzender von Sea-Eye e. V.
