Anti-Rassismus und deutsche Kolonialgeschichte als Teil des Lehrplans an Schulen in NRW!

Das Problem

Die derzeitigen Zustände und Morde an George Floyd, Breonna Taylor, Ahmaud Arbery und vielen mehr sorgen für Erschütterung und Proteste weltweit. Auch in Deutschland ist Rassismus ein tief verankertes Phänomen, welches Menschen im alltäglichen Leben begleitet. Diskriminierungen, Beleidigungen und Angriffe gehören dazu. Ganz klar fehlt die Aufklärung und Prävention in der Schule. Deswegen fordern wir, dass deutsche Kolonialgeschichte und Anti-Rassismus Unterrichtsreihen fester Bestandteil des Lehrplans in Nordrhein-Westfalen werden! 

Unsere heutigen und zukünftigen Schüler*innen sind die Zukunft und es kann nicht so weitergehen, dass wir in der Schule kaum was über die weltweite Problematik bezüglich der Rassismus- und Diskriminierungsgeschichten mitnehmen! Dieses Problem muss beim Namen genannt werden, damit so tiefsitzende Strukturen überhaupt entwurzelt werden können! Nur so kann eine funktionierende Gesellschaft entstehen.

Diese Petition fordert:

  • deutsche Kolonialgeschichte & Migrationsgeschichte kritisch aufarbeiten und lehren
  • Anti-Rassismustraining für Schüler*innen und Lehrer*innen
  • Anti-Rassismus als integrierte und regelmäßige Unterrichtseinheit einführen
  • Quellen (z.B. Bücher) von BIPOC* müssen im Deutsch-, Geschichts- und Philosophieunterricht usw. behandelt werden
  • verankertes Curriculum mit bestehenden weißen Vordenker*innen unter der Berücksichtigung ihrer (rassistischen) Weltbilder überarbeiten
  • über institutionellen und systematischen Rassismus gegen BIPOC* und Menschen mit Migrationshintergrund aufklären
  • eurozentristische Perspektiven aus dem allgemeinen Unterricht aufarbeiten und entfernen
  • Zugänglichkeit zu Antidiskriminierungsstellen in der Schule

Wir möchten Solidarität lehren und Rassismus stoppen! Dafür müssen so früh wie möglich diskriminierende Strukturen entlernt werden. Lehrer und Lehrerinnen spielen dabei eine große Rolle und können auf Anti-Rassismus aufmerksam machen und dafür sensibilisieren. Deswegen brauchen wir Platz für Aufklärungsarbeit und präventive Maßnahmen im Lehrplan an den Schulen in NRW. Hilf jetzt mit, diese Forderungen an die Politik in NRW heranzutragen und mit uns gemeinsam das Schulsystem zu verändern!

*BIPOC steht für Black, Indigenous und People of Color. Er dient als Begriff für Menschen, die Rassismuserfahrungen machen.

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Diese Petition ist Teil der deutschlandweiten Bewegung #blackhistoryindeutschland. Alle Unterschriften der regionalen Petitionen laufen auf einen Unterschriftenzähler. Auf dieser Webseite sind alle Petitionen der verschiedenen Bundesländer zu finden: blackhistoryindeutschland-change.org

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Bleranda, Janine, Yvonne, Kevin und Gerda-MariaPetitionsstarter*in
Diese Petition hat 124.227 Unterschriften erreicht

Das Problem

Die derzeitigen Zustände und Morde an George Floyd, Breonna Taylor, Ahmaud Arbery und vielen mehr sorgen für Erschütterung und Proteste weltweit. Auch in Deutschland ist Rassismus ein tief verankertes Phänomen, welches Menschen im alltäglichen Leben begleitet. Diskriminierungen, Beleidigungen und Angriffe gehören dazu. Ganz klar fehlt die Aufklärung und Prävention in der Schule. Deswegen fordern wir, dass deutsche Kolonialgeschichte und Anti-Rassismus Unterrichtsreihen fester Bestandteil des Lehrplans in Nordrhein-Westfalen werden! 

Unsere heutigen und zukünftigen Schüler*innen sind die Zukunft und es kann nicht so weitergehen, dass wir in der Schule kaum was über die weltweite Problematik bezüglich der Rassismus- und Diskriminierungsgeschichten mitnehmen! Dieses Problem muss beim Namen genannt werden, damit so tiefsitzende Strukturen überhaupt entwurzelt werden können! Nur so kann eine funktionierende Gesellschaft entstehen.

Diese Petition fordert:

  • deutsche Kolonialgeschichte & Migrationsgeschichte kritisch aufarbeiten und lehren
  • Anti-Rassismustraining für Schüler*innen und Lehrer*innen
  • Anti-Rassismus als integrierte und regelmäßige Unterrichtseinheit einführen
  • Quellen (z.B. Bücher) von BIPOC* müssen im Deutsch-, Geschichts- und Philosophieunterricht usw. behandelt werden
  • verankertes Curriculum mit bestehenden weißen Vordenker*innen unter der Berücksichtigung ihrer (rassistischen) Weltbilder überarbeiten
  • über institutionellen und systematischen Rassismus gegen BIPOC* und Menschen mit Migrationshintergrund aufklären
  • eurozentristische Perspektiven aus dem allgemeinen Unterricht aufarbeiten und entfernen
  • Zugänglichkeit zu Antidiskriminierungsstellen in der Schule

Wir möchten Solidarität lehren und Rassismus stoppen! Dafür müssen so früh wie möglich diskriminierende Strukturen entlernt werden. Lehrer und Lehrerinnen spielen dabei eine große Rolle und können auf Anti-Rassismus aufmerksam machen und dafür sensibilisieren. Deswegen brauchen wir Platz für Aufklärungsarbeit und präventive Maßnahmen im Lehrplan an den Schulen in NRW. Hilf jetzt mit, diese Forderungen an die Politik in NRW heranzutragen und mit uns gemeinsam das Schulsystem zu verändern!

*BIPOC steht für Black, Indigenous und People of Color. Er dient als Begriff für Menschen, die Rassismuserfahrungen machen.

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Diese Petition ist Teil der deutschlandweiten Bewegung #blackhistoryindeutschland. Alle Unterschriften der regionalen Petitionen laufen auf einen Unterschriftenzähler. Auf dieser Webseite sind alle Petitionen der verschiedenen Bundesländer zu finden: blackhistoryindeutschland-change.org

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Bleranda, Janine, Yvonne, Kevin und Gerda-MariaPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Thomas Kutschaty
MdL und Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion NRW
Beantwortet
Wir als SPD-Fraktion im Landtag NRW unterstützen die Petition „Anti-Rassismus und deutsche Kolonialgeschichte als Teil des Lehrplans an Schulen in NRW". Die Bekämpfung des Antisemitismus muss in der Schulbildung stärker verankert werden, aber auch im Studium und Weiterbildung des Lehrpersonals. Dies kann als fester Bestandteil im Lehrplan und im Studiencurriculum auch in Form verpflichtender Angebote bei Fortbildungsmaßnahmen geschehen. Diese dürfen jedoch nicht auf die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer beschränkt, sondern sollten als Querschnittsaufgabe verstanden werden. Das Schulministerium hat sich für die Einführung des Unterrichtsfaches Wirtschaft eingesetzt. Wir sprechen uns jedoch auch für die Stärkung der historischen und politischen Bildung im Lehrplan aus. Foto: SPD-Landtagsfraktion NRW
Yvonne Gebauer
Ministerin für Schule und Bildung, Nordrhein-Westfalen
Beantwortet
Grundsätzlich ist zunächst zu erklären, dass Kernlehrpläne die Ziele und Inhalte für die Bildungsgänge und Fächer bzw. Lernbereiche festlegen und die erwarteten Lernergebnisse bestimmen. Sie bilden so die curriculare Grundlage für die Entwicklung schulinterner Lehrpläne durch die Fachkonferenzen vor Ort. Die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer zielen auf die Entwicklung einer mündigen und sozialverantwortlichen Persönlichkeit und leisten über den fachlichen Kern hinaus weitere Beiträge zu fachübergreifenden Querschnittsaufgaben in Schule und Unterricht. Hierzu zählen insbesondere Menschenrechtsbildung, politische Bildung, interkulturelle Bildung und Demokratieerziehung. Somit sind die von Ihnen geforderten konkreten Themen bereits gegenwärtig als ein grundsätzliches Fundament bei der Erstellung sämtlicher Lehrpläne an allen allgemeinbildenden Schulformen und für alle Fächer verankert. Die Kernlehrpläne verfolgen jeweils eine fachspezifische übergeordnete Kompetenz, im Fach Geschichte ist dieses beispielsweise die Entwicklung eines „Reflektierten Geschichtsbewusstseins“ im Fach Politik „politische Mündigkeit“. Die Kernlehrpläne in NRW sind zur Erreichung dieser übergeordneten fachlichen Ziele so angelegt, dass sie Inhaltsfelder mit inhaltlichen Schwerpunkten und daran konkretisierte Kompetenzen ausweisen. Diese sind als obligatorisch anzusehen, decken maximal Dreiviertel der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit ab und sind so angelegt, dass sie eine Umsetzung in schuleigene Vorgaben in der Gestaltungsfreiheit – und Gestaltungspflicht – der Fachkonferenzen sowie der pädagogischen Verantwortung der Lehrerinnen und Lehrer vor Ort ermöglichen. Daraus ergibt sich, dass keine konkretisierten Unterrichtsthemen oder – reihen über die Kernlehrpläne durch das Ministerium für Schule und Bildung vorgegeben werden. Für die von Ihnen geforderten konkreten Unterrichtsthemen „Anti-Rassismus und deutsche Kolonialgeschichte“ finden sich jedoch in den Kernlehrplänen aller allgemeinbildenden Schulformen auf der Ebene der Inhaltsfelder sowie der Kompetenzen Anknüpfungspunkte, die eine unterrichtliche Auseinandersetzung begründen. Rein exemplarisch kann hier aus dem Kernlehrplan für die Sekundarstufe I Gymnasium in Nordrhein-Westfalen für das Fach Geschichte das Inhaltsfeld 6: „Imperialismus und Erster Weltkrieg“ genannt werden. Das Inhaltsfeld greift die Auswirkungen eines übersteigerten und zunehmend aggressiver werdenden Nationalismus auf, der zunächst zu einem Wettstreit um die Verteilung von Kolonien und dann mit dem Ersten Weltkrieg in die „Urkatastrophe“ eines Jahrhunderts führte. Gegenstand des Inhaltsfeldes sind zudem Formen der kollektiven Erinnerung und des Umgangs mit Vergangenheit damals und heute. Im Fach Wirtschaft-Politik kann als Beispiel zur Anknüpfung das Inhaltsfeld 2: „Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie“ genannt werden. Hier wird als inhaltlicher Schwerpunkt unter anderem „Gefährdungen der Demokratie“ ausgewiesen, sowie die Sachkompetenz „Die Schülerinnen und Schüler erläutern Ursachen, Merkmale und Erscheinungsformen von Extremismus, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“. Sinngleich formulierte Inhaltsfelder und Kompetenzen finden Sie auch in den Kernlehrplänen der weiteren allgemeinbildenden Schulformen. Man findet aber durchaus auch in anderen Fächern sinnvolle Anknüpfungspunkte für die von Ihnen geforderte Thematik. Bei der Wahl der dafür zu verwendenden Lehrmittel sind die Lehrkräfte ebenso wie bei der Wahl der konkreten Unterrichtsvorhaben frei, so dass es den Lehrkräften natürlich auch freisteht „BIPOC-Quellen“ zu nutzen. Ich hoffe meine Ausführungen haben Ihnen geholfen.
Armin Laschet
Kanzlerkandidat CDU zur Bundestagswahl 2021
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Bildungsministerium

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