
Heute erschien ist ein eindrücklicher Leserbrief zum Thema B523 im Südkurer erschienen:
Donnerstag, 27.03.2025
LESERMEINUNG:
Bestehende Wege ausbauen
Leserbrief zum Artikel „Die Trassen-Auswahl dauert“, Lückenschluss B 523“
In dem Artikel „Die Trassen-Auswahl dauert“ zum Thema Lückenschluss B 523 wird der IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez mit den Worten zitiert, dass die aktuelle Diskussion in Berlin den großen Stellenwert einer guten Infrastruktur unterstreiche und deswegen der Bau des „Lückenschlusses“ jetzt kommen müsse. Dieser „Lückenschluss“ sichere laut Thomas Albiez die Anbindung an die überregionalen Verkehrsachsen, damit die hier produzierten Güter auch nach Norddeutschland und in die Schweiz, nach Frankreich und Österreich kommen könnten. Die Güter gelangen aber schon jetzt in diese Regionen und man sollte darüber nachdenken, wie man bereits bestehende Transportwege ausbauen, optimieren kann, z. B. durch eine Neugestaltung der Kreuzung in Bad Dürrheim. Beim überregionalen Verkehr auf der angeblich so wichtigen Ost-West-Verbindung zwischen der Rheintalautobahn A5 und der A81 rauscht nur ein geringer Teil des Verkehrs, der dieser überregionalen Nutzung zugerechnet werden kann, durch St. Georgen und Mönchweiler. Das belegen die Prognosen des Regierungspräsidiums Freiburger. Außerdem belegen die Zahlen, dass der geplante Weiterbau der B523 praktisch nicht zur Lösung innerstädtischer Verkehrsprobleme in VS beitragen kann. Es wird leider kaum wahrgenommen, dass auf der neu zu bauenden Strecke von 5,5 km keine weiteren Zu- und Abfahrten geplant sind. Die Stadt VS muss die innerörtlichen Probleme selbst lösen, z. B. durch einen Ausbau des Nordrings. Natürlich kann man über einen Straßenneubau nachdenken, aber erst, wenn die maroden Brücken in Deutschland saniert sind. Wenn die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte bei der Bahn aufgeholt sind, wenn die maroden Schulen saniert sind und die Bildung für die Anforderungen des 21. Jahrhundert ertüchtigt ist. Wenn neue Stromtrassen in der Lage sind den grünen Strom zu transportieren und wenn die Digitalisierung auf den Stand unserer Nachbarländer gebracht ist. Das sind die Infrastrukturmaßnahmen, an denen die Zukunftsfähigkeit Deutschlands hängt. Der Weiterbau der B523 wäre eine Geldverschwendung mit geringem Nutzen und Kosten von bis zu 70 Millionen Euro. Diese immensen Mittel werden bei Bahn, Brücken, Schulen und Bildung dringender benötigt. Außerdem muss auf die schweren Belastungen hingewiesen werden, die aus dem eindimensionalen Vorantreiben des Straßenneubaus folgen: die Zerstörung des einzigen Naherholungsgebiets beim Wohngebiet Haslach/Wöschhalde, die Gefahren für Flora und Fauna, die zusätzliche Lärmbelastung und die große Flächenversiegelung.
Anton Karle, Max Bammert, Villingen-Schwenningen